Eine Sehnsucht,
süß wie verbotener Hauch,
erwacht im ersten Klang.
Ein Tangopaar
tritt aus dem Schatten.
Die Nacht
hält den Atem an.
Ein Blick.
Ein Zögern.
Ein Versprechen.
Hände finden sich.
Feuer wandert
lautlos unter die Haut.
Der erste Schritt
kennt nur die Umkehr.
Der nächste
führt mitten ins Verlangen.
Jede Drehung
raubt den Atem,
jede Pause
nährt die Glut.
Zwischen ihren Körpern
bleibt kaum mehr
als der Rhythmus,
der sie trennt
und zugleich vereint.
Er führt.
Sie antwortet.
Ein Herzschlag.
Ein Puls.
Ein glühendes Schweigen.
Zwischen den Takten
zittert die Stille.
Jede Annäherung
kostet Beherrschung,
jede Berührung
weckt namenloses Sehnen.
Ihre Körper
zeichnen Kreise
aus Wärme und Hingabe.
Ein flüchtiges Streifen
über die Haut,
ein verweilender Blick …
und die Nacht
trägt ihr lautloses Verlangen.
Aus jedem Schritt
steigt Glut.
Mit jeder Drehung
wächst ein Feuer,
das keine Flamme braucht.
Sie verbrennen
im Schweigen des Tangos,
ohne zu vergehen –
zwei Flammen,
die lichterloh
im selben Takt tanzen.
Die Welt
versinkt im Dunkel.
Es bleiben
Duft,
Wärme,
das leise Beben
einer einzigen Sehnsucht.
Zug um Zug
fällt alles,
was zwischen ihnen stand –
Zeit,
jede Distanz.
Als der letzte Ton verklingt,
tanzt die Sehnsucht weiter.
Rückwärts.
Immer tiefer
ins Feuer des anderen.
©Sigrun Al-Badri/ 2026
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