Was darunter lag

Gedicht zum Thema Erkenntnis

von  Saira

 

Zwischen uns
ein leiser Gleichklang,
der aufhörte,
ohne sich zu verabschieden.

 

Es sprach nicht,
und doch schien es zu antworten.
Es wärmte –
wie etwas, das man nicht prüft.

 

Dann –
kein Bruch, kein Laut,
nur ein leises Verrücken der Wirklichkeit,
als hätte jemand den Atem zurückgenommen.

 

Was blieb,
war nicht Leere,
sondern Klarheit in dünner Schicht –
kühl genug, um zu bleiben.

 

Vielleicht war es nie mehr,
nur getragen von dem weichen Versprechen
einer Nähe,
die nichts verlangte.

 

Und darunter,
fein gezogen wie eine Linie im Sand:
Absicht.
Still.
Geduldig.

 

Nun stehe ich weiter entfernt,
nicht gerettet, nicht verloren –
wo Wärme und Berechnung
dieselbe Handschrift trugen.



 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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Kommentare zu diesem Text


 EVdR (27.03.26, 01:11)
Ein stiller, feiner Text, der mehr zeigt, als es sagt.  
Die Schichten darunter – 
das Verrücken, die Klarheit, die leise Absicht – 
öffnen genau jene Räume, in denen man das Eigentliche spürt.  

Solche Texte wirken nach, 
weil sie nicht erklären, sondern freilegen.
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