Die Einschläge werden dichter

Gedankengedicht zum Thema Vergänglichkeit

von  EkkehartMittelberg

Deine Freundinnen und Freunde sterben.

Von Jahr zu Jahr werden die Verluste bedrückender.

Du konzentrierst dich auf die Überlebenden, um nicht depressiv zu werden.

Je älter man wird, umso schwieriger wird die Sinnfindung.

Du wirst zum Minimalisten

und schickst dich in das Werden und Vergehen.

Du verbietest dir, diesen Aspekt konsequent politisch zu bewerten, um nicht zum Zyniker zu werden.




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Kommentare zu diesem Text


 Graeculus (29.06.24, 15:26)
Das Hinsterben alter Freunde ist ein belastender Aspekt des Alters. Vom "freundlosen Alter" schreibt Sophokles.
Da ist es gut, daß uns diejenigen Freunde bleiben, die eh schon tot sind und in Büchern zu uns sprechen.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.06.24 um 20:12:
Merci, Graeculus, die Freunde, die aus Büchern sprechen, sind tatsächlich ein Trost, obwohl sie die lebendigen Freunde nicht ersetzen können.

 Gabyi (29.06.24, 15:34)
In Anbetracht der Weltalls sind die Einschläge marginal, finde ich. Kenne solche Gedanken von meinem Vater und von noch anderen auch. Und was spricht dagegen, Zyniker zu sein ? Ist auch nur eine zu respektierende Lebensform. Findet

Gabyi

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 29.06.24 um 20:19:
Danke, Gabyi, wenn  ein Freund stirbt, kann ich nicht ans Weltall denken.
Wachsender Zynismus ist ein Indiz des Alterns.

 AchterZwerg (29.06.24, 15:45)
Lieber Ekki,

sich in das Werden und Vergehen zu schicken,
ist ja nicht das Schlechteste.
Ganz besonders im Sommer nicht!

Blühende Grüße
Piccola

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 29.06.24 um 20:24:
Grazie Piccola, blühen wir, solange es geht. :)
Herzliche Grüße 
Ekki

 Quoth (29.06.24, 15:49)
Du verbietest dir, diesen Aspekt konsequent politisch zu bewerten, um nicht zum Zyniker zu werden.
Was käme dabei heraus, wenn Du Dir nicht verbötest, diesen Aspekt (des Werdens und Vergehens) politisch zu bewerten?

Deine barocken Einscchlläge gefallen mir gut!

 Graeculus äußerte darauf am 29.06.24 um 16:04:
Ach, ist das Absicht? Um den Wumms eines Einschlags zu artikulieren?

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 30.06.24 um 10:32:
Lieber Quoth,
Merci, mir
mir würden zum Beispiel für unsere Plutokratie noch einige andere wenig schmeichelhafte Bezeichnungen einfallen.

 Quoth meinte dazu am 30.06.24 um 10:57:
Sprich diese Bezeichnungen doch aus! Vielleicht entlastet es Dich und auch uns!

 Quoth meinte dazu am 30.06.24 um 10:57:
Sprich diese Bezeichnungen doch aus! Vielleicht entlastet es Dich und auch uns!

 harzgebirgler (29.06.24, 16:03)
lieber ekki,

tot ist der mensch nicht untot, was verderblich -
gestorben allerdings durchaus unsterblich
und vom vergehen künftighin befreit
das doch solang er lebt zum himmel schreit.


lg
henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 10:38:
Gracias, lieber Henning, ich möchte so gerne an deine Verheißung glauben.
Beste Grüsse

Ekki

 Saira (29.06.24, 16:58)
Lieber Ekki,

ich stelle es mir sehr traurig und schwer vor, im fortschreitenden Alter vermehrt den Tod geliebter Menschen verkraften zu müssen. Das dichte Sterben verdeutlicht uns unsere eigene Endlichkeit.

Die Nähe zu unseren Kindern und Enkelkindern hingegen lässt uns das Leben spüren und dafür lohnt es sich, jeden Tag so intensiv wie möglich zu leben.

Herzlichst
Sigi

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 10:44:
Vielen Dank, Sigi, das ist das Beste, was wir dem Vergehen entgegensetzen können.
Herzlichst
Ekki

 Didi.Costaire (29.06.24, 17:12)
Hallo Ekki,

ich denke, dein Wesen ist wesentlich optimistischer als diese Zeilen vermuten lassen.

