„Ich trinke um zu vergessen und ich vergesse um zu trinken“ (?). Wie ich diesen Spruch mit dem Buch Der kleine Prinz in Verbindung bringe ist fraglich, es mag vielleicht eine Halbwahrheit sein, denn ich kann mich nicht mehr ganz an die besagte Sentenz erinnern, es ist gewissermaßen der bekanntlich Mut zur Lücke.
In mehrfacher Hinsicht passt das Vorangegangene zu meinem bisherigen Tag. Ich ging in ein Café oder eine Bar oder Tabbaccheria - wie auch immer – als mir ein besonderes Etikett an einer Bierflasche befindlich auffiel und mir außerordentlich gefiel, soweit gefiel, dass ich nicht umhin kam mir eine Flasche zu gönnen, noch bevor es 12 geschlagen hatte und in der Lücke an der Theke, zwischen allerhand Espressi, Wassergläsern und was sonst noch getrunken wird vom heimischen Publikum zu dieser Zeit. Der deutsche – il tedesco – mit seinem Bier, in der Lücke an dem Tresen, vergaß umgehend warum er das Bier trank, also welche Botschaft ihn dazu anleitete, nämlich jenes Etikett. Derart die Überraschung verloren - vergoren war sie sowieso schon – war das Bier bald hinuntergespült und ins But getragen.
Was bleibt ist der Geschmack, jener eines IPA (India Pale Ale) Bierstils, hopfenbetont mit eben mehr an diesem Hopfen und mehr an Alkohol, was historisch bedingt ist, denn das Bier wurde seinerzeit für die Seereisen nach Indien dergestalt haltbarer gemacht. Ferner bleibt das eingangs gemachte, flüchtige, nur vermeintliche, Zitat, also die wahrscheinliche Zitatanleihe, aus dem Buch Der kleine Prinz von dem Franzosen Antoine de Saint-Exupéry, welches im Jahr 1943 erstveröffentlicht wurde.
Unglaublich wie gut das Bier tat. Man möchte Mönch sein, in einem anderen Leben, ein Schriftgelehrter vielleicht, der am Tage den Garten mit dem Hopfen und unter Umständen ein wenig Weizen bestellt, zudem das Brauereihandwerk versteht, es Kraft seiner Hände und seines Geistes herstellt und zu geeigneten Stunden mit geneigten Kumpanen verzehrt, bevor oder nachdem er sich mit Schrift und Wort befasste. Dies, die Träume einer reisenden Seele, die sich von hier nach dort getrieben fühlt und sich biergeschwängert zur Mittagsstunde sehr müßiggegangen vorfindet.
Sicherlich, in nicht allzu ferner Zukunft wird mich die Frage einholen, ob ich das gute Gefühl, die Bierlaune, verlängern möchte, eventuell hin zu einem anschließendem Rausch oder ob ich mich raushalte aus derlei Bestreben und mich zum Beispiel einfach schlafen lege. Es kommt, wie es kommt.
Ohne Frage, ich falle in der Gegend hier, in der Hood - wie man so schön sagt, ein wenig auf, so relativ hochgewachsen für italienische Verhältnisse, mit einem sich ankündigendem Rauschebart, mit zerwühltem Haar und einem einsamen und vielleicht verirrten Blick – denn die Gegend ist mir noch unbekannt. Ich mag damit nicht bei allen um mich herum Wohlwollen wecken, aber auch nicht Unmut, denn dafür, das konnte ich bisher beobachten, ist die Neugier größer als die Befremdlichkeit vor neuen Gesichtern. Dennoch: gut frisiert sieht anders aus, die Umgebung kennend auch und nüchtern … vielleicht auch schon bald.
Saluti e buongiorno.