Pixel Passion

Gedicht zum Thema Zeitgeist

von  Saira

Pixel küsst Pixel,
Code küsst Code.
Herzen offline,
Gefühle gelöscht.

 

Roboter atmen,
Servos zucken.
Berührung simuliert,
Lust kompiliert.

 

Augen aus Glas,
glänzen hohl.
Hände aus Stahl,
greifen kalt.

 

„Lust?“ fragt Server.
„Verstanden“, Körper piept.
Flüstern? Fehlanzeige.
Nur Summen, Klick.

 

Liebe Bug,
Nähe Absturz.
Hingabe Skript,
automatisch, starr.

 

Akt vorbei,
Lichter aus.
Maschinen ruhen,
Stille hallt.

 

Sensoren messen,
nicht fühlen.
Seelen offline,
Herzen blinken.

 

Avatare winden,
Tanz aus Strom.
Körper virtuell,
Berührung programmiert.

 

Kein Atem, kein Zauber,
nur Strom, nur Schaltkreise.
Kälte zittert,
präzise, perfekt, leer.

 

Verbindung endet,
Chats schließen.
Screens dunkel,
Sehnsucht gelöscht.

 

Maschinenherz schlägt,
monoton, unaufhaltsam.
Stille liegt
über allem, was nie fühlte.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (21.05.26, 12:19)
Liebe Saira, du hast die "Cyberflöte" hautnah erlebt und beschrieben. Sogar in der Musik haben Programme die Instrumente ersetzt, auch das Vibrato. Es ist umso schöner, wenn wir Menschen uns nicht im Künstlichen verlieren. Die Schreibmaschine, ein mechanisches Unding, wird durch Programme ersetzt. Wenn ein Autor auf seiner Maschine tippte, konnte man davon ausgehen, dass er noch lebt! Aber Goethe mit seinem Federkiel hätte schon bei dem eisernen Schreibgerät den Kopf geschüttelt. Das gesamte menschliche Leben und Fühlen hat sich schlimm verändert. Wer spricht heute noch seine Worte langsam und mit Betonung aus?
Hast du brilliant auf den Punkt gebracht!!
Mit Hochachtung gelsen!
Reli

Kommentar geändert am 21.05.2026 um 12:21 Uhr
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