Liebe Grüße, 
Dirk

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 10:47:
Grazie, Didi, du kennst mich gut.
Liebe Grüße 
Ekki

 AZU20 (29.06.24, 20:46)
Ja natürlich, Zyniker werde ich nie werden. LG

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 10:50:
Danke, Armin, so habe ich dich eingeschätzt.
LG
Ekki

 Teo (29.06.24, 20:56)
Ja Ekki,
du benennst die Zustände auf den Punkt.
Du schickst dich in das Werden und Vergehen. Was bleibt mir übrig.... 
Schönen Sonntag 
Teo

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 10:56:
Dich mit deinem Humor anmutig zu schicken  :)
Beste Grüße 
Ekki

 Pensionstarifklempner (30.06.24, 00:25)
Guten Tag. Lieber Herr Mittelberg, ja, ich erkenne die Lebenslage. Häufig steht in Gesprächen die Frage : Lebt der eigentlich noch ?
Im vorigen Jahr saß ich mit meinen Krebskamerade wochenlang in trauter Runde und schauten kollektiv dem Kollegen TOD in die Augen. Irre, das Krebskollektiv lebt immer noch. Und wir suchen alle die Dilemma dieser Welt. Jetzt werden wir das Magazin Dilemma herausgeben. 
Schönes Wochenende wünschte der alte Pensionstarifklempner

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 11:08:
Deine positive Nachricht freut mich sehr Petakle.
Beste Grüße 
Ekki

 Agnetia (30.06.24, 12:14)
leider hast du recht, Ekki. lG von Agnete

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 16:52:
Merci, Agnete, und deshalb ist diese Trauer resistent.
LG
Ekki

 Moja (30.06.24, 12:59)
Lieber Ekki, es ist ein schwieriger, langer Prozess zu akzeptieren, das Leben bedeutet, Verluste zu erfahren. Jeder muss alles zurücklassen. 
Solange man nicht schwer erkrankt (bettlägerig, fremder Hilfe "ausgeliefert"ist), besteht die Möglichkeit die Schönheit des Lebens wahrzunehmen, Freude zu empfinden mit allen Sinnen. Was sollten wir sonst tun zum Ende hin..., herzlichen Gruß, Moja  <3

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 16:59:
Grazie, Moja,
deine liebenswürdigen Zeilen tragen dazu bei  die Trauer zu dämpfen.
HERZLICHE GRÜßE 
Ekki

 Sekrotas (30.06.24, 14:25)
Wer zu seinem gelebten Leben Ja sagt, tut sich leichter beim Übergang ins Nichts.
Ernst Tugendhat

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.06.24 um 17:03:
Danke, Sekrotas, dem schließe ich mich gerne an.
LG
Ekki

 Augustus (30.06.24, 17:21)
Beinahe mit letztem Atemzug beendete der „große“ Goethe seinen Faust Teil II. 
Allerdings legte er den Grundstein dafür ja schon 40 Jahre zuvor. Ich glaube, das Streben nach großem Werk, nach Aufbau einer geistigen Welt darin, - auch in den letzten Jahren - ist eine sehr gute Medizin in der geistigen Welt die Lebendigkeit zu genießen. Wer sich nach draußen orientiert, findet ja - wie von Dir beschrieben - nichts als Verfall und Auflösung.

Kommentar geändert am 30.06.2024 um 17:21 Uhr

Kommentar geändert am 30.06.2024 um 17:21 Uhr

Kommentar geändert am 30.06.2024 um 17:23 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 01.07.24 um 09:55:
Danke, Augustus, für diesen sehr klugen Kommentar.

 RainerMScholz (19.07.24, 22:32)
Die eine Oma starb umsorgt im gepflegten Alter von 99, die andere im Himmelfahrtsaltersheim in bedrückender Enge und Verwahrlosung. Ist das mit politischer Bewertung gemeint, und sollte meine Tochter mich nicht besser in den Wald schieben, wie ich es mit ihr schon im Spaß vereinbart habe, wobei ich nicht gelacht habe.
Grüße,
R.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.07.24 um 11:13:
Hallo Rainer,
das ist ein Aspekt für politische Bewertung.
Meine Tochter würde solch einem Altersheim Druck ohne Ende machen.
LG
Ekki

 Regina (20.07.24, 11:33)
So wie wir nach und nach in dieses Leben hineingeboren wurden, wie eine Welle, so ebbt sie auch ab. Das ist eine Tatsache, derer man sich erst im Alter bewusst wird. Mit den Verstorbenen kann man sprachlich nicht mehr kommunizieren. 
Solange aber jemand an den Verstorbenen noch denkt, ist sein Geist noch da und der Einfluss, den er auf andere in seiner Rolle hatte.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 20.07.24 um 16:49:
Merci, Gina, so ist es, Verstorbene leben in unseren Gedanken und Gefrühlen weiter.
LG
Ekki
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