Runter vom Gas - nä, in echt??

Erörterung zum Thema Harmonie

von  eiskimo

Wenn ich als old-school Radfahrer auf der Landstraße unterwegs bin, werde ich von vielen motorisierten Zeitgenossen überholt. Darunter meist von sehr netten – sie bremsen etwas ab, halten mit ihrem Auto Abstand und stören mich kaum. Das geht nämlich; zur Not warten entsprechende Fahrer/innen eine passende Gelegenheit ab. Lastwagen sind in der Regel  unangenehmer –  ungeduldig, meist dichter an dir dran und vor allem lauter. Aber man hört sie schon früh kommen und kann sich drauf einstellen. Als am unangenehmsten erlebe ich die Motorradfahrer. Sie erreichen einen meist in hohem Tempo, und ihr aggressiver Motorenlärm erschlägt einen schier, weil man jedes Mal überrascht ist – und das fühlt sich dann an wie eine Ohrfeige. Hoch gemotzte Sportwagen sind ähnlich übergriffig, zumal, wenn die Fahrer neben mir noch einmal extra Gas geben. Rallye-Feeling, mein Freund!  So geht der Run auf die Pole Position, höre ich die Botschaft. Es ist ja ihre Art, sich sportlich und überlegen zu geben. Jede Straße ist Arena, jedes PS muss toben.l

Ein Segen, dass es jetzt auch getrennte Radwege gibt, manche ganz separat, weit von den oben genannten Verkehrsteilnehmern entfernt. Frieden. Quasi Befreiung. Da wird das Radfahren wieder zum Vergnügen. Entspannend und erholsam, fast eine Meditation.




Anmerkung von eiskimo:

PS: Wenn „Schwache“ und „Starke“ sich ein Revier teilen müssen, kommt es zu Konflikten, völlig klar. Diese sanft und gütlich zu regeln, verlangt etwas sehr Seltenes, unfassbar Kostbares…..

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Kommentare zu diesem Text


 niemand (19.09.26, 12:00)
@ Eiskimo


Ein Segen, dass es jetzt auch getrennte Radwege gibt, manche ganz separat, weit von den oben genannten Verkehrsteilnehmern entfernt. Frieden. Quasi Befreiung. Da wird das Radfahren wieder zum Vergnügen. Entspannend und erholsam, fast eine Meditation.
Ich würde Dir ja gerne zustimmen, aber es ist nicht so Eierkuchen friedlich unter der Radfahrenden Zunft. Und ich weiß, als eine Leben lang Fahrende, wovon ich spreche. Viele Radfahrer mutieren, grade auf Radwegen zu wahren Raudis. Da wird gebrettert, dass die Heide wackelt. Da wird brutal überholt, ohne Rücksicht auf andere, da wird weder Vorfahrt, noch Ampel beachtet.Da ist man König der Speichen, ach was, man ist ein Kaiser auf zwei Rädern. Und keinem dieser Rabauken sieht man es an, dass, wenn er erstmal, nach ein paar brutalen Rad-Runden, in seinen Hauptraser, spricht Auto, steigt,
dass er dann zum richtigen Gott mutiert. Und dann ... na, ja, den Rest kann man sich denken. Im Übrigen tun sich Städte und Gemeinden in der BRD immer noch schwer mit dem Schaffen eines anständigen Radnetzes. Die Wege, die als Radweg ausgezeichnet sich, bestehen zum größten Teil aus Steinen und Steinchen und sind mehr Loch als Weg. Aber das haben wir auch den sogenannten Grevelbikern zu verdanken.  Für die ist das Rad ein Sportgerät für Spaß und Spiele. Und den Politikern kommt dieser Trend recht. Die sagen: Man will solche Wege, also sind wir fein raus. Kost ja nix, als eine neue Schüppe Steine.Der Mensch, für den das Fahrrad ein Verkehrsmittel ist, im wahrsten Sinne des Wortes ist nix wert. Der Depp kann sich die Knochen brechen, warum kauft der sich keinen SUV. Wir Politiker fahren schon längst diesen Wagen, den man sich unter Umständen auch mal als Wohnzimmerschrank in die Budde schieben kann. Ach, wenn das nur so wäre!     8-)
LG niemand

Kommentar geändert am 19.09.2026 um 12:01 Uhr

Kommentar geändert am 19.09.2026 um 12:01 Uhr

 EVdR (19.09.26, 14:47)
Wenn Anregung zum Nachdenken die Intention des Textes sein sollte ist's okey.

Da ich keinen ÖPNV nutze, kennen die die Fahrzeugklassen. Ich finds provokant überzeichnet. 

Es gibt da eine Landstraße, viel Verkehr, Überholen von einspurigen Fahrzeugen problematisch. Aber 7 oder 12 km hinter Fahrrädern auf Tour hinterherfahren, zerrrt an den Nerven. Besonders wenn alle 70 bis 100 Meter ne Einfahrt in ein Feld ist. Mit dem Moped sind auch Autos kein Problem. Seitenabstand. Ich verstehe die, die wütend, hupend, riskant , manche provozierend, überholen. Gutheißen ist es nicht ...

Radwegenetz? Sowas gibt's wirklich? Größere Städte, ja. Hier ein Baum, ein Schild, eine Ampel, ein dicker Ast der den Asphalt durchbricht. Ne Hecke im Gesicht, ein Gedicht. 
Kuhkaff, äh, ländlicher Raum, ein Traum.

der Mensch ...

 Verlo (19.09.26, 14:51)
Schade, kein Foto.

Gut, wenn Platz für Radwegen mit Abstand zur Straße ist.

Wenn nicht, wird es oft lebensgefährlich.

Kommentar geändert am 19.09.2026 um 14:53 Uhr
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