Knochenfeld

Gedicht zum Thema Zerstörung

von  Saira

Luft –
ein Messerchor.

Der Boden
ein Trommelfell der Welt.

Herzen
platzen wie überreife Früchte
im Stahlgewitter.

Die Erde frisst.
Frisst Zähne.
Frisst Hände.
Frisst die Namen aus den Helmen.

Zeit –
ein zerbrochener Spiegel,
in dessen Scherben
Sterne verbluten.

Der Tod trägt Feldgrau.
Er sammelt Augen ein
wie Patronenhülsen.

Schädel öffnen sich
zu schwarzen Blumen.
Gedanken flattern heraus,
verkohlt.

Im Rauch –
das Gesicht eines Kindes,
fortgeweht
wie Asche eines Briefes.

Ein letzter Laut.
Dann klappt der Horizont zu.

Stille –
gefrorenes Geschrei.

Das Feld liegt nackt.
Nur Frost
schreibt noch
an den Körpern weiter.

Und was er schreibt,
hat keinen Namen mehr.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 IngeWrobel (21.02.26, 17:40)
Starker Text! Das geht (mir) unter die Haut, macht betroffen und weckt Narben auf. 
Liebe Grüße von Inge
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