Die Menschen, die Sonnenaufgänge erschossen
Satire zum Thema Missgunst
von Saira
Kommentare zu diesem Text
Hallo Sigi,
Menschen, die Sonnenaufgänge erschossen, fühlen sich gleich angegriffen. Sie sind zu bedauern in ihrer Bescheidenheit, ein großes Lob einfach stehen zu lassen.
Empathische Grüße
Ekki
Menschen, die Sonnenaufgänge erschossen, fühlen sich gleich angegriffen. Sie sind zu bedauern in ihrer Bescheidenheit, ein großes Lob einfach stehen zu lassen.
Empathische Grüße
Ekki
Lieber Ekki,
ich danke dir.
Mich fasziniert seit Langem ein seltsames Paradox:
Manche Menschen erklären jemanden jahrelang für bedeutungslos und widmen ihm gleichzeitig einen erstaunlich großen Teil ihrer Lebenszeit.
Das ist unfreiwillige Anerkennung, die mich amüsiert.
Neid ist die einzige Leidenschaft, die den Blick dauerhaft nach außen richtet. Sie sieht jede Blüte im Garten des Nachbarn. Nur den eigenen Boden vergisst sie.
Das ist für mich eine zweite Art der Armut.
Herzliche Grüße
Sigi
ich danke dir.
Mich fasziniert seit Langem ein seltsames Paradox:
Manche Menschen erklären jemanden jahrelang für bedeutungslos und widmen ihm gleichzeitig einen erstaunlich großen Teil ihrer Lebenszeit.
Das ist unfreiwillige Anerkennung, die mich amüsiert.
Neid ist die einzige Leidenschaft, die den Blick dauerhaft nach außen richtet. Sie sieht jede Blüte im Garten des Nachbarn. Nur den eigenen Boden vergisst sie.
Das ist für mich eine zweite Art der Armut.
Herzliche Grüße
Sigi
Zum Thema feiert Milan Kundera in seinem Roman Das Fest der Bedeutungslosigkeit die Bedeutungslosigkeit geradezu als den Schlüssel zur Leichtigkeit. Er argumentiert, dass die Erkenntnis unserer Unbedeutendheit uns von dem Zwang befreit, immer wichtig oder erfolgreich sein zu müssen.
Das dazu! ;)
Das dazu! ;)
Hallo liebe Sigrun!
Ich habe den Text mit großem Interesse gelesen und musste zwischendurch mehr als einmal schmunzeln, obwohl zwischen den Zeilen viel Ernst mitschwingt. Mich hat vor allem beeindruckt, wie konsequent du die Idee dieses „Instituts“ bis zum Schluss durchträgst. Die Mischung aus Satire, Ironie und poetischen Bildern ist dir wirklich gelungen.
Besonders gefallen hat mir, dass du den Leser nicht belehrst, sondern ihn mit deinen Bildern selbst denken lässt. Genau das macht den Text für mich so wirkungsvoll. Und der Gedanke, dass Neid am Ende mehr über den Neidischen erzählt als über denjenigen, gegen den er sich richtet, hallt lange nach.
Der Schlusssatz ist für mich das i-Tüpfelchen: „Wer nur vom Licht anderer lebt, stirbt irgendwann an der eigenen Dunkelheit.“ Ein starkes Bild, das den ganzen Text noch einmal auf den Punkt bringt.
Unabhängig vom Hintergrund ist das für mich eine sehr klug aufgebaute, sprachlich starke Satire, die zeigt, wie viel Kraft gute Literatur entfalten kann, wenn sie nicht laut werden muss. Ich habe sie sehr gern gelesen!!!
Liebe Grüße
Anne
Ich habe den Text mit großem Interesse gelesen und musste zwischendurch mehr als einmal schmunzeln, obwohl zwischen den Zeilen viel Ernst mitschwingt. Mich hat vor allem beeindruckt, wie konsequent du die Idee dieses „Instituts“ bis zum Schluss durchträgst. Die Mischung aus Satire, Ironie und poetischen Bildern ist dir wirklich gelungen.
