Heute werde ich aus Giulianova aufbrechen, das ziemlich sicher, nicht zuletzt deswegen, weil die Grippe hier im Hostel grassiert oder eine Erkältungswelle oder was, weiß ich. Ein jeder ist am Niesen, am Schnäuzen, etwas die Nase hochziehend, von meinem Zimmernachbarn, über den gesamten Flur hinweg und bis hin zur Frühschicht der Herberge, die gerade das Frühstück vorbereitet.
Vor Reiseantritt hatte ich zwei Wochen lang starke Halsschmerzen, leichten Reizhusten und Kopfschmerzen, ich weiß also noch was ich meine, wenn ich sage, dass mir die Krankheit fernbleiben solle.
Benny, der Kleinspitz, ist auch wieder wach, falls er überhaupt geschlafen hat, er steht genauso neugierig und treu vor mir als hätte ich immer noch die gestrige Pizza mit dem Gorgonzola auf dem Tisch.
Heute soll es nach Silvi Marina gehen, einen Ort mit etwa 15 Tsd. Einwohnern, der in der Nachbarschaft zu meinem Bestimmungsort Città Sant’Angelo liegt. Nach Pescara hineinzufahren möchte ich nicht, ich will es sogar vermeiden, es ist eine große Stadt und sie ist als solche zwar immer ein Erlebnis – auch auf dem Rad, aber ich denke, ich schaue mir den Ort eines kommenden Tages genauer an, mit weniger Kilos in den Gepäcktaschen und mit abgehalfterten Big Three.
Vielleicht sollte einmal nachfragen, ob der Hof einen Pickup oder einen Bus hätte, um mich von der Küste abzuholen und in die Hügel landeinwärts zu fahren? Mal sehen, fürs Erste möchte ich heute erstmal an der Destination ankommen, dann mache ich mir Gedanken über das Gelände der Schlussetappe.