Außen- und Innenfühler

Erörterung zum Thema Nachdenken

von  eiskimo

Wärest du eine – sorry! - Heizungsanlage, gehorchtest du zwei Sensoren – dem einen , der deine inneren Werte aufnimmt und dem anderen,  der auf die Bedingungen draußen reagiert.

Welcher der beiden dafür sorgt, dass du anspringst, dass du (Wärme) lieferst oder abschaltest – dafür hättest du – wärest du tatsächlich so ein Aggregat – eindeutige und immer die gleichen Steuerelemente. Du wärst also absolut steuer- und berechenbar.

Aber .. du bist ja keine solche Apparatur. Was du aber in entsprechender Form  hast, das sind diese beiden Fühler. Wie gesagt: der eine leitet dich aus deinem Inneren her, der andere füttert dich mit Signalen von außen.

Spannend ist jetzt, welche „Vorrangschaltung“ bei dir waltet. Bist du eher reaktiv, was die eigenen Impulse angeht- also gehorchst du eher deinem inneren Antreiber – oder hörst du lieber auf die Kommandos von außen.

Spannend wäre dabei auch zu ergründen, warum du vielleicht lieber deinem inneren Kompass folgst als dem äußeren… oder doch umgekehrt ?  Und noch spannender: Wie kombinierst du die jeweiligen Signale? Denn es wird oft genug auf eine Kombination beider Signalstränge hinauslaufen, möglicherweise ein Hin und Her zwischen beiden.

Vielleicht hast du deinen inneren Kompass auch schon so limitiert, dass er nur noch den Ausschlag des äußeren bestätigt… weil du möglichen Konflikten zwischen den beiden lieber aus dem Weg gehst. Es mag ja auch bequemer sein.

Vielleicht bist du aber auch stolz, ein starkes Ego zu haben, und du zeigst gerne den Influencern um dich herum, dass du  sehr wohl alleine entscheiden kannst. Dann bist du vielleicht eine Person mit Charakter, ja, mit echten Führungsqualitäten … (oder einfach nur stur und halsstarrig ?)

Nein - ich unterstelle jetzt  mal nur Positives, denn du hast Prinzipien, Mindeststandards und Werte,  deren Einhaltung dir bei allen Entscheidungen wichtig ist. Und da bist du konsequent. Toll!

Ich selber hätte gerne so starke Wegweiser in mir. Immer wieder ertappe ich mich dabei, der Außenwirkung den Vorrang zu geben. Da horche ich mehr in die anderen um mich herum hinein als in mich selbst. Und bin gefällig. Und glatt. Fast wie die Heizung in meiner Wohnung, die brav anspringt, wenn die programmierten Signale eintreffen.




Anmerkung von eiskimo:

Spannend auch, wenn es um die Erziehung geht. Die Eltern machen ja gewisse Vorgaben, die sie befolgt sehen wollen. Da gibt es Kinder, die die Signale von außen gerne aufnehmen und solche, die bockig sind. 
Wer erzieht da wen?

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Kommentare zu diesem Text


 LotharAtzert (05.09.26, 10:09)
Die Finger wund (!) schrieb ich mir seinerzeit am Thema Fühlen versus Empfinden. Ist nicht angekommen beim Löwen. (-oder vermeidest Du das Lesen meines Geschreibs aus persönlichen Gründen?)

Mit dem Fühlen ertaste ich die äußere Welt.
Empfindung ist, was ich in mir (Unterbewußtsein) finde. Je weniger gefunden wird, umso schnelle geht es ab zum Fühlen in den äußeren Raum.
Fühlen entspringt dem Formgrund (3. Causa); Empfinden dem Wirkgrund (2. Causa)
Sorry, ich konnte nicht widerstehen.  :P

 eiskimo meinte dazu am 05.09.26 um 11:21:
Okay, ich empfinde mich schuldig... Der aufgeklärte Leser muss das jetzt jeweils übersetzen und sich gut beraten empfinden.
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