Besonders gefallen hat mir, dass du den Leser nicht belehrst, sondern ihn mit deinen Bildern selbst denken lässt. Genau das macht den Text für mich so wirkungsvoll. Und der Gedanke, dass Neid am Ende mehr über den Neidischen erzählt als über denjenigen, gegen den er sich richtet, hallt lange nach.
Der Schlusssatz ist für mich das i-Tüpfelchen: „Wer nur vom Licht anderer lebt, stirbt irgendwann an der eigenen Dunkelheit.“ Ein starkes Bild, das den ganzen Text noch einmal auf den Punkt bringt.
Unabhängig vom Hintergrund ist das für mich eine sehr klug aufgebaute, sprachlich starke Satire, die zeigt, wie viel Kraft gute Literatur entfalten kann, wenn sie nicht laut werden muss. Ich habe sie sehr gern gelesen!!!
Liebe Grüße
Anne
Liebe Anne,
du bemerkst zutreffend, dass die Urheberin dieses Textes mit literarischen Mitteln
einen Denkprozess in Gang setzt. Das ist eine schöne Eigenschaft und gehört in den Bereich der Poesie. Ich gehöre der beuysianischen Denkrichtung an und benenne die Hintergründe
aus Sicht der Problemlösung oder übergehe diesen Misstand, weil ich ihn für bedeutungslos erachte. Nichtsdesdotrotz sehe ich in Deinem Kommentar Ansätze, wie man den Missstand literarisch aufarbeiet.
Herzliche Grüße! Hartmut
du bemerkst zutreffend, dass die Urheberin dieses Textes mit literarischen Mitteln
einen Denkprozess in Gang setzt. Das ist eine schöne Eigenschaft und gehört in den Bereich der Poesie. Ich gehöre der beuysianischen Denkrichtung an und benenne die Hintergründe
aus Sicht der Problemlösung oder übergehe diesen Misstand, weil ich ihn für bedeutungslos erachte. Nichtsdesdotrotz sehe ich in Deinem Kommentar Ansätze, wie man den Missstand literarisch aufarbeiet.
Herzliche Grüße! Hartmut
Antwort geändert am 01.07.2026 um 18:06 Uhr
Antwort geändert am 01.07.2026 um 18:10 Uhr
@Anne
Liebe Anne,
ich danke dir ganz herzlich.
Besonders gefreut hat mich dein Satz, dass der Text den Leser nicht belehren, sondern zum eigenen Denken einladen soll.
Genau das wünsche ich mir beim Schreiben. Literatur verliert für mich in dem Moment ihre Kraft, in dem sie Antworten verteilt wie Flugblätter. Ich glaube vielmehr an Bilder. Sie gehen einen Umweg, und gerade deshalb gelangen sie oft näher an das, was uns bewegt.
Die Figuren des "Instituts" halten sich für Beobachter.
Tatsächlich aber haben sie längst aufgehört zu leben. Sie existieren nur noch im Schatten dessen, was sie bekämpfen.
Vielen Dank für deine kluge und aufmerksame Rückmeldung.
Herzliche Grüße
Sigrun
@Reli
Lieber Reli,
ich erlaube mir, dir meine Gedanken, die du hinsichtlich Annes Kommentar geäußert hast, mitzuteilen.
Du hast recht: Das eigentliche Institut ist letztlich bedeutungslos. Es könnte morgen verschwinden, ohne dass dadurch ein einziges Gedicht weniger geschrieben würde.
Und darin liegt die Ironie.
Neid hält sich selbst oft für den Mittelpunkt der Welt. In Wahrheit spielt er in der Geschichte der Kunst fast nie die Hauptrolle. Er ist meist nur eine Randnotiz. Die Werke bleiben. Die Missgunst altert sehr viel schneller als die Literatur. Neid hinterlässt Spuren. Nicht auf den Werken der Beneideten, sondern im Wesen und in den Gesichtern derer, die ihr zu lange Raum geben.
