Im Spiegel des Weihers

Gedicht zum Thema Abendstimmung

von  Saira

Am Weiherrand

senkt sich der Abend
durch Zweige einer Trauerweide.

 

Zwischen Fingerhut
und hohen Gräsern
leuchten Ringelblumen
in Rot und Blau.

 

Sonnenstrahlen,
schon auf dem Weg zur Nacht,
fallen in schmalen Fächern
durch das Blattwerk

 

und zerlegen das Wasser
in glitzernde Mosaike.

 

Zwei Schwäne
ziehen lautlos vorüber,

 

hinterlassen Silber
auf der glatten Fläche.

 

Ein leichter Wind
bewegt die Wedel.

 

Unter dem Grün
ein schmaler Steg,

daneben ein Nachen,
regenbogenfarben,
schaukelnd
im Spiegel des Abends. 

 

Blaugrünes Uferlicht.

 

Purpur.

 

Ein Hauch von Violett
zwischen den letzten Wolken.

 

Und über allem

 

das leise Zusammenrücken
der Dämmerung,

 

als breite sie
ein Blätterdach aus,

 

unter dem selbst die Stille

 

noch Farben trägt.

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (22.06.26, 09:21)
Hallo Saira,
 woher du die stimmungsvollen lyrischen Gedanken herzauberst? Ein wunderschönes Stimmungsbild. Wer möchte das nicht einfangen?
Ein lieber Gruß in die Stille!
Reli

Kommentar geändert am 22.06.2026 um 09:22 Uhr

 EkkehartMittelberg (22.06.26, 10:49)
Hallo Sigi,

in unserer nüchternen Zeit sind Idyllen Seelennahrung.

Liebe Grüße
Ekki
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