Dichter. Sommer.

Sonett zum Thema Stillstand

von  Walther

Dichter. Sommer.

 

Der Anker warf sich nicht von selbst. Er legte
Tief auf den Grund im Meer sich ab. Und ruhte,
Die Kuh versuchte Schattenspiele. Muhte.
Ihr Ruf verklang. Ein zweites Muh. Nichts regte

In Feld und Wald sich – nicht einmal ein Lüftchen.
Der Dichter schaute in die Stadt, ließ schweifen,
Was man gern Blicke nannte, wollte greifen:
Hinaus ins Sommerflimmern. Bloß ein Düftchen:

Es schlich sich auf die Fensterbank. Sein Fließen
Verdankte es der Schwüle, die laut tropfte –
Exakt im Takt mit seiner alten Uhr.

Und schmeckte nach Verfall! Es zu genießen,
Verlangte viel zu viel, ja, es verstopfte
Rezeptoren: Ach, was schrieb er nur!



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