Der Vergänglichkeit getrotzt

Alltagsgedicht zum Thema Vergänglichkeit

von  EkkehartMittelberg

Ins Licht streckst du die windgegerbten Äste,
der Kälte trotzt du und dem scharfen Blitze,
hältst stand den Regenschauern und der Hitze,
Jahrhundertüberwinder als die beste.

Gespalten ist dein Stamm, zerfetzt die Krone,
geduldig fressen Käfer deine Kräfte,
doch noch sind nicht versiegt die Lebenssäfte,
Stehst kernig allen Feinden wie zum Hohne.

Bin ich schon längst zerfallen und vergangen
und werd in meinen Kindern weiter leben,
wird frisches Grün an deinen Ästen prangen.

Doch auch auf dich wird stets Vergängnis lauern,
wie sehr auch Dichter dich unsterblich weben,
ein neuer Schössling wird dich überdauern.



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Kommentare zu diesem Text


 Janna (18.08.26, 11:32)
Ich war vor einigen jahren Zuschauer, wie eine über 100 Jahre alte Linde gefällt wurde. Sie stand nicht mehr sicher, auch in Straßennähe. Mein Herz hat geblutet, denn ich hab sie 35 Jahre lang in jeder Jahreszeit bewundert, es war ein prachtvoller Baum. Und jedes jahr sprießen aus dem Stumpf neue, frische Triebe, die vom Gärtner wieder abgeschnitten werden, Jahr für Jahr. Sie hat noch nicht aufgegeben und wird es wahrscheinlich nie tun, solange sie noch Kraft hat. 
Liebe Grüße

Janna
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