Kleopatra

Gedicht zum Thema Mythisch

von  Saira

Sie trug

den Nil

nicht unter ihren Füßen.

Er floss

durch ihre Adern,

 

mit

Mondlicht,

Schlamm

und Erinnerung.

 

Wenn sie schwieg,

änderte

der Wind

seine Richtung.

Selbst 
die Wüste

hütete jedes Wort
von ihr.

 

Ihre Augen

waren

keine Sterne.

Sterne

sind fern.

Ihre Augen

waren

zwei ungeöffnete Nächte,

in denen

selbst die Zeit

vergaß,

Morgen

zu werden.

 

Sie lächelte,

und das Gold

an ihren Armen

erschien

wie der blasse Nachhall

einer Sonne,

die beschlossen hatte,

Mensch

zu sein.

 

Sie sprach,

als würde

Jasmin

lernen,

Feuer

zu atmen.

Jede Silbe

legte

eine unsichtbare Brücke

zwischen Sehnsucht

und Schicksal.

 

Ihre Gedanken

waren Falken,

denen

kein Horizont

genügte.

 

Der Sand

bewahrte

keine Schritte.

Er verwandelte sie

in Dünen,

damit die Wüste

eine Handschrift

besäße.

 

Sie küsste nicht.

Sie berührte

die verborgenen Kammern

der Zeit.

Wer

ihrem Schweigen

begegnete,

kehrte

nicht als derselbe

zurück.

 

Die Nacht

legte ihr Haar

über Alexandria.

Es roch

nach Myrrhe,

Salz

und Rosen.

 

Sie wusste,

Kronen

sind Ringe,

die das Schicksal

dem Stolz

anlegt.

Und dennoch

trug sie ihre

wie eine Flamme,

die sich weigerte,

Asche

zu werden.

 

Als der letzte Morgen

an ihre Tür trat,

kam er

als weißer Ibis,

dessen Flügel

aus Schweigen

gewebt waren.

 

Sie schloss

die Augen.

Nicht,

weil das Licht

erlosch.

Sondern,

weil sie

den Horizont

von innen

sehen wollte.

 

Seit jener Nacht

fließt

ihr Name

nicht mehr

durch die Geschichte.

 

Er fließt

durch den Nil.

Und manchmal

hebt der Mond

sein silbernes Gesicht,

als erkenne er

im Wasser

noch immer

jene Frau,

die nie

Ägypten beherrschte,

sondern

seine Seele

träumte.

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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