Die Jesus

Bericht zum Thema Ansichtssache

von  Graeculus

Am 9. Januar 2022 ist es auf dem Furnas-Stausee (Lago de Furnas) in Capitólio, nördlich von São Paulo (Brasilien), zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Der See ist beliebt bei Ausflüglern, die sich in Booten übers Wasser fahren lassen, an den malerischen Felswänden entlang.


An diesem Tage nun lösten sich zunächst einige Steine, dann eine ganze Felswand und stürzten in den See. Etliche Boote konnten sich retten, doch ein Boot wurde voll getroffen, so daß sämtliche Insassen, acht an der Zahl, ums Leben kamen.


Die Touristen-Boote tragen Namen, ganz wie die größeren Schiffe. Der Name dieses Bootes lautete: Jesus.




Anmerkung von Graeculus:

(Gemäß einem Bericht in der FAZ vom 10. Januar 2022)

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Kommentare zu diesem Text


 Misanthrop (10.01.22, 17:16)
Also ist es ein Märchen, dass die Jesus über Wasser laufen kann.

M.

 Graeculus meinte dazu am 10.01.22 um 18:37:
Ich fürchte, so ist es. Würde mich auch auf keinen Fall darauf verlassen wollen.

 Misanthrop antwortete darauf am 10.01.22 um 19:15:
Etwas überraschend, schien bisher das Credo in der Schifffahrt überwiegend nomen est omen zu sein. Spontan fällt mir da die großartig gescheiterte Franklin-Expedition ein, deren zwei Bombarden auf die klang- und verheißungsvollen Namen Erebus und Terror getauft wurden.

 Graeculus schrieb daraufhin am 11.01.22 um 14:44:
Die Schiffstaufe hat meines Wissens noch nie etwas bewirkt, ebensowenig wie das Beten im Falle einer Schiffskatastrophe.

Aus der Antike ist mir das Bonmot geläufig, es gebe drei Arten von Menschen: die Lebenden, die Toten und die, die zur See fahren (in kühner Vorwegnahme von Schrödingers Katze).
Neu ist für mich jetzt nur, daß das auch für Bootsfahrten auf einem See gilt. Ja, warum nicht?
Media vita in morte sumus.

 Misanthrop äußerte darauf am 12.01.22 um 14:42:
Ich sprach damit eher den manifestierten Aberglauben rauer Seemänner an, da kann ich Dir einige Geschichten erzählen. Und es ist Fakt, dass aus dieser Motivation schon vor Unzeiten die Schiffsnamen beinah ausschließlich positiver Konnotation entsprangen.

 Graeculus ergänzte dazu am 12.01.22 um 14:49:
Davon wußte ich nichts, aber das glaube ich Dir: daß viele Seeleute abergläubisch sind. Zu den Schiffsnamen fällt mir auch kein Gegenbeispiel ein.

Daß aber die Seeleute immer in einer besonderen Gefahr gesehen wurden (von ihnen selbst, auch auch von den Handelsleuten, deren Waren sie transportierten), daß belegen (a) das von mir zitierte Bonmot sowie (b) das weitere, daß wir auf hoher See und vor Gericht alle in Gottes Hand sind.

Nur bei Bootsfahrten auf Seen hatte ich noch nie daran gedacht ... und mich ihnen ganz bedenkenlos hingegeben.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 15:04:
Von dem bekannten Kyniker Diogenes aus Sinope ist die folgende, ebenfalls auf Seefahrer bezogene Anekdote überliefert:

Als einer die Weihgeschenke [sc. als Dank für Rettung aus Seenot] in Samothrake anstaunte, sagte er: „Es wären deren noch weit mehr, wenn auch die nicht Geretteten solche Stiftungen machten.“

 GastIltis (10.01.22, 17:38)
Hallo Graecu, es ist wohltuend, dass du so sachlich geblieben bist. Es zeigt nur einmal mehr, dass man Sachen (siehe auch die Titanic) nicht über das hinaus glaubt erheben zu müssen, was sie sind.

LG von Gil.

 Graeculus meinte dazu am 10.01.22 um 18:36:
Der Bootsname wurde in mehreren Nachrichten am Rande erwähnt; ich habe ihn - entsprechend meinem Empfinden - an eine exponiertere Stelle gehoben.
Was lehrt uns das? Ansichtssache.

 TassoTuwas (10.01.22, 17:52)
Lässt vermuten, dass da der Teufel am Werk war!

 Graeculus meinte dazu am 10.01.22 um 18:35:
Der Teufel? Ja, schreckt der denn vor gar nichts zurück? Dann kann man sich wohl auch mit speziell gesegneten Rosenkränzen nicht mehr sicher fühlen.

 TassoTuwas meinte dazu am 10.01.22 um 19:44:
Graeculus, ich nehme an, dass du dich vor jedem Einkauf informierst und auch auf Qualität Wert legst. 
Zur Information, die "Stiftung Warentest" warnt eindringlich vor den billigen Rosenkränzen "Made in China".

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 14:45:
Ich traue Chinesen die Nutzung einer solchen Marktchance ohne weiteres zu. Beim Kauf eines Rosenkranzes werde ich deshalb auf die TÜV-Plakette auchten.

 TassoTuwas meinte dazu am 11.01.22 um 17:19:

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 17:25:
Aber Weihwasser ist doch unbedenklich, oder?

 TassoTuwas meinte dazu am 11.01.22 um 18:08:
Ja, im abgekochten Zustand!

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 22:59:
Oh, danke für den Tip! Das mache ich: geweiht und gekocht. Oder andersherum?

 TassoTuwas meinte dazu am 12.01.22 um 09:12:
2 G !

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 14:36:
Paßt. Das fällt auch mir gerade auf.
Zu 2G+ lassen wir uns dann noch etwas einfallen.

 tueichler meinte dazu am 25.01.22 um 00:37:
Zitat: „Aber Weihwasser ist doch unbedenklich, oder?“

Da liegt ein Irrtum vor. Dieser begründet sich in der Anordnung der Tasten der bei uns gebräuchlichen Tastatur. Dort liegt das ‚h‘ links über dem ‚n‘ und es kommt häufig zu Tippfehlern.

Deshalb: Unbedenklich ist allerdings ‚Weinwaser‘ und dazu sehr wirkungsvoll bei der Bekämpfung des Belzebub. Bei uns auch bekannt als ‚Schorle‘.

 Graeculus meinte dazu am 25.01.22 um 15:24:
Ah, ein Tippfehler. Das erklärt so manche Fröhlichkeit in meinen kirchlichen Tagen. Und warum wir Kinder nie davon trinken, sondern uns immer nur damit benetzen durften.
Wie "Weinwaser" zeigt, wirkt der Fehlerteufel aber nicht nur in der katholischen Kirche.

