Kalt geduscht ins kalte Wasser: ein Ende ist nur ein neuer Anfang

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Gegen 10 Uhr an diesem Morgen wird man mich abholen und zum Landgut bringen. Den Weg dorthin werde ich also mit meinem ganzen Gepäck und dem lädierten Fuß nicht unternehmen müssen. Fortunatamente!

 

Der gestrige Abend verlief unspektakulär, ich trank ein Bier an einem Straßencafé, fotografierte dort Fliesen nebst Bier und die Scenerie, telefonierte später noch stundenlang und ging vom ganzen Reden fast schon besoffen ins Bett; doch es hat sich auch gelohnt.

 

Heute bricht etwas Neues an. Wie mir die Hofgesellschaft gewogen sein wird, werde ich schon bald sehen, von einem offenen kommuneartigen Miteinander bis zu einem festen hierarchischen Bewerkstellungsapparat scheint alles drin zu sein, alles möglich und zu befürchten. Selbstverständlich wäre ich enttäuscht, wenn ich die lange Reise hierher unternehmen sollte, um zu sehen, dass die Erwartungen und Wünsche hinsichtlich meines wwoofings nicht aufgingen, aber andererseits wäre ich auch nicht überrascht.

 

So endet diese Etappe meiner Tour, die hin zu meinem ausgewähltem wwoofing Gastgeber führte und hinterlässt ein lachendes und ein weinendes Auge. Letzteres, weil es doch eine erhebliche Anstrengung war und ein Schmerz ist, der mir immer noch in den Knochen steckt, und lachend andererseits, weil ich es zumindest einmal schaffte, den Widrigkeiten zum Trotz, weil ich bemerkenswerte Impressionen erlebte, dabei Neues, Unverbrauchtes und Unmittelbares.

 

Ich hoffe nun, nicht zu sehr ins kalte Wasser zu springen mit dem vorübergehenden Leben auf dem besagten Landgut. Doch sollte es so kommen, hoffte ich eher daran aufzuwachen, vitalisiert und tüchtig, eher als abgeschreckt und verkühlt zu werden.

 

Ci vediamo.



Anmerkung von S4SCH4:

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