Dass Menschen ein Forum verlassen haben, weil sie den Umgangston nicht mehr ertragen konnten, empfinde ich ebenfalls als traurig. Denn Literatur sollte Räume öffnen und nicht verengen.
Herzlichst Grüße
Saira
Liebe Anne,
ich danke dir ganz herzlich.
Besonders gefreut hat mich dein Satz, dass der Text den Leser nicht belehren, sondern zum eigenen Denken einladen soll.
Genau das wünsche ich mir beim Schreiben. Literatur verliert für mich in dem Moment ihre Kraft, in dem sie Antworten verteilt wie Flugblätter. Ich glaube vielmehr an Bilder. Sie gehen einen Umweg, und gerade deshalb gelangen sie oft näher an das, was uns bewegt.
Die Figuren des "Instituts" halten sich für Beobachter.
Tatsächlich aber haben sie längst aufgehört zu leben. Sie existieren nur noch im Schatten dessen, was sie bekämpfen.
Vielen Dank für deine kluge und aufmerksame Rückmeldung.
Herzliche Grüße
Sigrun
@Reli
Lieber Reli,
ich erlaube mir, dir meine Gedanken, die du hinsichtlich Annes Kommentar geäußert hast, mitzuteilen.
Du hast recht: Das eigentliche Institut ist letztlich bedeutungslos. Es könnte morgen verschwinden, ohne dass dadurch ein einziges Gedicht weniger geschrieben würde.
Und darin liegt die Ironie.
Neid hält sich selbst oft für den Mittelpunkt der Welt. In Wahrheit spielt er in der Geschichte der Kunst fast nie die Hauptrolle. Er ist meist nur eine Randnotiz. Die Werke bleiben. Die Missgunst altert sehr viel schneller als die Literatur. Neid hinterlässt Spuren. Nicht auf den Werken der Beneideten, sondern im Wesen und in den Gesichtern derer, die ihr zu lange Raum geben.
Dass Menschen ein Forum verlassen haben, weil sie den Umgangston nicht mehr ertragen konnten, empfinde ich ebenfalls als traurig. Denn Literatur sollte Räume öffnen und nicht verengen.
Herzlichst Grüße
Saira
Hallo, Saira,
das Institut zur "Bekäpfung Spontanerr Inspiration"
ist m,.E. völlig bedeutungslos. Jeder kann sich an fünf Fingern einer Hand abzählen,, was damit gemeint ist.
Es ist trotzdem bedeutungslos. Auf der anderen Seite bemühen sich ein oder zwei "Hände voll" Protagonisten Prosa und /oder Lyrik auf ein Podest zu stellen, so dass Unbedarfte sagen können, "Wow, das berührt mich". Wiederum andere neiden die Anerkennung durch vergebene Sterne. Da trennt sich die Spreu vom Weizen . KV hat sich nicht selbst disqualifiziert. Wichtige Poeten mit scharfem Verstand sind ausgetreten, weil sie gemoppt wurden.. Das ist eine Schande.
EIN LIEBER GRUß! Reli
das Institut zur "Bekäpfung Spontanerr Inspiration"
ist m,.E. völlig bedeutungslos. Jeder kann sich an fünf Fingern einer Hand abzählen,, was damit gemeint ist.
Es ist trotzdem bedeutungslos. Auf der anderen Seite bemühen sich ein oder zwei "Hände voll" Protagonisten Prosa und /oder Lyrik auf ein Podest zu stellen, so dass Unbedarfte sagen können, "Wow, das berührt mich". Wiederum andere neiden die Anerkennung durch vergebene Sterne. Da trennt sich die Spreu vom Weizen . KV hat sich nicht selbst disqualifiziert. Wichtige Poeten mit scharfem Verstand sind ausgetreten, weil sie gemoppt wurden.. Das ist eine Schande.
EIN LIEBER GRUß! Reli
Kommentar geändert am 01.07.2026 um 18:08 Uhr
Kommentar geändert am 01.07.2026 um 18:13 Uhr
Lieber Reli,
ja, dieses Institut mit der Direktorin sind tatsächlich bedeutungslos.
