„……. Aber darauf kommt es kurz vor dem Sinken ja auch nicht mehr an“.
Schlußsatz von „Rattenfänger“ von Citronella
Worauf kommt es kurz vor dem Sinken an?
Meine tibetischen Lehrer antworten darauf einhellig, daß der letzte Gedanke im Leben eines Menschen der Wichtigste sei. Weil danach das Gehirn nicht mehr zur Verfügung steht und dieser letzte Gedanke die Richtung vorgibt, wie du durch die Zwischenwelt zwischen Leben und Tod kommst. Ist der Tod eingetreten, bzw. das Leben geendet, wird das Bewußtsein in den meisten Fällen durch den Schock ohnmächtig. Einige – im wahrsten Wortsinn - allerdings nicht. Aus der Vergangenheit wissen sie, daß nun die Kraft des im Leben Verdrängten als Projektionen dem Verstorbenen erscheint, dem aber der Zugang zum Gehirn genommen ist und er die erscheinenden Projektionen für wirklich halten muß, sowie bedrohlich, da er sie ja seinerzeit verdrängt hatte und jetzt fordern sie den Lohn fürs geraubte Leben, oder … -und dann drohen sie, etc pp. Und um es kurz zu machen: wenn man das Sterben nicht frühzeitig im Leben lernt, wird der Abschied vom Liebsten auch schmerzhafter das Herz zerreißen, während wer auch nur leiseste Anstalten in die eigene Lage, also die einzelnen Ebenen der Zwischenwelt erblickt, wird bald aus dem Wald des Unbewußten zurückgerufen und trifft dort immer wieder auf altbekannte Herausforderungen, nur er weiß es bewußt, weiß was Kreislauf bedeutet – die Welten kommen und gehen und auf und ab der Verstorbene muß fliehen vor den Verfolger und findet karmagemäß einen Schoß, eine Henne und holderdiebolder … Was tun, - vielleicht ein deutsches Mantra. Tun wir Gutes, seien wir sozial …?
Frohe Gedanken beim Tod sind wohl wie ein Sechser im Lotto inzwischen.
Der Daseins-Fluß fließt solange, bis alles Feste gelöst ist, und alles Gefangene frei. Das gilt für Mensch und Ratte gleichermaßen. Ein paar Minuten bewußt sterben und verabschieden, ein paar Minuten bewußt leben und willkommen heißen, das wäre ein Gewinn für die Lebenden und die Toten,- einatmen, ausatmen, entspannen.