Fotos

Betrachtung zum Thema Allzu Menschliches

von  diestelzie

verblasste alte Zeit 

Erinnrung macht sich breit

wie süße Milch mit Honig

gelebter Schwesternstreit

geliebte Einsamkeit

Vergänglichkeit

als Trost in einer Welt

die ihr Versprechen nicht mehr hält







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Kommentare zu diesem Text

Teo (73)
(13.05.26, 09:24)
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 diestelzie meinte dazu am 15.05.26 um 06:35:
Hallo Teo,
als Gegensatz zu Milch und Honig fällt mir spontan Kamillentee ein.  ;)

Herzlichen Dank, auch für deine Empfehlungen und liebe Grüße ins Wochenende.
Kerstin

 Saira (13.05.26, 09:30)
Liebe Kerstin,

ich mag diese stillen Gegensätze in deinem Text: Schwesternstreit und Einsamkeit, Süße und Verlust, Erinnerung und Enttäuschung. 

Das macht das Gedicht sehr menschlich.

Liebe Grüße
Sigi

 diestelzie antwortete darauf am 15.05.26 um 06:43:
Ja, genau das wollte ich mit diesen wenigen Zeilen ausdrücken.

Danke für deine Worte und deine Empfehlung, liebe Sigi.

Liebe Grüße
Kerstin

 DanceWith1Life (13.05.26, 17:04)
Verblasst
Nur die Erinnerung
macht sich breit
Milch und Honig

Bis hierher weiß ich wovon die Rede ist
Gelebter Schwesternstreit
Das ist ein vielschichtiges Element
Da will ich eigentlich einen Input, einen Hinweis, der mir die Einsamkeit, wenn sie denn dazu gehört, verständlich macht.
Das würde auch der Vergänglichkeit auf die Sprünge helfen, die sonst allgegenwärtig über der Szene schwebt.
Und als einzigen Trost, etwas anbietet, das sich fast philosophisch vom vorher beschriebenen abhebt, das war für meine Lesart nicht beabsichtigt,
und der Schluss, naja, die Versprechen einer solchen Welt…

Ich hoffe du verstehst diese Auseinandersetzung mit deinen Zeilen wenigstens ein wenig konstruktiv, aber mich interessiert das.

 diestelzie schrieb daraufhin am 15.05.26 um 06:52:
Hallo Dance,

ich freu mich über deine Auseinandersetzung mit meinem Text und wage mal eine Erklärung.
Wir waren (sind es noch immer) vier Schwestern, da gab es schon einiges an Streitereien. Alte Fotos verblassen ebenso wie Erinnerungen und seit einiger Zeit bin ich sehr gern mit mir allein in der Natur und fotografiere diese auch. 
Die Natur hat für mich etwas von Verlässlichkeit in diesen doch sehr unsicheren Zeiten.

Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen, wünsche dir ein schönes Wochenende und schicke liebe Grüße.

Kerstin

 DanceWith1Life äußerte darauf am 15.05.26 um 11:09:
Danke, sehr viel sogar

 AnneSeltmann (13.05.26, 17:20)
Hallo Kerstin!

Dein Text fühlt sich an wie ein leiser Blick zurück — nicht verklärt, sondern warm und ehrlich. Besonders „süße Milch mit Honig“ hat mich sofort erwischt. Dieses Bild trägt so viel Kindheit, Geborgenheit und Vergangenheit in sich, dass man den Geschmack beinahe erinnern kann.
Auch die Zeile „geliebte Einsamkeit“ finde ich wunderschön, weil darin etwas sehr Reifes liegt. Nicht jede Einsamkeit ist nur traurig — manchmal wird sie mit den Jahren zu einem stillen Begleiter, den man versteht.
Und dann dieses Ende:
„eine Welt
die ihr Versprechen nicht mehr hält“
Das verändert plötzlich die Stimmung. Der Text kippt dadurch von Erinnerung in etwas Nachdenkliches, fast Melancholisches. Genau das macht ihn stark. Er wirkt wie ein kleines Stück gelebtes Leben zwischen Trost und Verlust.
Sehr schlicht geschrieben — und gerade deshalb bleibt viel hängen.


Liebe Grüße

Anne

 diestelzie ergänzte dazu am 15.05.26 um 06:56:
Liebe Anne,

ich freu mich sehr über deinen Kommentar mit der wunderschönen Interpretation meines kleinen Textes. So wollte ich es verstanden haben.

Herzlichen Dank und liebe Grüße
Kerstin

 GastIltis (13.05.26, 18:56)
Hallo Kerstin,
Fotos können sehr viel ausdrücken. Nicht nur über die Dargestellten, sondern auch über die Fotografen. Letzte Woche haben wir uns zum soundsovielten Mal nach dem Studium im Kreis der restlichen Ex-Kommilitonen getroffen. Zum Abschluss zelebrieren wir immer unter dem Titel „Totale-in-the-morning“ ein Fotoshooting, das einer unserer Aktiven an sich gerissen hat. Im Folgejahr werden die Aufnahmen für ein eigens angefertigtes Album (in Kleinformat) ausgehändigt. Anfangs schwarzweiß, längst in Farbe, anfangs gestochen scharf, jetzt schlechter und schlechter. Oft, bei der Zahl der Jahre kein Wunder, hatte der Foto-Akteur auch den Film vergessen, oder nicht ausgelöst.
Kurzes Fazit: die Protagonisten werden nicht nur älter und älter, auch an der Qualität merkt man einen gewissen Verfall.
Dein Text hat aber noch eine bemerkenswerte Frische.
Herzlich Gil.

 diestelzie meinte dazu am 15.05.26 um 07:03:
Lieber Gil,

Fotos sagen viel aus über den Fotografen - so habe ich das tatsächlich noch nie gesehen. 
Fotografieren ist heute sehr einfach geworden. So einfach, dass vieles nur noch eine wilde Knippserei mit dem Handy ist, meist zum Zweck der Selbstdarstellung.

Herzlichen Dank für deine Worte und die Empfehlung und liebe Grüße in das Wochenende.

Kerstin
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