Geometrie

Sonett

von  Quoth

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Das Spiel der Winkel, der Geraden, Kreise,
das später inspirierte Klein-Pascal,
es ist die sinnlich-rationale Weise,
in der wir messen Kleinstes - und das All.
Was bin ich anderes, du Lichte, als
die dir von fern bestimmte Parallele,
Jerusalembekrönte, dreh den Hals - 
du weißt, dass ich in Ewigkeit dir fehle.
O still mich, Amme, mit der Logik Milch,
entknittre meines Alters dürre Hülle,
weck auf den nörgelnden, verschlaf'nen Bilch
und schenk mir deines Daseins reife Fülle.
     Wie keine andre sollst du mich belohnen,
     doch kann ich nur im Geiste bei dir wohnen.

Terrarum tractus, et latas metior oras, 
Ingenio gaudens subtili et acumine mentis. 


Ich vermesse die Reihe der Länder, die weiten Küsten, 
Erfreue mich feinen Geistes und Scharfsinns. 



Anmerkung von Quoth:

Sonnet zu dem Stich nach Goltzius aus der Serie "artes liberales"

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Kommentare zu diesem Text


 eiskimo (31.08.26, 20:51)
Sprachlich und inhaltlich meisterlich. Dazu vortrefflich illustriert - anschauliches Wissen schlüssig dargereicht.
Super!

 AchterZwerg (01.09.26, 07:28)
Ergänzung

Lieber Quoth,

als spätberufene Philosophin weiß ich inzwischen, dass schon die Vorsokratiker (beispielsweise Demokrit, ca. 460 bis 370 v. Chr.) über Atome Bescheid wussten.
Die Messbarkeit der uns umgebenden Welt (Pythagoras) anhand von mathematischen Methoden fällt (in etwa) in dieselbe Zeitschiene.

Wohl zwei der fruchtbarsten Gedanken, die Menschen jemals hatten.  <3

 EkkehartMittelberg (01.09.26, 18:01)
Hallo Quoth,

ich hoffe, dass keiner vergisst,
wie fein dieses Sonett vermisst.

LG
Ekki
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