 Agnete (10.01.22, 18:22)
Die Geschichte habe ich in den Nachrichten gesehen, aber das mit dem Bootsnamen wusste ic h nicht. Wie man daran sieht, Namen sind Schall und Rauch... LG von Agnete

 Graeculus meinte dazu am 10.01.22 um 18:33:
Der Name des Bootes wurde im arte-journal erwähnt und hat mich gleich aufmerksam werden lassen. Heute wurde er mir durch den FAZ-Artikel bestätigt.
Ja, Schall und Rauch und Zufall - außer für diejenigen, die nicht an Zufälle glauben.

 Dieter Wal (10.01.22, 23:05)
Persil nutzte einmal als Abbinder: "Das weiß man, was man hat!" Weiß man eben nicht!

Selbst Wolfgang kann Amadeus Mozart, Graeculus oder den Serienmörder Wolfgang O. meinen.

Boote mit so bedeutungsschwangeren Namen wie Jesus bieten acht Menschen keine Rettung, wie der Name andeutet, sondern grausamen Tod. Namen sind nicht magisch, sondern einfach Namen.

Kommentar geändert am 10.01.2022 um 23:05 Uhr

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 14:47:
Da gebe ich Dir recht, habe aber als Ex-Katholik und -Meßdiener allerdings auch noch Autosegnungen in Erinnerung, als Historiker Waffensegnungen.

Wer ist der Serienmörder Wolfgang O.?

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 23:00:
Danke für die private Information. Den kannte ich nicht. Wolfgang schützt vor Verbrechen nicht.

 TrekanBelluvitsh (10.01.22, 23:09)
Jesus wurde doch gekreuzigt, nicht gesteinigt. Total unhistorisch!

 mannemvorne meinte dazu am 11.01.22 um 11:49:
.
für ne Kreuzfahrt ist der Furnas-Stausee wohl zu klein!
;)
Ahoi

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 14:48:
Gute Antwort. Sollen wir hoffen, daß sich wenigstens die Auferstehungsberichte bestätigen? Lazarus felix et tu!

 Schüttelfrost meinte dazu am 16.01.22 um 20:56:
Bei diesem Kommentar müsste Graeculus auch noch den Cognomen Latinulus führen )

 Graeculus meinte dazu am 16.01.22 um 23:24:
Ist das, was Du meinst, nicht schon mit "Romulus" besetzt?
(Aber mit der griechischen Kultur kommen die Römer nicht ganz mit.)

 Bluebird (11.01.22, 11:54)
Nun ja, es gibt sicher leichter zu deutende Ereignisse. Aber von einem Zufall würde ich auch hier nicht ausgehen wollen:

Es fällt kein Spatz von der Dachrinne, ohne dass der Vater im Himmel darum weiß (Matthäus 10,29)
Eine  persönliche Anekdote dazu:  Spatz vom Himmel

 DanceWith1Life meinte dazu am 11.01.22 um 14:30:
soso, die Jesus wurde also vom Petrus versenkt, is ja doll

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 14:52:
Wir müssen Bluebird zugute halten, daß er einen schwer zu deutenden Vorgang zugestanden hat.
Die Prämisse, daß Gott, wiewohl Herr über 100 Trillionen Sterne, sich um jedes Detail auf einem - astronomisch unbedeutenden - Planeten kümmert, ist eben seine Prämisse, obgleich die Bibel, als das Matthäus-Evangelium entstand, noch geo- und anthropozentrisch dachte und von diesem riesigen Universum nichts wußte.

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 15:14:
Der Glaube, daß wir für Gott wichtig sind, erhebt uns und schmeichelt unserer Eitelkeit.
Da sind dann allerdings solche Ereignisse wie auf dem Furnas-Stausee ... seltsam; wenigstens hat Bluebird keine Dämonen bemüht, deren Macht trotz des magischen Namens "Jesus" freilich auch merkwürdig wäre.

 DanceWith1Life meinte dazu am 11.01.22 um 15:20:
obgleich die Allgemeinbildung davon nichts wusste(Korrekturvorschlag des Kommentarfeldthesaurus) . ich hörte dass dem Jungen Krishna schon "Tausend Sonnen" auf der Zunge lagen, und der war ja früher.

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 15:29:
Oja, es gab schon vor der Bibel, vor allem vor dem NT, nicht-geozentrische und nicht-anthropozentrische Weltbilder, z.B. bei den Griechen; aber die Bibel ist davon unbeeindruckt geblieben - und selbst bei heutigen Christen sehe ich keine Auseinandersetzung mit diesem Problem, daß die Menschen nicht im Zentrum des Universums stehen, obwohl schon Nietzsche mit einem schönen Text darauf aufmerksam gemacht hat:

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der „Weltgeschichte“: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mußten sterben. - So könnte Jemand eine Fabel erfinden und würde doch nicht genügend illustrirt haben, wie kläglich, wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt; es gab Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben. Denn es gibt für jenen Intellekt keine weitere Mission, die über das Menschenleben hinausführte. Sondern menschlich ist er, und nur sein Besitzer und Erzeuger nimmt ihn so pathetisch, als ob die Angeln der Welt sich in ihm drehten. Könnten wir uns aber mit der Mücke verständigen, so würden wir vernehmen, daß auch sie mit diesem Pathos durch die Luft schwimmt und in sich das fliegende Centrum dieser Welt fühlt. Es ist nichts so verwerflich und gering in der Natur, was nicht durch einen kleinen Anhauch jener Kraft des Erkennens sofort wie ein Schlauch aufgeschwellt würde; und wie jeder Lastträger seinen Bewunderer haben will, so meint gar der stolzeste Mensch, der Philosoph, von allen Seiten die Augen des Weltalls teleskopisch auf sein Handeln und Denken gerichtet zu sehen. [...]
(Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn, 1873)

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 15:35:
Bekannt ist natürlich, daß die katholische Kirche sich lange selbst gegen das heliozentrische Weltbild gesträubt hat, auch wenn der Umstand, daß die Erde sich um die Sonne bewegt statt umgekehrt, ja noch lange nicht das wahre Ausmaß des Problems verdeutlicht. Die Sonne dreht sich um das Zentrum der Galaxis, unsere Galaxis um das Zentrum einer Meta-Galaxie ... und von diesen Galaxien gibt es 100 Milliarden.

 Dieter Wal meinte dazu am 11.01.22 um 18:32:
seltsam; wenigstens hat Bluebird keine Dämonen bemüht,
@Graeculus:

Er fand sogar ein mehr oder weniger passendes Bibelzitat, obwohl ihm sinnvolle Transferleistungen bei Bibel-Zitaten in metaphorischer Sprache gewöhnlich unmöglich sind.

Was es bedeuten würde, wenn man es auf solche Ereignisse anwendet, versteht er leider nicht. Eventuell wegen mutmaßlich fehlender kognitiver Empathie. Heute ausnahmsweise keine Bluebird-Dämonen. Wundervoll!


deren Macht trotz des magischen Namens "Jesus" freilich auch merkwürdig wäre.
Hebräische Namen sind Programmnamen.

Antwort geändert am 11.01.2022 um 18:33 Uhr

 Bluebird meinte dazu am 11.01.22 um 21:50:
Nun wissen wir ja schon aus dem Buch Hiob, dass  zwischen Dämonen und Unglücken ein Zusammenhang bestehen kann:

Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet? 10 Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher bewahrt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Besitz hat sich ausgebreitet im Lande. 11 Aber strecke deine Hand aus und taste alles an, was er hat: Was gilt's, er wird dir ins Angesicht fluchen!

12 Der HERR sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan hinaus von dem HERRN.

13 Eines Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, 14 kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten und die Eselinnen gingen neben ihnen auf der Weide, 15 da fielen die aus Saba ein und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts, und ich allein bin entronnen, dass ich dir's ansagte. 16 Als der noch redete, kam ein anderer und sprach: Feuer Gottes fiel vom Himmel und verbrannte Schafe und Knechte und verzehrte sie, und ich allein bin entronnen, dass ich dir's ansagte.

17 Als der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machten drei Abteilungen und fielen über die Kamele her und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts, und ich allein bin entronnen, dass ich dir's ansagte. 18 Als der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen, 19 und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß an die vier Ecken des Hauses; da fiel es auf die jungen Leute, dass sie starben, und ich allein bin entronnen, dass ich dir's ansagte.

20 Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief 21 und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! (Hiob 1)


Am Beispiele Hiobs sehen wir aber exemplarisch und illustrativ, dass wir als Menschen komplett überfordert sind zu erkennen, was sich "hinter den Kulissen" wirklich abspielt ...  wir mögen manches erahnen, aber wirklich durchschauen können wir es nicht .... so jedenfalls sehe ich das!

 DanceWith1Life meinte dazu am 11.01.22 um 21:56:
lach, welcher "Unmensch" sagt denn sowas

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 23:04:
Das sind sie, die Dämonen - allerdings nur als Vermutung.
Erklärt das irgendetwas? Ich meine, nein. Denn es wirft, wenn man es ernstnimmt, ja gleich wieder etliche weitere Fragen auf: Was hatten sie gegen die acht Leute? Wie haben  sie den Felsbrocken im richtigen Moment lösen können? Warum hat Gott nichts dagegen unternommen, den Namen seines Sohnes so zu beschämen?

Das ist oft das Problem mit religiösen 'Erklärungen': Jede Antwort erzeugt neue Fragen.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 15:07:
Ich bin der festen Überzeugung, daß das Zitieren von Bibelsprüchen (in der Art eines beschwörenden Mantras) nicht reicht, um das Problem zu lösen.
Man kommt ums Nachdenken nicht herum.
Das Beten hilft in der Schiffahrt sowenig wie die Auswahl der Schiffsnamen.

 EkkehartMittelberg (11.01.22, 12:05)
Biblische Namen und Orte haben noch nie gegen Katastrophen geschützt. Ein eindrucksvolles Beispiel ist Kleists Novelle  "Das Erdbeben in Chili", wo ein religiöser Fanatiker einen Säugling am Kirchenpfeiler des Doms von Chili erschlägt.
LG
Ekki

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 14:53:
Das ist ein schönes literarisches Beispiel. Weißt Du, ob Kleist dabei an das Erdbeben in Lissabon gedacht hat, bei dem die Kirchenbesucher (im Zentrum der Stadt) umgekommen und die Bordellbesucher (am Rande der Stadt) gerettet worden sind?

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 11.01.22 um 18:08:
Genau so ist es: Er bezieht sich auf das Erdbeben von 1647..

 Graeculus meinte dazu am 11.01.22 um 23:06:
Oh, lieber  Ekkehart, das bringt mich zu einer Nachfrage: Das berühmte und für die Theodizee-Diskussion so bedeutende Erdbeben von Lissabon war 1755. Darauf habe ich mich bezogen. Meinst Du das?

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 12.01.22 um 11:04:
Kleist bezog sich im Titel seiner Novelle auf das Erdbeben von Santiago de Chile von 1647. Laut Wikipedia soll sich aber auch das Lissaboner Erdbeben von 1755 auf die Entstehung seiner Nevelle ausgewirkt haben.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 12.01.22 um 11:18:
Makaber! Ich mag das! (Text, nicht, dass Menschen gestorben sind, das ist hoffentlich klar.)

Antwort geändert am 12.01.2022 um 11:31 Uhr

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 14:38:
An Ekkehart:

Danke, jetzt haben wir's. Der Bezug zum Erdbeben von Lissabon (mit den ganzen Konsequenzen für Literatur, Theologie und Philosophie) ist also ebenfalls gegeben.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 14:41:
An Mondscheinsonate:

Klar, der Tod dieser amen Menschen ist nichts, worüber man spotten sollte. Aber der bedeutungsreiche Bootsname, über den darf nachgedacht werden.
(Über den werden wir freilich in kirchlichen Predigten nichts zu hören bekommen, da bin ich mir ziemlich sicher.)

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 15:09:
An Ekkehart:

Bezieht Kleist sich an einer Stelle explizit auf Lissabon? Falls Du es weißt, gut; ansonsten kann ich auch selber nachschauen.

 Verlo (12.01.22, 11:26)
Es ist noch dramatischer.

Die FAZ schreibt:


Nach Angaben der Feuerwehr wurden zwei Boote direkt von der herabstürzenden Felswand getroffen und zwei weitere indirekt. Die Menschen, die ums Leben kamen, waren alle auf dem gleichen Boot, das den Namen „Jesus“ trug.

 Willibald meinte dazu am 12.01.22 um 11:58:
Näher mein Gott zu Dir. Sofern Du es es verdient hast.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 14:44:
An Verlo:

Ja, so lautet der entscheidende Satz in der FAZ wörtlich. Vom theologischen Gesichtspunkt aus ist natürlich dieser eine Umstand wesentlich: Alle Getöteten saßen in dem Boot namens Jesus.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 14:44:
An Willibald:

Hat Gott uns verdient? Höchstwahrscheinlich ja.

 Willibald meinte dazu am 12.01.22 um 14:49:
Amen

 Verlo meinte dazu am 12.01.22 um 14:52:
@ Graeculus

Ja, daß alle Tote im Boot "Jesus" saßen, ist das Wesentlichen.

Aber es wurde nicht nur ein Boot "attackiert", sozusagen, sondern vier. 

Damit ist die Botschaft für mich deutlicher. Oder dramatischer.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 15:00:
Soweit sind wir uns einig. In den Fernsehnachrichten habe ich Filmaufnahmen - es gibt ja inzwischen kein Ereignis mehr, das nicht von irgendwelchen Smartphones aufgezeichnet wird - gesehen, in denen weitere Boote sich hektisch vom Zentrum des Geschehens entfernten. Die "Attacke" erschien insofern unspezifisch. Getroffen wurden nur vier Boote, und die Toten saßen allesamt in dem einen Boot.
Entweder hat da eine höhere Macht mit Schrot geschossen oder die hat schon genau gezielt, wobei der Rest kleinere Kollateralschäden waren.

 Verlo meinte dazu am 12.01.22 um 15:14:
Es war ja nicht nur ein "Schuß"

Da könnten Schüsse verwendet worden sein, um Jesus zu isolieren, damit niemand ihm hilft.

Wo der "Angriff" erfolgte, scheint eine Pilgerstätte zu sein. Ich kann mir vorstellen, daß die Fahrt auf dem Boot "Jesus" sehr beliebt ist.

Viele Boote auf dem See, aber in der Nähe der Pilgerstätte der Angriff. Getötet wurden aber ausschließlich die Menschen auf dem Boot "Jesus".

Da gibt es nach meine Meinung keinen Interpretationsspielraum: die Attacke galt Jesus.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 15:49:
Meinst du? Von einer Pilgerstätte habe ich nichts gehört, nur von einem Ausflugsziel. Woher hast du das?

 Verlo meinte dazu am 12.01.22 um 16:01:
Da ist eine Grotte oder ein Wasserfall mit besonderer Bedeutung, wo gern hingefahren wird.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 16:48:
Die Grotte habe ich in den Filmchen gesehen, habe mir allerdings nichts Sakrales dabei gedacht - das kannte ich von Capri, "Blaue Grotte" und so.
Aber vielleicht hast du das mit der Pilgerstätte auch gar nicht religiös gemeint?

 Ralf_Renkking meinte dazu am 12.01.22 um 17:23:
@Verlo
Nee, ist klar, das war wahrscheinlich der fieseste atheistische Anschlag auf das Christentum seit Menschengedenken. 🤔

Ciao, Frank

 Verlo meinte dazu am 12.01.22 um 18:03:
@ Graeculus: es gibt da ja Abstufungen, für Einheimische ist es wichtiger als für die Hauptstädter. Kann auch sein, daß man vorsichtig berichtet, um die Gefühle Gläubiger nicht zu verletzten.

Auf alle Fälle sind viele Boote an dieselbe Stelle gefahren, weil Menschen vom Besonderen überzeugt sind. 

In Brasilien halte ich einen Glaubensgrund für wahrscheinlicher als auf dem Berliner Mügelsee.


@ Ralf_Renkking: Fragst du mich für RTL aktuell: Ja, ist total sicher, daß ...


der fieseste atheistische Anschlag auf das Christentum seit Menschengedenken

stattgefunden hat.

 Graeculus meinte dazu am 12.01.22 um 22:41:
Ich bitte dich, können denn Atheisten Wunder wirken? Das können nur religiöse Mächte - seien es nun die guten oder die bösen.
Da wird eher Bluerbird dir zustimmen als ich.

 Ralf_Renkking meinte dazu am 13.01.22 um 08:29:
@Graeculus
Der Steinschlag war doch nur von oben vorgetäuscht, die Toten sind selbstredend Folge einer Sabotage, ich bin ohnehin der Meinung, dass die Zeit mal wieder reif ist für eine Verschwörungstheorie außerhalb des Impfskandals, aber vielleicht ist ja genau das der Hintergrund, wahrscheinlich sind für dieses feige Attentat tatsächlich atheistische Wissenschaftler verantwortlich, um von der Impfkatastrophe abzulenken. 👋😉

Ciao, Frank

 Graeculus meinte dazu am 13.01.22 um 14:00:
Jetzt, da Du es sagst, fällt es mir wie Schuppen vom Kopf. Zumal wir uns jetzt ja tatsächlich schon eine ganze Weile mit diesem Ereignis beschäftigen, statt uns endlich wieder mit dem zu befassen, was der sinistre Bill Gates mit der Impfkampagne durchzieht.

 Verlo meinte dazu am 14.01.22 um 19:16:
@ Graeculus

Da gibst du so eine Vorlage, kommst von Jesus auf den

sinistre[n] Bill Gates mit der Impfkampagne 
aber niemand greif sie auf, obwohl folgendes Wasser auf die Mühlen der Gates-Hasser (ging ja schon mit dem geschwurbelten Windows los) bringt:


Wie die indische Rechtsanwältin  Dipali Ojha im Corona-Ausschuss unter Bezugnahme auf die Veröffentlichung der indischen  Anwaltskammer mitteilt, ist die weltweit erste Anklage wegen Impfstoffmordes gegen Bill Gates und Adar Poonawalla, den Geschäftsführer des größten indischen Impfstoffherstellers Serum Institute of India, vor dem Obersten Gerichtshof Indiens eingereicht worden.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 14:35:
Klage kann man immer erheben. Ob die Klage vom Gericht angenommen wird, ist dann schon die erste Hürde.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 14:38:
Will sagen: daß jemand eine Klage einreicht, beweist überhaupt nix.

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 14:50:
Vielleicht kannst du deinen Gartennachbarn immer verklagen, aber der hat auch kein Geld für gute Anwälte. 

Verklagst du einen der reichsten und mächtigsten Männer, mußt du dir das auch finanziell leisten können. 

Selbstverständlich beweist es nix, deshalb geht man ja vor Gericht.

Davon abgesehen, geht es bei der Klage wohl nicht um Corona, sondern eine Gates-Aktion davor.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 15:03:
Ach so, hat also nichts mit Corona zu tun.

Ich weiß nicht, wie es sich in Indien verhält; aber in Deutschland kannst du als finanziell minderbemittelter Mensch Prozeßkostenhilfe beantragen, die nur bei offensichtlicher Erfolglosigkeit der Klage abgelehnt wird. Dein Anwalt ist dann vermutlich nicht so gut wie der von Bill Gates, aber das hat eher für den Prozeßverlauf als für die Einreichung einer Klage Bedeutung.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 15:14:
Der Fachbegriff lautet übrigens inzwischen "Verfahrenskostenhilfe", um deutlich zu machen, daß der Vorgang nicht in einen Prozeß münden muß, sondern auch durch eine gütliche Einigung abgeschlossen werden kann.

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 15:16:
Ich hatte schon einmal mit mehren Anwälten, die eine Bank vertreten haben, zu tun.

Allein wenn man die Herren in ihren sehr teuren Anzüge sieht, bekommt man eine Vorstellung, was auf einen zukommt, wenn man die Prozeßkosten der Gegenseite übernehmen muß. 

Ich bin sicher, du kennst aus der Vergangenheit mehrere Beispiele, wie solche Sachen (Klein verklagt Groß) meist ausgehen. 

Prozeßkostenhilfe, um Bill Gates zu verklagen. Der ist echt gut! Hab lange nicht mehr so gelacht.

Graeculus, hab noch etwas Geduld, dann bricht das gesamte Corona-Lüge-Gebäude zusammen.

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 15:28:
Ach so, hat also nichts mit Corona zu tun.

Falls ich richtig erinnere, hat die Klage in Indien mit Masern-Impfung zu tun.

In Afrika hat Gates auch schon geimpft gegen ..., aber nur junge Frauen. Da hat man sich gewundert und den Impfstoff untersucht: chemische Sterilisation.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 15:29:
Du hast gelacht? Siehst du, so habe ich gelacht, als du mir/uns zu suggerieren versucht hast, eine Klage besage irgendetwas.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 15:31:
Ist das mit der chemischen Sterilisation in einem Prozeß festgestellt worden?

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 15:40:
Na sag mal ... Ich suggeriere nicht. Für mich sind freie Menschen, die unabhängig denken, wichtig. 

Ich weiß nicht mal, ob es zu einem Prozeß gekommen ist. Man hat die Aktion einstellt und Bill rausgeworfen.

Schön, daß wir uns wechselseitig zum Lachen bringen.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 17:38:
Du schienst mir auf die Klage gegen Bill Gates hinzuweisen, als ob sie irgendetwas zu besagen hätte.

Ja, Lachen kann einen kalten, dunklen Wintertag etwas angenehmer machen.

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 17:58:
... hinweisen ...

Na ja, nachdem du geschrieben hast


sinistre[n] Bill Gates mit der Impfkampagne 

zitierte ich, daß gegen ihn geklagt wird.

Paßt doch.

Oder möchtest du, daß eine sinistre Person sich frei entfalten kann?

Meine Frage ist außerdem: warum kommst du von Jesus auf Bill?

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 18:05:
Wie ich von Jesus auf Gates komme, kannst du oben bei Ralf_Renkking nachlesen: Wir verlassen die eine Verschwörungstheorie und kommen auf die übliche zurück. "Sinister" war natürlich ironisch - ich mache das gerne, aber ohne Emojis.

Ob das zu deinem Hinweis auf die Klage paßt, steht auf einem anderen Blatt, da diese Klage sich ja - wie du zunächst nicht, dann aber doch bemerkt hast - nicht auf den aktuellen, alles dominierenden Verschwörungsfall bezieht.
Wenn wir schon über Verschwörungen reden (seufz!), dann sollten wir uns wenigstens einig werden, über welche.

 Graeculus meinte dazu am 15.01.22 um 18:06:
Warst nicht auch du es, der uns von meiner Jesus-Anekdote in Brasilien auf den Verdacht bringen wollte, auch hier handele es sich um eine Verschwörung?

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 18:12:
Aber Graeculus, es hängt doch alles mit allen zusammen!

Nein, ich wundere mich nur, daß man in der FAZ meldet, in Brasilien sind einige arme Schlucker ersoffen. Vermutlich nur, weil das Boot Jesus heißt. Und um uns von Corona abzulenken.

 Verlo meinte dazu am 15.01.22 um 18:24:
Sinister" war natürlich ironisch - ich mache das gerne, aber ohne Emojis.

Wirklich gedacht, daß du es ernst meinst, hab ich nicht. 

Aber von Jesus auf Bill — das ist eine Provokation. 

In mehreren Aspekten ist Bill das Gegenstück zu Jesus.

 Graeculus meinte dazu am 16.01.22 um 13:36:
Das war - wie du ja weißt - eine kleine Meldung in der FAZ, nicht zu vergleichen mit der täglichen Corona-Berichterstattung, also völlig ungeeinget, von etwas abzulenken.

Bill Gates ist das Gegenstück zu Jesus? Ich nicht! "Mir geht es wie dem Jesus / Mir tut das Kreuz so weh." Und: "Mir geht es wie dem Jesus / Mit dem ich mich verglich / Denn außer alten Jungfern / Schwärmt niemand mehr für mich." (Wolfgang  Ambros)

 Graeculus meinte dazu am 16.01.22 um 13:38:
Nicht einmal auf kV gelingt es irgendjemandem, von Corona abzulenken. Da mußte der Webmaster "brutal" die entsprechenden Threads schließen.

 Verlo meinte dazu am 16.01.22 um 16:18:
Warum sollte es jemand gelingen, von Corona abzulenken?

In diesem Faden ging es um Jesus: bis du 


was der sinistre Bill Gates mit der Impfkampagne durchzieht.

geschrieben hast.

Also so sehr scheinst du keine Ablenkung von Corona zu brauchen.  ;)

#

Woher weißt du, daß der Webmaster die Corona-Fäden schließen mußte?

Die Fäden sind ausgelagert, können nur von angemeldeten Nutzern während der Anmeldung gelesen werden, werden nicht von Suchmaschinen erfaßt: im Grunde eine Unterhaltung in einem Privat-Club mit überschaubarer Teilnehmerzahl, die mehr oder weniger das gleiche sagen.

Bis ich schrieb: 


Mit dem Fall der PCR-Tests ist die Corona-Pandemie zu Ende.

Und der Webmaster antwortete:


Na fein. Dann kann ich ja diesen Thread hier nun schließen, da kein weiterer Diskussionsbedarf besteht.

Das sieht für dich nach mußte aus?

Ist das eine Verschwörungstheorie oder basiert das auf Fakten?  ;)

#

So weit ich weiß, hat sich die Türkei angeschlossen.

Vielleicht auch andere Staaten. Ich verfolge das Thema nicht mehr wirklich. Für mich ist die Sache ja bereits seit März 2020 klar. 

Der Unterschied: bisher galt es als Verschwörungstheorie.

Sieh dir das Interview mit Dr. Fauci einfach mal selbst an ...

 Graeculus meinte dazu am 16.01.22 um 23:28:
Der Webmaster hat - jenseits der auch von ihm gerne praktizierten Ironie - doch sehr deutliche Zeichen des Überdrusses über diese Endlos-Diskussion(en) im Forumsbereich gezeigt.

Brauche ich eine Ablenkung von Corona? Mir kommt das Thema schon seit einiger Zeit zu den Ohren raus, und ich sehne mich fast schon zurück zur Brexit-Debatte.
Aber ... die Parties in Downing Street No. 10 sind auch nicht schlecht.

 Verlo meinte dazu am 17.01.22 um 00:56:
@ Graeculus

Mit ist weder die Brexit-Debatte aus den Ohren gekommen, noch kommt mit die Corona-Debatte aus den Ohren.

Aber ich sehe auch kein TV, lese keine Zeitung. 

Und in meinem Umfeld unterhält sich niemand über Corona. Hier trägt immer noch niemand Maske, auch wenn es schärfere Maßnahmen gibt nach dem Regierungswechsel. Außer er muß es, weil sein Arbeitgeber es will, oder was weiß ich.

Immerhin habe ich inzwischen eine OP-Maske. Hat mir jemand geschenkt. Für den Fall, daß auf einmal ein Busfahrer sagt: "Ohne Maske darfst du nicht in den Bus." Damit ich dann abends nicht irgendwo festhänge.

Geimpft bin ich immer noch nicht. Und jetzt damit anzufangen, lohnt sich nicht mehr.  

Für mich ist die Corona-Pandemie überstanden. 

Ich weiß, Graeculus, auch du hältst mich für einen Corona-Leugner usw., aber der Wind dreht sich: immer mehr Corona-Verschwörungstheorien werden offiziell.

Bereits im Frühjahr 2020 haben die Corona-Leugner gesagt, daß der PCR-Test keine Infektion nachweisen kann. Dafür wurden sie sehr scharf angegriffen, bei Youtube gesperrt, als Rechte beschimpft usw. 

Jetzt sagt Dr. Fauci, daß der PCR-Test keine Infektionen nachweisen kann, nicht einmal unterscheiden zur normalen Grippe, und seine Behörde hat dem PCR-Test die Zulassung entzogen.

Das bedeutet: die Grundlage für alle Maßnahmen – die hohen Infektionszahlen – hat es nie gegeben! Weil der PCR-Test KEINE Infektionen feststellen kann. Man hat lediglich positive PCR-Test für Infektionsionen ausgegeben.

Ganz deutlich gesagt: das Pusten ins Röhrchen bei der Verkehrskontrolle mißt nicht den Alkoholgehalt in der Atemluft, sondern den ... CO2-Gehalt oder was auch immer. Damit sind alle Bescheide wegen zu viel Alkohol im Straßenverkehr hinfällig.

 Graeculus meinte dazu am 17.01.22 um 17:47:
Dafür kennen meine Frau und ich erstaunlich viele Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind. Einer, ein guter Bekannter, ist sogar daran gestorben. Ein evangelischer Geistlicher übrigens ... und damit wären wir - endlich - wieder bei Jesus.

 Graeculus meinte dazu am 17.01.22 um 17:48:
Also bitte, wenn's recht ist, nichts mehr über Corona.

 Verlo meinte dazu am 17.01.22 um 18:15:
Gern.

 Graeculus meinte dazu am 17.01.22 um 18:21:
Verschwörungstheorien um Jesus sind jederzeit willkommen. Einst habe ich sogar Dan Brown gelesen.

 Verlo meinte dazu am 17.01.22 um 20:19:
Verschwörungstheorien um Jesus reißt niemand mehr vom Hocker ...

Aber wie man durch eine Krise reich werden kann und trotzdem für einen Wohltäter gehalten wird. 

Hab dir eine PN geschrieben.

 Graeculus meinte dazu am 17.01.22 um 23:53:
Ach, ich nehme mir - als alter Mann - die Freiheit, nur noch bestimmte Verschwörungstheorien interessant zu finden. Wo es um Juden & Kapitalisten geht, schalte ich ab.

 Verlo meinte dazu am 18.01.22 um 01:00:
Noch kann ich hab ich den Wunsch und die Kraft, für meine Freiheit etwas zu tun.

 Graeculus meinte dazu am 18.01.22 um 13:58:
Dagegen ist nichts zu sagen. Allenfalls: Geht es um deine oder um die Freiheit (aller)?
Ansonsten sehen wir sie offenbar an unterschiedlicher Stelle bedroht - wobei in meinem Falle, meinem antichristliche Affekt, persönliche Erfahrungen eine Rolle spielen ... wie bei anderen andere.

 Graeculus meinte dazu am 18.01.22 um 13:59:
Da habe ich mir jetzt tendenziell selber widersprochen, nämlich gemerkt, daß es auch mir um mein Leben geht.

 Verlo meinte dazu am 19.01.22 um 14:35:
Es geht selbstverständlich zuerst um mich. Das ist natürlich.

Allerdings hast du von meiner Freiheit keinen Nachteil, weil ich zB nicht 7 Mrd Menschen impfen lassen will.

"sich zu widersprechen" – das hört sich immer schlimm an, ist aber normal: es gibt immer verschiedene Aspekte derselben Sache.

Auf alle Fälle habe ich keine Angst vor der Kirche, auch nicht vor Jesus oder Gott.

Aber es gibt Menschen, die nach vergleichbarer Macht streben, und vor denen sollte man Angst haben.

Aktuell habe ich nur Angst vor mir: Seit ich an einer Bandsäge arbeite, träume ich davon, mir die Finger abzuschneiden, so daß zwei nur zwei Daumen erhalten bleiben.

 Graeculus meinte dazu am 19.01.22 um 23:08:
Vor einer Bandsäge hätte auch ich mehr Gamaschen als vor Corona, der Impfung gegen Corona oder Jesus. Zu meinem Glück muß ich nicht sägen.
Ist das dein Beruf oder bestückst du damit deinen Herd/Ofen?

 Verlo meinte dazu am 19.01.22 um 23:16:
Zur Zeit ist es mein Beruf. Ich bestücke damit die Öfen anderer.

Demnächst werde ich auch noch mit einer Kettensäge im Wald arbeiten. 

Insofern ich bin dahin noch meine Finge habe ...  ;)

 Graeculus meinte dazu am 19.01.22 um 23:18:
Den Erhalt deiner Finger wünsche ich dir - für einen Schreiberling sind sie nur schwer zu ersetzen. Aber nenne deine Kettensäge nicht "Jesus". Sicherheitshalber.

 Verlo meinte dazu am 20.01.22 um 00:08:
Guten Vorschlag!

 Graeculus meinte dazu am 20.01.22 um 15:09:
Beachtest du ihn nicht, dann kannst du vielleicht nicht mehr schreiben ... ohne Finger. Solltest du also demnächst bei kV verstummen ...

 Graeculus meinte dazu am 20.01.22 um 15:10:
Versuche es nicht. Wer mit dem Teufel speist, braucht einen langen Löffel.

 Verlo meinte dazu am 20.01.22 um 17:00:
Ich habe es so verstanden: Ich sollte die Kettensäge nicht Jesus nennen. Sicherheitshalber.

Dazu hab ich gesagt: Guter Vorschlag!

Soll ich die Kettensäge jetzt doch Jesus nennen?

Aber mein Traum hat nichts mit Jesus oder dem Teufel zu tun, auch nicht mit Gott, sondern, so vermute ich, mit einem Trauma aus der Kindheit.

 Graeculus meinte dazu am 20.01.22 um 22:24:
Ganz recht, die Kettensäge nett, aber nicht Jesus nennen. Das reizt den Teufel. So war mein Gedanke.
So war es möglicherweise auch in Brasilien.

Die Träume haben wohl bei den meisten Menschen viel mit der Kindheit zu tun. Wo schließlich empfangen wir unsere ersten und damit eindrucksstärksten Wunden? Wo sonst erhalten wir erstmals die Lektion, daß diese Welt nicht daraufhin konstruiert ist, daß wir in ihr glücklich werden?

 Verlo meinte dazu am 20.01.22 um 22:45:
Die Sägen bekommen keinen Namen. So sollte sich keine Macht provoziert fühlen.

Soweit ich es bisher verstehe, hat der Traum nichts direkt mit einem Trauma aus meiner Kindheit zu tun, sondern mit meinem Verhalten heute.

Der Traum fordert mich auf, mich zu verhalten, als wäre ich nicht traumatisiert, um mich endlich (noch einmal) von Fesseln zu befreien, die mir in der Kindheit angelegt wurden.

Ich hatte eine vergleichbare Situation schon einmal: damals hat es fünf Jahre gedauert, bis ich das Problem gelöst hatte, weil ich überhaupt keine Peilung hatte, um was es geht. 

Jetzt hatte ich bereits am nächsten Tag nach dem Traum eine Ahnung. Ich dachte: diese Stimme tief in mir hört an an wie damals.


Wo sonst erhalten wir erstmals die Lektion, daß diese Welt nicht daraufhin konstruiert ist, daß wir in ihr glücklich werden?

Wenn du mit "wir" dich und mich meinst, stimme ich dir zu. Aber ich kenne auch Menschen, die haben solche Erfahrungen nicht als Kinder gemacht. 

Ich möchte das also nicht verallgemeinern.

Wann auch immer man traumatisiert wird, meist kann man nicht bestimmen. Wichtig ist, daß man erkennt und das Richtige für sich tut.

 Graeculus meinte dazu am 21.01.22 um 17:13:
Ich meine, die Naturordnung ist ersichtlich darauf angelegt, daß Lebewesen sich fortpflanzen und vermehren; man kann das zwar auch unterlassen, aber diese Art von Lebewesen verschwindet dann halt auch - logisch.
Glück hingegen kommt zwar vor, ist aber in der Naturordnung keine relevante Größe. Glück betrifft nur die Individuen, und auf die kommt es der Natur offenbar nicht an.

Man kann diese Natur(ordnung) mögen oder ablehnen. Man kann versuchen, sich in dieser Natur - mit ihren traumatisierenden Erlebnissen - zu behaupten, oder man kann resignieren.
All das, so mein Eindruck, betrifft die Natur nicht, sondern nur die jeweiligen Individuen.

 Graeculus meinte dazu am 21.01.22 um 17:16:
Es ist ja jetzt wieder - falls das ins protestantische Norwegen durchsickert - von dem System katholische Kirche die Rede. Das weckt bei vielen und so auch bei mir unangenehme Erinnerungen. Wieviele Kinderseelen die auf dem Gewissen hat! Und das meine ich nicht nur bezogen auf sexuellen Mißbrauch.

 Verlo meinte dazu am 21.01.22 um 22:02:
Graeculus, du kann kritisieren wenn oder was du willst, deine Situation wird das nicht verändern.

 Graeculus meinte dazu am 21.01.22 um 23:51:
Wer sagt, daß ich sie verändern will?
Ambrose Bierce in seinem "Wörterbuch des Teufels":

Anders, adv. - Auch nicht besser.
Sie ertragen zu lernen, die conditio humana, wäre schon ausreichend.

 Graeculus meinte dazu am 21.01.22 um 23:52:
Willst du die deine etwa verändern? Hüte dich.

 Verlo meinte dazu am 22.01.22 um 01:11:
Ich verändere meine Situation ständig, nämlich immer, wenn ich mit etwas nicht zufrieden bin. (Nicht nur, damit ich mir die Finger nicht absäge.)

Um sie auszuhalten, reicht schon etwas Alkohol. Ist also nicht schwer.

 Graeculus meinte dazu am 22.01.22 um 17:39:
Ich verändere meine Situation ständig, nämlich immer, wenn ich mit etwas nicht zufrieden bin.
1. Wenn du die Möglichkeit dazu hast.

2. Wenn du Glück hast, wird es dadurch besser - was keineswegs garantiert ist.
Wilhelm Busch:

Der Ort ist gut, die Lage neu,
Der alte Lump ist auch dabei.
Alkohol verstärkt nach meiner Erfahrung eine bestehende Stimmung. Und wenn diese mies ist ...

 Graeculus meinte dazu am 22.01.22 um 17:41:
Ich kann mir nicht vorstellen, daß du mit Alkohol andere Erfahrungen gemacht hast.

Heroin soll anders wirken, aber dafür zahlt man natürlich einen hohen Preis.

 Verlo meinte dazu am 23.01.22 um 00:56:
Jetzt weißt du, warum ich seit 93 keinen Alkohol mehr trinke: ich habe mich mit dem alten Lumpen in mir angefreundet.

 Graeculus meinte dazu am 23.01.22 um 23:21:
Eine bemerkenswerte Leistung (womit ich nicht meine, daß ich dich für einen ausgesprochenen Lumpen halte)! Wie ist dir das gelungen?
Ist die Kluft zwischen dem, was man gerne wäre, und dem, was man ist, nicht unüberbrückbar? Offenbar nicht. Du bist dabei aber ganz ehrlich dir selbst gegenüber, ja?
Sich selbst über sich selbst etwas vorzumachen, das ist nicht mein Weg.

