Acqua alta

Gedicht

von  DerHerrSchädel

Wellen, aufgewühlte Wende,

Ständiger Gezeitenstrom,

Überschwemmte Lidostrände

Und ein Fisch im Markusdom.


Gassen schwinden, Mauern wanken,

In der Flut zur Morgenstund’,

Gondeln treiben, Schiffe schwanken,

Sinken zum Lagunengrund.


Auf den Campanile flehen

Urlauber ins Blau hinaus

Und auf San Michele gehen

Totenlichter langsam aus.



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (20.04.26, 07:25)
Apokalyptisch gut!

Manchmal möchte man sich eine solche Katastrophe beinahe (!) wünschen - um all dem Elend der venezianischen Aborigines ein Ende zu bereiten.

 DerHerrSchädel meinte dazu am 20.04.26 um 17:56:
Venedig ist doch viel zu schön, um wirklich unterzugehen. ;) Vielen Dank!

 GastIltis (20.04.26, 09:06)
Hallo Philipp, schön, dass du auch mal wieder da bist.
Ich setze mal ein paar Zeilen dazu:

Hörn in Blei- und
andern Kammern
Geister der Ver-
gessnen jammern,


dann wie Fischer
Pietro wundert,
Jahrgang Mitte
neunzehnhundert,


einst wird man ihn
heilig sprechen:
„Alles Böse
wird sich rächen!“


Ich hoffe doch, dass es in deinem Sinne ist.
Herzlich Gil.

Kommentar geändert am 20.04.2026 um 15:51 Uhr

 DerHerrSchädel antwortete darauf am 20.04.26 um 18:00:
Lieber Gil, freut mich, dass es dich der Text zum weiteren Dichten inspiriert! Ja, vielleicht kommt demnächst noch der ein oder andere Text von mir hier ins Forum rein. Bin seltener in KV unterwegs, als ich sollte...

 Saira (22.04.26, 17:32)
Dein „Acqua alta“ fängt die Bedrohung und zugleich die eigentümliche Schönheit Venedigs sehr eindrücklich ein. Überflutete Gassen, schwankende Gondeln, die Totenlichter auf San Michele, alles wirkt lebendig und fast greifbar. Besonders die letzte Strophe bringt Vergänglichkeit und Staunen zugleich auf den Punkt.

LG
Saira

 DerHerrSchädel schrieb daraufhin am 22.04.26 um 22:41:
Vielen Dank für lieben Worte!
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