Weiß ich oder weiß ich nicht – ganz egal, es Liebe sich … wer kann

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Etwas zu wissen weckt Begehrlichkeiten, etwas nicht zu wissen auch.

Im ersten Fall möchte in der Regel profitiert werden von Information, im zweiten Fall auch, wobei das Profitieren dabei eher mit dem Profilieren verwandt ist.

 

Wir halten fest: Wissen und Begehrlichkeit gehören zusammen, nicht selten solange, bis man sich ´lösen´ möchte.

„Wir halten fest“ spricht als Sprichwort Bände und diese einmal gelesen, werden zu Bändern um Muskel und um Gelenk. Ob tägliches Training oder Knebel, es ist, was es ist und wird selten was beabsichtigt ist.

 

Ist die Liebe zum Menschen hinter diesem verborgen, so steht die Liebe zum Wissen (in den Büchern) geschrieben.

 

Beten die Menschen sich um des Wissens Willen an, werden sie selbst zu einer Randnotiz, während das Wissen die Schlagzeilen dick und fett schreibt.

Beten sie sich hingegen gegenseitig an, stehen sie immerhin füreinander auf der Bühne; und immer von der Stimmung des Publikums abhängig.

Beten sie gar nicht, passiert (auch) nichts.

 

Ein Riegel ist, innerhalb der Regeln des freien Geistes, ein Reigen Freiheit; doch wer bringt ihm das Tanzen bei?

 

Nicht selten lacht man, nachdem man sich die Zähne an einem Brocken Wissen ausbiss, natürlich, doch ohne ein Strahlen; dies steht in den Sternen.

 

Nimmt die Arbeit zu, wird das Wissen weniger und nimmt das Wissen zu, wird die Arbeit bald zu viel.

 

Zu meinen Reisetagebuch:

 

Ich habe Rückenschmerzen. Olivennetzte schleppen, Oliven abstreifen und Oliven in Kisten packen. Immerhin weiß ich nun wieviel Kilogramm Oliven für wieviel Liter Olivenöl benötigt werden oder ausreichen. Außerdem habe ich nun ein Gespür für den Zeitaufwand pro Liter und eine grobe Ahnung, wie man die Olivenbäume aberntet und für das kommende Jahr stehen lässt.

 

Und vielleicht werde ich nie wieder so stinken wie heute: Schweiß, Hund, Oliven, Dreck, Blut, Sambuca und ein Amarettolike Weingesöff aus der Region. Keine Dusche bisher, gleich vielleicht, aber wenn nur kalt, denn dieser Teil des Anwesens hat kein Warmwasser. Die andere sind drüben … auf der anderen Seite. Sie haben Warmwasser.

 

Die „anderen“ sind alle ziemlich sympathisch, auch wenn die Verständigung teilweise grotesk und aberwitzig ist. Egal: Sie ist echt!

 

Echte vrienden. Social Distortion. Adriano Celentano. Stomper 98. Aus Holland, aus USA, aus Italien und aus Deutschland kommen wir … und wir lachen, trinken und schreien zusammen.

 

Wir wissen nicht viel übereinander, haben ja auch keine Möglichkeit dazu, aber manches Erleben reicht, um gemeinsam das Leben zu begehren. Es wird uns gemeinsam ein Anliegen und eine Geliebte, dieses Leben. Zumindest für heute und jene Zeit, die damit verwandt ist.




Anmerkung von S4SCH4:

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