Rätselhaft
Text
von blauefrau
Anmerkung von blauefrau:
Zu dem Bild Why should that mean it´s not real? von Philipp Kummer aus der Ausstellung "Verborgene Räume" 2026
Kommentare zu diesem Text
Der Text soll rätselhaft sein. Das ist gelungen.
Rätselhaft, in der Tat. Einfach alles, angefangen beim dem „Areal“, über die „Gesichter“ und Personen bis hin zur erzählenden Instanz selbst. Und erst mit ihrem Outing:
„Ich bin Gaia, die Erdenmutter.“
kommt ein wenig Licht ins Dunkle. Eben diese Feststellung scheint der Erzählperson eine gewisse Leuchtkraft zu geben, denn weitere derartige Erklärungen im Erzählstil sucht man - neben der Beschreibung des Mönches - auf dem das zentrale Interesse der Erzählperson liegt, vergebens; ja, bis auf wenige Ausnahmen. Der Text punktet also mit dem was er titelgebend verspricht und behält diese Aura bis zum Schluss bei. Doch eins nach dem anderen:
Ein Mysteriöser mit grünem Daumen und die Erdmutter selbst also. Ich darf ferner davon ausgehen, dass die Erdmutter nicht gleichgültig den Fähigkeiten des Mannes gegenübersteht und sich gewissermaßen daran erfreut, passiv und staunend und überrascht. Dies aber dezent, fast hinter vorgehaltener Hand, als schütze man sich vor Irrsinn und wandele auf einem schmalen Grat.
Das naturwissenschaftliche Bild der Gaia wird im Text durch die „Tabellen“ angedeutet und lässt so etwas Menschliches oder Metaphysisches erkennen, die Gaia arbeitet also wie es ein menschenähnlicher Gott oder eine vergleichbare höhere Entität wohl täte. Dieses scheinbare ´Detail´ des Textes wird mir im Folgenden wichtig, wenn ich als Leser die Motivation oder Gefühlslage zu ergründen suche mit der ja nun folgendes passiert:
Ohne Reue verleibt sich die Erdmutter den mysteriösen Mann schließlich ein und bleibt gleichgültig ob dem Geleisteten der Person und auch standhaft getreu dem Motto: ´sollen es andere eben machen.´
Klappe zu, Affe tot?
Deutung: Ein Bild, das dem Leser vielschichtiges mitteilt. Zum einen vielleicht, dass die Erde keinen Zauber und keine größere Himmelsbotschaft kennt, sondern sich mit Dingen begnügt, die ihr nahe liegen und die in ihre Konzeption (Tabellen) passen.
Zum anderen ist es die Einverleibung der Natur, die sich alles zu eigen macht, was ihr vor die staunenden wie argwöhnischen Blicke kommt, und auch eine Natur, die weder mosert noch Freudensprünge vollzieht, egal ob nun Atombrennstäbe verrotten müssten oder Wälder natürlich vor sich hinwachsen könnten. Die Erdmutter bleibt also eine Mutter der Wesen, eingebunden nicht passiv und nicht eine urlaubmachende Gafferin höherer Mächte.
Man kann auch sagen: es gibt in der Welt eine feste Rollen (Mutter, Menschen)- und Systemverteilung (Wissenschaft), hier solle ohne größeren Zinnober gelebt werden und wer sich unbedingt aufdrängt mit absonderlichen Verhalten wird in das System überführt (einverleibt); die Erde wird nicht als paradiesische Illusion weniger gesehen, sondern als die Tatsache vieler.
Danke für Text und Grüße, Sascha
„Ich bin Gaia, die Erdenmutter.“
kommt ein wenig Licht ins Dunkle. Eben diese Feststellung scheint der Erzählperson eine gewisse Leuchtkraft zu geben, denn weitere derartige Erklärungen im Erzählstil sucht man - neben der Beschreibung des Mönches - auf dem das zentrale Interesse der Erzählperson liegt, vergebens; ja, bis auf wenige Ausnahmen. Der Text punktet also mit dem was er titelgebend verspricht und behält diese Aura bis zum Schluss bei. Doch eins nach dem anderen:
Ein Mysteriöser mit grünem Daumen und die Erdmutter selbst also. Ich darf ferner davon ausgehen, dass die Erdmutter nicht gleichgültig den Fähigkeiten des Mannes gegenübersteht und sich gewissermaßen daran erfreut, passiv und staunend und überrascht. Dies aber dezent, fast hinter vorgehaltener Hand, als schütze man sich vor Irrsinn und wandele auf einem schmalen Grat.
Das naturwissenschaftliche Bild der Gaia wird im Text durch die „Tabellen“ angedeutet und lässt so etwas Menschliches oder Metaphysisches erkennen, die Gaia arbeitet also wie es ein menschenähnlicher Gott oder eine vergleichbare höhere Entität wohl täte. Dieses scheinbare ´Detail´ des Textes wird mir im Folgenden wichtig, wenn ich als Leser die Motivation oder Gefühlslage zu ergründen suche mit der ja nun folgendes passiert:
Ohne Reue verleibt sich die Erdmutter den mysteriösen Mann schließlich ein und bleibt gleichgültig ob dem Geleisteten der Person und auch standhaft getreu dem Motto: ´sollen es andere eben machen.´
Klappe zu, Affe tot?
Deutung: Ein Bild, das dem Leser vielschichtiges mitteilt. Zum einen vielleicht, dass die Erde keinen Zauber und keine größere Himmelsbotschaft kennt, sondern sich mit Dingen begnügt, die ihr nahe liegen und die in ihre Konzeption (Tabellen) passen.
Zum anderen ist es die Einverleibung der Natur, die sich alles zu eigen macht, was ihr vor die staunenden wie argwöhnischen Blicke kommt, und auch eine Natur, die weder mosert noch Freudensprünge vollzieht, egal ob nun Atombrennstäbe verrotten müssten oder Wälder natürlich vor sich hinwachsen könnten. Die Erdmutter bleibt also eine Mutter der Wesen, eingebunden nicht passiv und nicht eine urlaubmachende Gafferin höherer Mächte.
Man kann auch sagen: es gibt in der Welt eine feste Rollen (Mutter, Menschen)- und Systemverteilung (Wissenschaft), hier solle ohne größeren Zinnober gelebt werden und wer sich unbedingt aufdrängt mit absonderlichen Verhalten wird in das System überführt (einverleibt); die Erde wird nicht als paradiesische Illusion weniger gesehen, sondern als die Tatsache vieler.
Danke für Text und Grüße, Sascha
Vielen lieben Dank, Sascha, für deinen ausführlichen Kommentar. Ich gehe nicht unbedingt davon aus, dass jemand meine Texte kommentiert, daher bin ich erstaunt über deine Worte. Ohne dass du es wusstest, äußerst du dich zu meiner Sichtweise eines Bilds von Philipp Kummer, das in einer Ausstellung zum Thema "Verborgene Räume" in Reutlingen hängt.
Danke für deinen Komm und bunte Grüße blauefrau
Danke für deinen Komm und bunte Grüße blauefrau