No cielo! Mit halbplatten Reifen die vorerst letzten Küstenmeter entlang

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

In Silvi Marina angekommen, befinde ich mich nun etwa 10 Kilometer und 300 Höhenmeter von meinem letzten Etappenziel entfernt. Bald ist es soweit, dann werden Oliven geerntet und Schafe geschoren.

 

Diesen Rest der Strecke werde ich an einem kommenden Tag zurücklegen und mich erstmal um die fehlende und abnehmende Luft in meinen beiden Reifen kümmern. Sehr wohl, sie sind beide gestern gewechselt worden, aber dennoch nicht wirklich fahrwillig. Nachdem ich heute etwa 10 Kilometer gefahren war, bemerkte ich den schlechten Luftdruck und fuhr in Roseto degli Abruzzi die nächste Fahrradwerkstatt an, die mir in gebrochenem Englisch mitteilte, sie könne meine Reifen nicht wechseln, da sie das Modell nicht vorrätig hätten und eine Bestellung träfe erst nächste Woche ein. Der Mechaniker, er mochte in meinem Alter sein, wies mich sodann einige Straßen weiter, zu einer anderen Werkstatt, vielleicht könne die helfen, dachte und meinte er wohl.
Dort nach einigen Minuten - und durch den morgendlichen Verkehr angekommen, sprach zwar das Maskottchen des Ladens, das hereinkommende Kunden mit einem Welcome empfing, eben gerade die englische Sprache, aber der ältere Herr, dem der größere Fahrradladen samt Werkstatt gehörte und der dort tätig war, wohl nicht. Irgendwie brachten wir es dennoch zustande über meine Reifen zu reden, er meine no, ich, unsicher darüber, was er genau meinte, tippte in mein Sprachübersetzungsprogamm des Mobiltelefons noch einmal mein Anliegen ein, zeigte es ihm auf Italienisch, aber auch diesmal war nichts zu machen. Alles was ich verstand war `no cielo´, auf Deutsch so etwas wie ´kein Himmel´. Das war nun wirklich eine Absage vom Feinsten, dachte ich, und zog meiner Wege.

 

Die halbgeplätteten Reifen trugen mich weitere 10 Kilometer und auch nochmal 10 Kilometer, bis ich schließlich hier im Ort Silvi Marina ankam. Mit der Rezeptionistin des Hotels trank ich, während ich auf das Zimmer wartete, und zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter des Hotels, einen Espresso, als wir beiläufig auf das Rad mitsamt den platten Reifen zu sprechen kamen und man mir Auskunft darüber gab, dass in etwa due chilometri eine Fahrradwerkstatt sei, zu der man mich unter Umständen auch begleiten könne, aber nur nach vorheriger Absprache und natürlich zu den Öffnungszeiten, denn wie es das Schicksal wollte, war es zum Zeitpunkt des Gespräches kurz vor einer Mittagspause der Werkstatt. Lose verabredeten wir für später ein eventuelles Treffen zum Thema und ich ging zurück in das Foyer, in dem man mir nunmehr auch Mitteilung gab, dass das von mir gebuchte Zimmer fertig und verfügbar sei. 



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