Ankunft in Bremen

Erzählung zum Thema Glaube

von  Bluebird

Illustration zum Text
(von Bluebird)
Einige Tage später beendete ich meinen Kurzurlaub bei Hubert und fuhr  mit dem Zug nach Bremen. Hier sollte ich - so der Plan - die nächsten fünfzehn Monate zubringen. Erst drei Monate ein Gemeindepraktikum in der dortigen Pfingstgemeinde ableisten, und dann noch einmal ein Jahr im dortigen christlichen Sozialwerk mitarbeiten.     
    Schon einige Minuten vor dem Einlaufen in den Hauptbahnhof hielt ich es nicht mehr auf meinem Sitz aus. Ich schnappte mir meinen Koffer und ging bis zur nächsten Zugtüre vor. Was würde mich hier in dieser Stadt erwarten? Neugierig forschend blickte ich auf die vorbeirauschenden Häuserfassaden.
    Der erste Eindruck war nicht schlecht, aber auch wenig aufschlussreich. Nichts was mich jetzt direkt für oder gegen die Stadt eingenommen hätte. Der Zug begann nun seine Fahrt zu verlangsamen, ich konnte nun auch kurz in eine Straße hinein blicken. Eine junge Frau mit einem Kind an der Hand ging auf einem Bürgersteig. Dann hörte ich die Durchsage: "Nächster Halt ... Bremen Hauptbahnhof!"

Ich fuhr direkt zur Pfingstgemeinde und wurde dort von dem Hausmeister in eine Besucher-Wohnung einquartiert. Als ich wenig später die Fenster öffnete, wunderte ich mich über den Lärm, der von der anderen Weserseite herüberdrang. Was ist denn da los? fragte ich mich verwundert. Die Antwort erhielt ich kurz danach aus dem Fernsehen: Werder Bremen war - mit Otto Rehhagel als Trainer-  deutscher Fußballmeister geworden und  wurde auf dem Rathausvorplatz frenetisch von den Fans gefeiert.
  Wie seltsam, dachte ich, dass ich ausgerechnet an einem solchen Freudentag hier angekommen bin. War das vielleicht ein gutes Vorzeichen? Ich schaltete den Fernseher aus, und saß danach eine ganze Weile am offenen Fenster, gedankenverloren der jubelnden Stadt lauschend


Anmerkung von Bluebird:

Bremen 1988

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