Cherchez la femme – suchen Sie die Frau! Diesen Ausspruch eines Alexandre Dumas (1854, Les Mohicans de Paris) umzusetzen, das fällt mir in Frankreich gerade extrem leicht. Ich sehe überall Frauen. Dass sie an den Kassen der Supemärkte überrepräsentiert sind, ist keine Überraschung. Auch bei den „mobilen Pflegediensten“, in den Postämtern oder bei Versicherungsagenturen – des femmes!
Was dabei neu ist für meine Männeraugen: Auch in den meisten Autos, die mir begegnen, sitzen mehrheitlich Frauen … am Steuer, und nicht nur jüngere, auch sehr viele ältere.
Okay, im Französischen ist das Auto feminin, es ist la voiture, la Renault, la Peugeot – aber die Frage wäre doch: Wie kommt es auf den Fahrersitzen zu dieser eindeutig weiblichen Vorherrschaft ?
Meine Erklärung: Frauen sind viel mehr Nutznießer des Autos als Männer. Hinterm Steuer eines Automobils ziehen sie körperlich gleich mit dem vormals starken Geschlecht, zumal die modernen Autos sehr leicht zu bedienen sind. Zu Fuß mit schwerem Gepäck oder auch per Vélo könnten die Männer noch punkten – so aber gilt: Bahn frei für die Frauen, die mit ihren Flitzern nicht nur Zeit und Unabhängigkeit gewinnen, sondern auch ein Mehr an Schutz und Selbstbewusstsein.
Der in Deutschland propagierte Trend, wieder ohne Auto zu leben, wäre für die Französin ein großer Schritt zurück. Ich sehe hier auch keinerlei Anzeichen, dass viele dem folgen würden – schon gar nicht in ländlichen Gebieten ohne Infrastruktur.
Cherchez la femme? Non, non: suchen braucht man da nicht lange. Die Frau ist auf der Überholspur.