Leichenwetter

Sonett zum Thema Zukunft

von  Ralf_Renkking

Verlorene Tage beschweren den Himmel,
am Horizont herrscht maritimes Getümmel,
dem Hahn schwillt der Kamm,
der Hecht spuckt nur Schlamm
und auf den Ressourcen wächst lediglich Schimmel,
die Wellen zerquetschen den grindigen Damm,
die Wiesen sind eingenässt, feucht sowie klamm.

Geronnene Nächte, im seichten Gewimmel
verschwommen, nicht Salz, weder Pfeffer noch Kümmel
beleben den Stamm,
vergessen hängt am
Gewissen das Gros in besorgtem Gemümmel,
den irdischen Schatten schluckt Pilz oder Schwamm,
das Seelengefüge ertrinkt im Programm.

Kommentare zu diesem Text


 indikatrix (03.05.21)
Es gibt schwarze und schwärzere Tage, so verstehe ich,
gu,t sehr gut getroffen für mich.
Liebe Grüße,
indikatrix

 Ralf_Renkking meinte dazu am 03.05.21:
Danke auch dafür indikatrix,

denn bis eben noch hatte ich nur das Gefühl, diesen Text aus der Befürchtung heraus geschrieben zu haben, dass AIDS-, und Coronavirus eine Symbiose eingehen könnten, jetzt bin ich mir dessen ganz sicher. 🤔🤔

Ciao, Frank

 Moja (03.05.21)
Die Stimmung auf dem Seziertisch - in assoziativen kühnen Klangbildern, rhythmisch und schwungvoll gefasst, nur scheinbar leicht ausgedrückt Resignation, Stagnation durch die Lebendigkeit der Sprache, mein Eindruck beim Lesen.

Belebenden Maigruß,
ich hebe mal eine Wolke an...
Moja

 Ralf_Renkking antwortete darauf am 03.05.21:
Oh danke,

und apropos Wolke anheben, da wünsche ich Dir natürlich, dass Du nicht unter einer Pollen-, oder noch schlimmer, Chemikalienallergie leidest. 😂

Ciao, Frank
Zur Zeit online: