Wie man preiswert leben kann

Erörterung zum Thema Wirtschaft

von  loslosch

Si fueris Romae, Romano viveto more; si fueris alibi, viveto sicut ibi (Ambrosius, 339 n. Chr. bis 397 n. Chr.; nach H. Walther, Proverbia sententiaeque Latinitatis Medii Aevi und nach Augustinus, Epistulae). Bist du in Rom, sollst du nach römischer Weise leben, bist du anderswo, sollst du leben wie dort (üblich).

Diesen Rat soll der Bischof von Mailand und nachmalige Kirchenvater Ambrosius dem von ihm getauften Kirchenvater Augustinus mit auf den Weg gegeben haben. In der Spätantike dachte man nicht an sparsames Verbrauchsverhalten in fremder Umgebung, sondern an angepasstes, unauffälliges Leben, um keinen Anstoß zu erregen.

Dieser kluge Lebensrat enthält auch einen ökonomischen Kern. Jeder Student lernt im Fachgebiet Statistik beizeiten, dass der Lebenshaltungskostenindex des Statistischen Bundesamtes auf dem Warenkorb eines typischen Konsumenten basiert (mit Varianten wie 4-Personen-Haushalte, Rentnerhaushalte usf.). Je stärker ein Verbraucher vom durchschnittlichen Konsumverhalten abweicht, umso höher sind seine Verbrauchsausgaben für die Grundversorgung. Diese Erkenntnis gilt nicht nur für einen abgegrenzten Wirtschaftsraum, sondern stärker noch für unterschiedliche Länder in unterschiedlichen Kulturräumen.

Merke: Weißwürste und Lederhosen sollst du in Bayern kaufen, Kilts in Schottland, Pferdefleisch in Belgien, Reis und Rattenfleisch in China, Sari, Seidenkleider und -blusen in Indien, Spaghetti in Italien.

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Kommentare zu diesem Text

Nimbus (35)
(19.07.11)
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 loslosch meinte dazu am 19.07.11:
das preiswerte leben setzt immer einen gewissen subsistenzmittelfonds voraus. es ist längst nachgewiesen, dass man günstiger fährt, wenn man sich den verbrauchsgewohnheiten der gegend anpasst. kauf mal in riad eine currywurst. vllt. muss die extra eingeflogen werden, heike. :) lothar
Nimbus (35) antwortete darauf am 19.07.11:
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 loslosch schrieb daraufhin am 19.07.11:
... ja, nicht muss - und es trotzdem tut! :)

 Bergmann äußerte darauf am 19.07.11:
Nimbologisch gesehen: Ich lass mich nicht zur Heuchelei dränge(l)n.
Nimbus (35) ergänzte dazu am 19.07.11:
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magenta (65)
(19.07.11)
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 loslosch meinte dazu am 19.07.11:
kleiner satirischer einschlag am schluss. aber auch der lässt sich seriös lesen: wenn du in bayern, schottland, belgien, china, indien lebst, dann kaufe dort ...

wenn ein diabetiker usw. spezialkost benötigt, ist er eben eingeengt. dasselbe gilt für kleider- und schuhübergrößen. das weiß der ökonom loslosch. danke. lothar

 Bergmann (19.07.11)
Ich bin in Halle. Was soll ich kaufen?
LG, Uli

 loslosch meinte dazu am 19.07.11:
lo weiß rat: http://www.preisvgl.de/hallenser?campid=5336531288&ggkey=hallenser :) t.t. lothar

 EkkehartMittelberg (19.07.11)
Wie Magenta schon ausführte. kann man diesen Text nur als Satire lesen. Wer den Autor nur ein wenig kennt, weiß, dass er ihn nicht als hochmütige Empfehlung für Menschen geschrieben hat, die in materieller Not leben.
Ekki
(Kommentar korrigiert am 19.07.2011)

 loslosch meinte dazu am 19.07.11:
als partielle satire geht nur der letzte absatz durch, ekki. das andere ist schon überzeugung aller ökonomen. kaufst du erdbeeren an silvester, sind die aus cypern oder israel eingeflogen worden. oder die rosen aus kenia. es war schon immer etwas teurer, einen erlesenen geschmack zu haben. danke, ekki.
baerin (53)
(19.07.11)
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 loslosch meinte dazu am 19.07.11:
ein anderer aspekt, ja. wenn alle 8 wochen der bohnenkaffe in der sonderaktion 25% billiger ist, muss das pärchen 5 päckchen immer am anfang stapeln. manchmal kommt eben die armut - berlinisch - von der powertee. lothar
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