Sie leben ausschließlich von der Beschäftigung mit anderen. Ihre Gedanken kreisen nicht um das, was sie erschaffen möchten, sondern um das, was sie verhindern wollen.
Genau darin liegt wohl die größte Tragik des Neides. Er hält sich für eine schöpferische Kraft, obwohl er nichts erschafft. Er hält sich für überlegen, während er sich vollständig vom Leben anderer abhängig macht. Gäbe es niemanden mehr, den man beneiden, verdächtigen oder herabsetzen könnte, bliebe von diesem Institut nur gähnende Leere.
Mich hat beim Schreiben genau dieser Widerspruch interessiert.
Literatur entsteht aus Freiheit. Mobbing entsteht aus Fixierung. Das eine öffnet Fenster, das andere zieht die Vorhänge zu.
Genau deshalb halte ich zu diesem "Institut" und zu dieser Haltung bewusst Abstand. Die Satire war meine literarische Auseinandersetzung damit – nicht mehr und nicht weniger. Mehr Bedeutung messe ich diesem Kreis nicht bei. Meine Zeit und meine Freude gehören dem Schreiben, den Menschen, die Literatur lieben, und den Geschichten, die noch darauf warten, geschrieben zu werden.
Herzliche Grüße
Saira
ja, dieses Institut mit der Direktorin sind tatsächlich bedeutungslos.
Sie leben ausschließlich von der Beschäftigung mit anderen. Ihre Gedanken kreisen nicht um das, was sie erschaffen möchten, sondern um das, was sie verhindern wollen.
Genau darin liegt wohl die größte Tragik des Neides. Er hält sich für eine schöpferische Kraft, obwohl er nichts erschafft. Er hält sich für überlegen, während er sich vollständig vom Leben anderer abhängig macht. Gäbe es niemanden mehr, den man beneiden, verdächtigen oder herabsetzen könnte, bliebe von diesem Institut nur gähnende Leere.
Mich hat beim Schreiben genau dieser Widerspruch interessiert.
Literatur entsteht aus Freiheit. Mobbing entsteht aus Fixierung. Das eine öffnet Fenster, das andere zieht die Vorhänge zu.
Genau deshalb halte ich zu diesem "Institut" und zu dieser Haltung bewusst Abstand. Die Satire war meine literarische Auseinandersetzung damit – nicht mehr und nicht weniger. Mehr Bedeutung messe ich diesem Kreis nicht bei. Meine Zeit und meine Freude gehören dem Schreiben, den Menschen, die Literatur lieben, und den Geschichten, die noch darauf warten, geschrieben zu werden.
Herzliche Grüße
Saira
Immerhin muss ich der Direktorin zugute halten, dass sie sich in geradezu prophetischer Schau den passenden Spitz(!)namen gewählt hat.
Liebe Saira,
selbst die Rhein-Metall-Aktien sind gefallen - dass gibt und neue Hoffnung auf ein friedlicheres Leben im zitronensauren Alltag.
Oder nicht?
selbst die Rhein-Metall-Aktien sind gefallen - dass gibt und neue Hoffnung auf ein friedlicheres Leben im zitronensauren Alltag.
Oder nicht?
Der Markt schwankt, Achter. Die Deutung schwankt stärker. „Nobody“ bleibt außen vor.
Ebenso wie die erste eine ganz wunderbare Collage.
Die Perlenkette mit dem Fragezeichen ist der Hammer!!!
:D
Die Perlenkette mit dem Fragezeichen ist der Hammer!!!
:D

nicht wahr?
Manche Menschen erklären jemanden jahrelang für bedeutungslos und widmen ihm gleichzeitig einen erstaunlich großen Teil ihrer Lebenszeit.
Das ist ein klassischer Kategorienfehler: Satire ist keine Aufwertung.
Ach, eine Satire soll das sein? Für mich ist es ein allegorisches Gedicht auf Andersdenkende.