Nachtwärts

Gedicht

von  DerHerrSchädel

Der immerwährende,

Der wiederkehrende,

Das Atmosphärenlicht.

Der Abendgrauende,

Der nachtwärts schauende,

Ein Narbenangesicht.


Der Wellenreitende

Und Stromgezeitende,

Der Strahl so kühl und mild.

Der Raumdurchschreitende

Der Weltbegleitende,

Das alte Sehnsuchtsbild.


Der Sternverdrängende,

Der Nachtverhängende,

Der blassgedimmte Schein.

Der schlaflos machende

Zenitbewachende

Lässt niemanden allein.


Der rastlos Suchende,

Der immer Fluchende,

Der innerlich verbrennt.

Der Widerstrebende,

Und Angsterlebende

Steht still für den Moment.


(April 2026)



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Saira (03.05.26, 08:17)
Ein dichter, eindringlicher Nachtsog, der sowohl die Augen als auch die Seele beschäftigt, sehr stark, sehr atmosphärisch.
 
LG
Saira

 DerHerrSchädel meinte dazu am 03.05.26 um 12:05:
Vielen Dank für das Lob!

 GastIltis (03.05.26, 11:38)
Super. Melde mich später nochmal. Herzlich Gil.

 DerHerrSchädel antwortete darauf am 03.05.26 um 12:06:
:-)

 GastIltis schrieb daraufhin am 03.05.26 um 17:53:
Hallo Philipp, 
als ich deine Zeilen las, kamen die Subjekte, wenn man sie denn so bezeichnen darf, wie Bei-Namen von Angehörigen der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ vor. Sofort, d.h., als ich wieder zu Hause war, habe ich die 890 Namen durchgeblättert, um angefangen bei deinem „Immerwährenden“ einen ebenbürtigen Part zu finden. Erfolg: Null. Der Wohlbewahrende, der Beschützende, der Aufschließende lesen sich zwar sehr interessant, verfehlen aber den Kern doch erheblich. Überhaupt ist mir bei allen 890 kein einziger Name aufgefallen, der in deine Zeilen gepasst hätte. Schade eigentlich. Was sagt mir das? Die Gesellschaft ist noch unvollständig. Nun weiß ich, dass sie inzwischen neu bzw. wieder gegründet worden ist, aber nicht, unter welchen Voraussetzungen. Ist auch, z.B. für mich, unerheblich. Deine Zeilen sind es umso mehr. Eine gelungene Konstruktion.

Herzlich Gil.

 DerHerrSchädel äußerte darauf am 03.05.26 um 21:36:
Vielen Dank für diesen kleinen historischen Exkurs und dein Lob!

 AchterZwerg (03.05.26, 19:16)
Sein Anblick wirkt in der Tat geradezu beschwichtigend und ästhetisch.
Er gefällt, ohn dass man ihn besitzen möchte.

(Ausnahme: Elon Musk)

 DerHerrSchädel ergänzte dazu am 03.05.26 um 21:32:
Ja, den Mond muss man nicht beschützen, der wird den Menschen überleben, daran werden auch eine Raumstation oder ein paar Astronauten nichts ändern. Vielen Dank!

 Hannes (03.05.26, 20:20)
Ich lese mir Gedichte meist laut selbst vor.
Bei deinen Zeilen habe ich mir vorgestellt, wie sie ein
Gert Fröbe, Klaus Kinski, Mario Adorf oder Gerd Westphal rezitiert hätten.
Es war jedesmal Klasse !!

 DerHerrSchädel meinte dazu am 03.05.26 um 21:37:
Eine schöne Vorstellung, Danke für das Lob!!!

 TassoTuwas (04.05.26, 01:13)
Ein Abgesang auf den alten Lorenz?

Der Mensch in seinem rastlosen Wahn alles Erreichbare, nach seinen Vorstellungen zu verändern, hat schon Pläne.

Das Wettrennen ist in Vorbereitung!

 DerHerrSchädel meinte dazu am 04.05.26 um 20:09:
Kein Abgesang, der Mond wird für die fast alle Menschen unerreichbar bleiben, daran ändert auch ein Lunar Gateway oder eine Mondstation nichts.
Zur Zeit online: