Die Gute

Alltagsgedicht zum Thema Ironie

von  niemand


Die Tina dünkt oft sich prinzessig -

vom geistigen Adel gern sein

möcht sie und serviert wortreich Essig.

Na, Hauptsache sie glaubt an Wein.


Man sieht förmlich wie sie erblühe,

wenn Fehler der andern sie checkt,

dabei hat, wer denkt, ohne Mühe,

darin Tinas eigne entdeckt.


Sie tritt permanent in Erscheinung,

wenn irgendwer irgendwas meint,

denn Tina ist Feind jeder Meinung,

die sich mit der ihren nicht eint.


Dann schreibt sie und zeilt ohne Ende,

mal ist es ein Meter, mal vier -

dabei stirbt die Hoffnung auf Wende,

denn Tina verharrt im Revier.


Ihr Lieblingswort ist der „Rassismus“ -

der muss in jedweden Text rein.

Und wer es nicht hören will, dies muss,

ein echter Faschist, meint sie, sein!


Das Größte an Tina ist Güte -

in diesem Punkt scheint sie auf Zack.

Ein andrer besitzt grad ne Tüte

davon, Tina hat einen Sack.


Was nützt einem jedoch solch Güte,

wenn diese nach außen nicht glänzt.

Drum wird ihre kostbare Blüte

durch Heiligenscheine ergänzt.


Die machen, dass Güte erleuchte -

den Schein auch die Weltkugel spürt.

Wer Güte bescheidener deuchte,

der hat sich bei Tina geirrt.



Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von Isensee, Tula und Saira.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Jack (01.04.26, 15:01)
Es lässt sich halt schwer feststellen, ob der mit Worten signalisierten Güte (virtue signaling) auch gute Taten folgen. 

In dubio pro Weltverbesserer, nicht pro Miesepeter, würde ich halt quasi sagen, hätte ich, sozusagen, fast gesagt.

 niemand meinte dazu am 01.04.26 um 15:08:
Ich sehe keine/n Weltverbesserer/in sonden nur eine Güte-Atrappe.
Maulhelden sind nicht selten. Gegen gute Taten ist rein gar nichts einzuwenden. Wir befinden uns immer noch in der virtuellen Welt.
Gute Taten sind still und nicht von großen Klappen abhängig.
Und vor allem in der Realität machbar, nicht in Scheinwelten.
LG niemand   

 Jack antwortete darauf am 01.04.26 um 15:19:
Dass gute Taten still sind, möchte ich eben bestreiten: ich habe eine sehr große Klappe, bin regelrecht ein sprichwörtliches Arschloch, was die Klappengrösse betrifft, und meiner guten Taten sind dennoch Legion.

 niemand schrieb daraufhin am 01.04.26 um 15:26:
Du darfst alles bestreiten, wenn es um Dich geht. Weil es mich letztlich nichts angeht, ob Du, wie Du sagst ein "Arschloch" bist, oder nicht. Du darfst auch Deine Taten loben etc. Tut ja keinem weh.
Da habe ich an ganz andere gedacht. Das führt jetzt aber zu weit.
Wir lassen uns also unsere persönliche Vorstellung von dem was man darf/möchte/sollte ...   8-)

 Teo äußerte darauf am 01.04.26 um 16:16:
Das nächste Bild zeigt Ton in Ton
Ne Hämorrhoiden- Ablation
Wer schaut da aus dem dunklen Schacht?
Der HTR, ach wie er lacht!

Es grüßt 
Teo
Zur Zeit online: