Bekanntlich gibt es in den aufgeklärten Demokratien des Westens eine Gewaltenteilung: Eine Legislative, die sich Gesetze ausdenkt, eine Judikative, die kontrolliert, ob das Gesetze im Sinne der Verfassung sind , und eine Exekutive, die die dann beschlossenen Gesetze durchsetzt. Diese Drei-Teilung sorgt dafür, dass es ein gütliches Miteinander geben kann, sofern die Leute diese wirklich ernst nehmen.
Wer genau hinguckt, wird in unserem Land aber feststellen, dass es längst auch eine vierte Gewalt gibt. Nennen wir sie die Destruktive. Die Destruktive vereint die Kräfte, die gezielt alle Schwächen und Lücken jener gütlichen Dreiteilung ausnutzt. Zur Zeit tun sich hier die Mineralölkonzerne besonders hervor. Stichwort Energiekrise. Sehr destruktiv, wie sie in ihrer Profitgier die Versorgungssicherheit im Lande unterminieren. Destruktiv, weil sie damit auch das Vertrauen in Legislative und Exekutive kaputt machen. Destruktiv zu guter Letzt für die Endverbraucher, die ihren Übergewinn finanzieren müssen.
Manche gehen dabei Pleite, verlieren den Job oder ihre berufliche Mobilität. Es wäre glatt der Hohn, nun nach einer fünften Gewalt im Staate zu rufen, eine, die jene Zerstörungen zumindest etwas abfedern könnte. Diese fünfte Einrichtung hätte dann den Namen Caritative.