 Graeculus meinte dazu am 23.01.22 um 23:52:
Heute habe ich mir gedacht: Jeder Mensch kann sich frei entscheiden, ob er mit mir zusammensein möchte - nur ich nicht.

 Verlo meinte dazu am 24.01.22 um 17:12:
Ich versuche mir zu geben, was ich wirklich will/brauche.

Da ist Ehrlichkeit Grundvoraussetzung.

 Graeculus meinte dazu am 24.01.22 um 22:56:
Ein gutes Kriterium für Ehrlichkeit gegenüber sich selbst besteht darin, daß man sich seiner unangenehmen und peinlichen Eigenschaften bewußt ist; Man muß die nicht öffentlich machen, aber es ist gut, wenn man sie kennt.

 Verlo meinte dazu am 24.01.22 um 23:00:
... und man sollte sie sich verzeihen.

 Graeculus meinte dazu am 24.01.22 um 23:14:
In eigener Sache ist man kein Richter ... und auch nicht zugleich Kläger und Angeklagter.
Das Verzeihen findet zwischen Menschen statt.
Vielleicht denkst du da irgendwie christlich (ohne Christ zu sein), Gewissen und so?
Ich denke eher antik (heidnisch), und sich selbst zu verzeihen war nicht das Problem des Ödipus, trotz seiner Schuld. Wir Menschen können in Situationen geraten, in denen wir mit uns selbst und anderen überfordert sind.

 Verlo meinte dazu am 24.01.22 um 23:46:
Auch du hast mehrere Seelenteile in dir. 

Einige wirst du unterdrücken. 

Öffne dein rationales Gefängnis und laß sie frei!

Auch du bist nur so frei, wie es deine Minderheiten sind. 

Wenn du es getan haben wirst, mußt du den Unterdrückern verzeihen, sonst wirst du nicht weiterleben können.

 Graeculus meinte dazu am 25.01.22 um 15:27:
Ich unterdrücke bei mir nichts. Das mag gut sein oder schlecht.
Deine schon mehrfach vertretene Annahme, ich sei ein einseitig rationaler Mensch, resultiert aus deiner wenig umfassenden Kenntnis meiner Person.
Bei meinen äußeren Unterdrückern halte ich es mit Heinrich Heine: "Gerne will ich meinen Feinden verzeihen - aber nicht, bevor ich sie hängen sehe!"

 Verlo meinte dazu am 25.01.22 um 17:02:
Dann hänge sie endlich!

 Graeculus meinte dazu am 25.01.22 um 18:01:
Ich hänge niemanden. Wie H.H. das gemeint hat, weiß ich nicht - damals wurde ja noch gehängt. Ich hingegen fasse das metaphorisch auf und bin überzeugt, daß manche Menschen sich selbst durch ihr Verhalten in die Katastrophe manövrieren. Gebe aber zu, daß das auf deinen Stiefvater nicht zuzutreffen scheint. Doch: audiatur et altera pars!

 Verlo meinte dazu am 25.01.22 um 18:53:
Ich meinte "hängen" wie du es gemeint hast.

Mein Stiefvater ist ein sehr netter Mann, der selbstverständlich nie etwas Böses getan hat.

Davon ist jeder überzeugt, der noch nie dabei war, der noch nie in seinen Augen den anderen gesehen hat.

Wobei ich denke, daß der andere (der Böse), der eigentliche ist.

Aber nicht krank in dem Sinn, daß er keine Kontrolle hat: mein Stiefvater weiß sehr genau, gegen wen er böse sein kann, gegen wen er auf keinen Fall böse sein darf, und er hält sich daran.

 Graeculus meinte dazu am 26.01.22 um 17:12:
Wenn wir uns da richtig verstanden haben mit dem Hängen, dann ist es gut.

Stiefväter (und -mütter) haben ja einen legendär schlechten Ruf. Das am eigenen Leibe zu überprüfen, hatte ich (zu meinem Glück?) nicht die Gelegenheit.
Daß der Deinige in seinen Augen völlig unschuldig ist, glaube ich gerne. Sagt aber nichts. Das galt ja auch für sämtliche Angeklagten im Nürnberger Prozeß.
Da bei Dir eine juristische Aufarbeitung wohl nicht mehr in Betracht kommt (Verzeihen ebensowenig), bleibt Dir nur: Abstand halten, möglichst auch innerlich. Die norwegische Einsamkeit (so stelle ich mir das vor) sollte das erleichtern.
Kommst Du damit klar?

 Verlo meinte dazu am 26.01.22 um 17:19:
Ich komme klar.

 Graeculus meinte dazu am 26.01.22 um 23:21:
Und das ganz ohne Alkohol. Gut!

 Verlo meinte dazu am 26.01.22 um 23:36:
Ja, da bin ich auch stolz auf mich: das letzte Mal hab ich Alkohol 1993 getrunken.

2000 hab ich mit dem Rauchen aufgehört. 

Einige anderer Süchte hatte ich auch. 

Ich bin zufrieden.

 Graeculus meinte dazu am 27.01.22 um 00:14:
Wie verschieden die Menschen sind! Ich lebe mit beiden Süchten und bin ebenfalls zufrieden. Weitere Sucht: Bücher.
Aber Dein Stolz, davon losgekommen zu sein (Bücher?), sei Dir gegönnt.

 linkeln (19.01.22, 18:26)
Oh, was hätte die kath. Kirche daraus gemacht, wenn das Boot "Atheisten" geheißen hätte. Die Kommentare wären um einiges länger.

 Graeculus meinte dazu am 19.01.22 um 23:10:
Ich glaube (!) es zwar nicht, aber vielleicht hieß eines der Boote tatsächlich so. Hätte ich mich dahinein gesetzt? Das hätte ich konsequenterweise tun müssen.

 linkeln (19.01.22, 18:42)
"Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin Katholik und Atheist. Gott sei Dank!" Luis Bunuel

 Graeculus meinte dazu am 19.01.22 um 23:16:
Ach, von Bunuel ist das?
Sehr schön ist auch das folgende:

Five years after the Good Friday Agreement (GFA), I was in Belfast again for work. This time there was no border, no indignity and no fear.
Hearing my Dublin accent, a man in his sixties asked, “Are you Catholic or Protestant?”
“Neither, I’m atheist!” I said triumphantly.
“Yes, but are you a Catholic atheist or a Protestant atheist?”
Religion in Northern Ireland is like the Hotel California, I was told. You can check out, but you can never leave.
[Tess Finch-Lees: Anyone who thinks Brexit won’t bring back violence to Ireland doesn’t understand the Good Friday Agreement. The Independent, Tuesday 10 April 2018 - tinyurl.com/y9hazyr9]
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