Übermut tut selten gut oder Wehret den Anfängen!

Anekdote zum Thema Lebensweg

von  Bluebird

Ich mochte vielleicht vier Jahre alt gewesen sein, als sich ein gewisser Übermut meiner bemächtigte. Durchaus wissend, dass es mir eigentlich nicht erlaubt war, fuhr ich mit einem geborgten Roller an eine der vier Grenzen der mir bekannten Welt.

   Vor einem kleinen Bahnübergang am Ende der Dorfstraße stoppte ich und blickte neugierig hinüber ins unbekannte Land.


Welche Gedanken oder Träumereien mir damals durch den Kopf gingen, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Aber ich erinnere mich noch sehr genau, wie plötzlich ein heftiger Donnerschlag die Luft erfüllte. Erschrocken fuhr ich herum und blickte hinauf in den Himmel, wo sich tiefschwarze Wolken bedrohlich formiert hatten.
   Ein heller Blitz zuckte auf, gefolgt von einem tiefen Donnergrollen. Erste Regentropfen fielen.
 Ich hatte verstanden!
   Schuldbewusst fuhr ich, so schnell ich es vermochte, heimwärts. Ich hatte gerade die heimatliche Haustüre erreicht, als es erneut blitzte und in Strömen zu regnen begann.


An diesem diesem denkwürdigen Tag könnte bei mir so etwas wie eine erste Gottesahnung entstanden sein! Der Zusammenhang zwischen meiner übermütigen Tat und dem bedrohlich auf mich herabschauenden Himmel schien offensichtlich! Intuitiv verstand es als eine unmissverständliche Warnung, mich in Zukunft innerhalb der mir erlaubten Grenzen bewegen zu sollen.  
   Und auch heute - viele Jahrzehnte später - ich bin mir ziemlich sicher, dass meine damalige Deutung richtig war!



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Kommentare zu diesem Text


 LotharAtzert (06.05.26, 16:58)
Bis zum Beginn des letzten Satzes hat es mir sehr gut gefallen, wirklich auch spannend erzählt. Aber dann: 
Es war eine unmissverständliche Warnung, mich in Zukunft innerhalb der erlaubten Grenzen bewegen zu sollen.
Was für ein mutloser Schluß. Wer nicht sündigt und an der Buße reift, der lernt nicht viel. Das sündhafte Leben und die Folgen macht einen erst zum Individuum und nur ein Individuum kann der Welt entsagen. Dein Sündenregister ist zu klein. Ich wüsste da ja was ...  :)

 Bluebird meinte dazu am 06.05.26 um 17:18:
Ja, den Mutigen gehört die Welt und den allzeit "Braven" nicht unbedingt das Himmelreich! 
Gleichwohl bin ich ja in späteren Jahren nicht an den Bahngleisen stehengeblieben, sondern habe die "Gefilde des Spiritismus" betreten. Was mir hätte durchaus zum Verhängnis werden können!
In diesem Sinne. Der Ruf der Sünde mag ja verlockend sein ...

 DanceWith1Life antwortete darauf am 06.05.26 um 17:32:
Das erste Bemerken der Kräfte die uns umgeben als „Gottesahnung“ zu bezeichnen ist schon sehr kindlich, also anscheinend Nichtvorhandensein von  Klarheit passiert, kein Wunder, dass dann so verschwurbelt weiter interpretiert wurde.
Wäre es nicht mehr im Sinne der „Gottesahnung“ gewesen, festzustellen, sich getraut zu haben und rechtzeitig umgekehrt zu sein.

Antwort geändert am 06.05.2026 um 17:37 Uhr
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