Es hatte, wenn man den Büchern des NT Glauben schenken möchte, alles recht gut begonnen. Jesus, der von Gott auf die Erde gesandte Erlöser, hatte nach dreijähriger wundersamer Wirksamkeit sein Leben am römischen Kreuz geopfert, war nach drei Nächten von den Toten auferweckt worden und kurz darauf gen Himmel gefahren.
Allerdings nicht ohne seine Jünger zuvor noch zu beauftragen, die frohe Botschaft von seiner Auferstehung und den rettenden Glauben an ihn in die ganze Welt zu tragen. Was diese dann auch gehorsam taten, begleitet von bestätigenden Zeichen und Wundern.
Aber schon recht bald nahmen die Wunder ab und die Streitigkeiten unter den ersten Christen zu. Woran sich bis heute im Prinzip nichts geändert hat, wenn auch vielleicht nicht mehr mehr mit spätantiker oder mittelalterlicher gewaltbereiter Heftigkeit gestritten wird.
Noch immer gibt es starke Abweichungen in der Lehre und der Glaubenspraxis, wird oftmals das Unterscheidende mehr als das Gemeinsame betont. Aber wer hat(te) denn nun recht? Was ist denn der richtige Maßstab, um Richtiges von Falschen unterscheiden zu können?
Die Antwort kann eigentlich nur das NT geben. Hier wird deutlich aufgezeigt was und wie die ersten Christen geglaubt haben. An diesem Maßstab müssen sich letztlich alle nachfolgenden Generationen messen lassen, selbstredend unter Berücksichtigung zeitlicher und kultureller Faktoren.
Und um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Ein entkerntes Christentum ist kein echtes Christentum.
Manches mag noch mit einem zugedrückten Auge durchgehen, anderes ist ein völliges NoGo. Ich erinnere nur mal an die Inquisition, die im Namen Gottes gefoltert und gemordet hat. Wo gibt es dafür auch nur ansatzweise eine neutestamentarische Rechtfertigung?