Schlimmer geht immer

Alltagsgedicht zum Thema Ironie

von  niemand




Er wollte nur gehen, jetzt liegt er und biegt

die Brille, zwecks besseren Sehens.

Fern flackert ein Rücklicht. Ein Mountainbike fliegt -

es fliegt fast vom Ort des Geschehens.


Der Fuß scheint geprellt, die Hacke glänzt rot.

Ist sowas ein Grund um zu jammern -

es gibt auf der Welt eine größere Not,

warum an solch kleine sich klammern?


Er sei doch, so denkt er, noch ziemlich gut dran -

drum dankt er dem Herrn, ungelogen,

dass ihm, mit der Luftpumpe, der Radel-Mann

nicht auch noch eins übergezogen!



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Kommentare zu diesem Text


 Agnete (23.04.22, 21:04)
ja, die Welt ist rüde und auch die Radfahrer oftmals. heute aber fuhr direkt vor unserer Tür am Kreisel ein Jaguar in eine Menschengruppe, die die Straße überwueren wollte. Eine junge Frau und ihre beiden Kinder sind schwer verletzt. Der Fahrer beging Fahrerflucht, wurde aber von einem Wagen verfolgt und ist gefasst. Er war betrunken.
Die Welt ist rüpde geworden, liebe irene und immer wieder stehen wir fassungslos vor der Verantwortungslosigkeit unsere Mitmenschen.
Wir hatten unseren hundespaziergang verschoben, weil ich so schlapp war. Hatten uns hingelegt und schreckten von einem zweimaligen Knallen auf. Da aber im Haus im Moment sehr viel Renovierungslärm ist, haben wir es ignoriert. Sonst wären wir vielleicht dran gewesen.
LG von Monika

 niemand meinte dazu am 24.04.22 um 10:55:
Diese Verrohung, liebe Monika, begegnet mir alltäglich. Traurig ist nur,dass grade Menschen, die man sogar entfernt als "Umweltschützer" betrachten könnte, dermaßen rücksichtslos mit anderen umgehen.Das mag vielen vielleicht nicht so auffallen, aber ich bin nur per Rad unterwegs, da merkt man schon wo es letztlich hingeht. Ich freue mich immer wenn mir das Gegenteil begegnet. Und nicht selten sind es dann noch die Menschen im Auto, die hin und wieder auch Rücksicht üben. Gestern waren es zwei Autofahrer, selbst einer im Sportwagen. Er musste nicht halten, aber tat es dennoch und dass obwohl ich keine 20 mehr bin ;) Gockeln scheidet also aus. Das war mal sozial und muss nun 30 Rüppel ausgleichen. Mit liebem Dank Dir und lieben Grüßen zurück, Irene

 plotzn (24.04.22, 10:05)
Es geht auf den gemeinsamen Fußgänger/Fahrrad-Wegen nicht anders zu als auf der Straße, liebe Irene. Es gibt immer ein paar rücksichtslose Raser, die ihre eigenen Bedürfnisse über die der anderen stellen und glauben, eine "eingebaute Vorfahrt" zu haben. Jeder Lansamere wird als störendes Hindernis gesehen. Die gebotene gegenseitige Rücksichtnahme liegt leider nicht allen.

Die pointierte Ironie der letzten Strophe bringt es auf den Punkt.

Liebe Grüße
Stefan

 niemand antwortete darauf am 24.04.22 um 10:56:
Da kann ich Dir nur zustimmen, lieber Stefan, leider.
Mit liebem Dank und lieben Grüßen zurück, Irene

 Teolein (24.04.22, 10:35)
Nun Irene,
Den "Dreikampf" Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer kann ich täglich beobachten.
Aber, wie im richtigen Leben, es gibt auch immer wieder nette, freundliche Zeitgenossen aus allen Bewegungsabteilungen, die sich entspannt und locker fortbewegen. Dein Gedichtchen, liebe Irene, beschreibt trotzdem köstlich regere Zusammentreffen. 
LG
Teo

 niemand schrieb daraufhin am 24.04.22 um 10:59:
Du wirst es kaum glauben, aber ich bin mehr auf die Radfahrer sauer.
Ich erwarte von keinem so etwas wie falsche Rücksicht, aber ein wenig soziales Verhalten wird man doch einfordern dürfen.
Mit liebem Dank Dir und lieben Grüßen zurück, Irene

 Teolein äußerte darauf am 24.04.22 um 11:11:
Ich stelle mitunter auch fest, dass einige Radfahrer Verkehrsregeln als Empfehlungen sehen, und sie je nach persönlichem Wohlbefinden eingehalten werden.
Ja, da bin ich ganz bei dir!
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