Die Sprache

Kurzgedicht zum Thema Ironie

von  niemand



Lahmes Vogeltier

- einst Adler -

nunmehr Sittich

was brach ihm nur den Fittich


Wer einst

des Vogels Flüge sah

gedenkt der hohen Kreise


Nun sitzt im Käfig

- Boden nah -

ein Schwingen armer Vogel da

und träumt von freier Reise


Sogar sein Schnabel

wirkt gestutzt -

welch Wunder

dass er sich noch putzt




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Kommentare zu diesem Text

Teo (73)
(18.05.26, 17:09)
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 niemand meinte dazu am 19.05.26 um 09:25:
Ja, kann man so sehen, Teo      ;)
Mit liebem Dank und Gruß zurück, Irene

 AnneSeltmann (19.05.26, 07:30)
Guten Morgen!

Ich verstehe dein Gedicht so...

Ein sehr trauriges und starkes Bild für einen Menschen, der einmal voller Kraft, Freiheit und Würde war und irgendwann „kleingemacht“ wurde – durch das Leben, durch andere oder vielleicht auch durch Enttäuschungen. Besonders berührend finde ich den Gegensatz zwischen dem einstigen Adler und dem heutigen, bodennahen Käfigvogel.

Die Zeilen wirken still und bitter zugleich. Und gerade die letzten Verse treffen tief: Dass selbst der Schnabel „gestutzt“ scheint und es schon fast erstaunlich wirkt, dass der Vogel sich überhaupt noch putzt, zeigt, wie sehr Lebenskraft verloren gegangen ist – und dass dennoch ein kleiner Rest Würde geblieben ist. Ein melancholisches Gedicht voller starker Bilder.


Ich hoffe, ich liege richtig!  :D

Liebe Grüße

Anne

 niemand antwortete darauf am 19.05.26 um 09:27:
Du liegst nicht nur gut, sondern sehr gut, liebe Anne. Ich sagte es schon einmal. glaube ich, dass Du eine sehr gute Kommentarotin bist.
Das ist nicht jedem gegeben.  Mit liebem Dank und Grüßen zurück,
Irene   ;)
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