Der gestohlene Schlitten oder wie Omas Schritte wundersam gelenkt wurden

Anekdote zum Thema Lebensweg

von  Bluebird

Und noch eine dritte frühe Kindheitserfahrung hatte etwas mystisch Überirdisches. Ich spielte draußen mit anderen Kindern in unserer kleinen Siedlung im Schnee. Auf einmal stellte ich überrascht fest, dass mein Schlitten verschwunden war.
   Nach kurzer, erfolgloser Suche lief ich nach Hause und berichtete es meiner Großmutter. Ich äußerte den Verdacht, dass das nur ein Kind aus der Nachbarschaftssiedlung gewesen sein könne. Ein Spielkameradendiebstahl war einfach undenkbar!

   Sie nahm mich schweigend bei der Hand und wir marschierten schnurstracks in die Nachbarschaftssiedlung hinein, für uns Siedlungskinder normalerweise Feindesland. Umgekehrt galt das genauso. Die Kinder von dort wagten sich allgemein nicht herüber in unsere Siedlung! Man war sich einfach nicht grün, aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer.

   In einem der Siedlungshäuser stand die Haustüre offen. Ohne das Tempo zu verringern, ging meine Großmutter mit mir im Schlepptau ins Haus hinein, die Kellertreppe hinunter. Und da stand mein Schlitten! Wir hatten die berühmte Stecknadel im Heuhaufen gefunden! 

   
Ich war komplett perplex. Woher hatte meine Großmutter es gewusst? Es gab da keine halbwegs vernünftige Erklärung.
Pures Glück, würden jetzt manche sagen! Aber mein Gefühl sagte mir etwas anderes!

  Tatsächlich erschien es mir im Nachhinein so, als ob meine Oma wie ferngesteuert gewesen wäre, jemand sie zielsicher zum Schlitten hingelenkt hätte. 
   Diese Geschichte gab meiner schon bestehenden Gottesahnung weiteren Auftrieb. Da war ganz offensichtlich jemand, der über allem wachte und es gut mit mir meinte.    



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