Mücke im Rücken und das Panorama ihrer Geisterfahrt

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Vier Uhr nachts, kaum Schlaf bisher - kaum einer wird folgen.

 

Mückenterror, jucken und kratzen, vielleicht fliegt sie mir auf den hellen Bildschirm, wenn ich nur schreibe, dann hätte das Schreiben einen Nutzen gehabt, vielleicht hört das Jucken nach dem Kratzen auf, vielleicht fällt die Mücke einfach tot um, vom blutleeren Wort, aus Furcht vor dem Morgengrauen, aus Anstand oder als Ausstand. Wahrscheinlich passieren wird das gegen halb sechs, wenn es zu spät zum Einschlafen ist und zu früh zum Aufstehen.

 

Vor mir, im großen Fenster, das Meer, die Stadt, die Lichter, sie schläft nie, so wie die Mücke, da flog sie gerade vorbei, vielleicht nur eine von Vielen vor den vielen Lichtern der einen Stadt Pescara.

 

Hinter mir, in meinem Rücken, das Abruzzengebirge Majella mit dem Monte Amaro und ebenfalls zu meiner Linken das Gran Sasso d'Italia, das größte Gebirgsmassiv der Abruzzen, mit dem etwa 2900 Meter hohen Gipfel des Corno Grande.

 

Ein einziger Stern über der Stadt, deren Lichter betrunken funkeln, die Hunde auf dem Anwesen jaulen, die Vögel, sie krächzen, etwas muss sie aufgeschreckt haben … die Mücke? Nein, diese ist immer noch hier, saugt und sticht und bleibt verborgen, wie das Meer in der Dunkelheit, unter dem weiten Himmel und hinter der Stadt, als Ahnung und Nuance der Nacht dort draußen.

 

Alleine in diesem Teil des Hauses wird mir mulmig, erst recht in der Nacht und trotz der Aussicht, es könnte jederzeit jemand kommen, ungebeten, ungesehen … die Mücke?

 

Still ist es um sie geworden, doch sie schafft immer noch und weiter Tatsachen, hinterrücks im Schatten, am Bein, am Arm und im Rücken. Auch ich werde mich nun wieder in die Schatten legen, ein dunkler Körper in hellen Laken werden, zu einem Gespenst, das den einzigen Stern über der Stadt im Auge hat, während es sich wundkrazt …

 

und nicht lange, dann wird es wieder Oliven ernten.




Anmerkung von S4SCH4:

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