Was wäre, wenn...?

Monolog zum Thema Achtung/Missachtung

von  diestelzie

Der Mensch an sich ist ja ein Herdentier. Er braucht die Gesellschaft anderer Menschen um sich zu identifizieren, zu kommunizieren und um sich weiterzuentwickeln. Gruppenbildung ist also okay, oder mehr noch - es ist unerlässlich für die Gesundheit, sowohl psychisch als auch physisch.

Nun lässt sich der Mensch als solcher sehr gern von außen vorschreiben, welche Gruppe für ihn gut wäre. Das funktioniert je nach Lebenserfahrung in die unterschiedlichsten Richtungen. So weit so gut. Der Mensch an sich lässt sich allerdings außerdem erzählen, dass die anderen Gruppen schlecht und somit zu bekämpfen sind. Dieses "Außen" nutzt also unseren Urinstinkt nach Gesellschaft, den Herdentrieb schamlos für sich aus.


Was wäre, wenn... wir anstatt nach außen, vielmehr nach innen, also in uns hineinschauen würden? Was wäre, wenn wir uns dadurch anders gruppieren könnten ? Wenn wir uns die Frage stellen, was uns ausmacht, was wir können, tun und sind? Wären wir dann nicht in der Gruppe der Waldliebhaber, der Tierfreunde, der Hobbyköche, der Fussballfans, der Heavy Metal- oder Opernfans, der glücklichen Großeltern, der Gartenfreunde, Radfahrer, Jogger oder Kinoliebhaber... ? Die Liste ist so endlos wie die Kombinationsmöglichkeiten. Selbstverständlich kann ich ein radfahrender Opernfan sein oder eine fussballfanstische Großmutter. So unendlich wären hier auch die Kommunikationsmöglichkeiten, die Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln oder eben meinen Mitmenschen diese Möglichkeiten zu geben. 


Der Mensch müsste wieder lernen, nach innen zu schauen. zu erkennen, was ihn ausmacht, ohne dabei den Blick für den Anderen zu verlieren, sein Mitgefühl bewahren.

Ist er dafür mutig genug?


Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Saira (04.11.25, 18:39)
Ein kluger, nach innen gerichteter Gedanke, liebe Kerstin.

Und doch bleibt die Frage: Nicht jede Gruppe ist harmlos. Manchmal wächst in der Wärme des Zusammenhalts auch die Kälte der Ausgrenzung. Dann wird „Gemeinschaft“ zur Bühne für Macht.

Liebe Grüße
Sigi

 diestelzie meinte dazu am 05.11.25 um 12:57:
Hallo liebe Sigi,

genau dazu sollte es in meinen "Was wäre wenn..." Gedanken nicht kommen. Keine Allüren, kein Größenwahn, keine Machtspielchen. Wenn ich die AfD Anhängerin nicht als solche sehe, sondern als Mutter, Hundehalterin oder Formel 1 Fan... können wir uns auf dieser Ebene begegnen. Voraussetzung ist natürlich die Bereitschaft ihrerseits. Es kann nur funktionieren wenn jeder seinen Teil zum friedlichen Miteinander beiträgt.
Es ist Utopie, ich weiß, aber das wäre eine Welt in der ich gut leben könnte.

Herzlichen Dank für deine Worte und die Empfehlung.
LG Kerstin
Zur Zeit online: