Das Wichtigste im Leben ist der finale Tod. Weil ihn niemand umgehen kann und alle äußere Welt plötzlich aus ist. Weshalb sich kluge Menschen so früh, wie möglich, mit Körper, Rede und Geist darauf vorbereiten. Zum Beispiel durch Betrachtungen, - es folgt auf den Tag die Nacht, die wiederum dem Tag weicht, solange die Erde sich um die Sonne dreht. Säugetiermenschen atmen ein und aus und ein, wellenberg wellental, … da kann eigentlich der Tod nur mit dem Leben sich verwandeln. So wie jedes Jahr der Frühling wiederkehrt, indess ein halbes Jahr später der Herbst die Früchte einlagert für die Finalität.. Es ist eine Ordnung beim Kreisen um Lichtendes. Um Heideggerndes womöglich.
So dachte ich ungefähr, seit ich die erste Brustwarze in den Mund gestopft bekam und das Saugen instinktiv parasympathisch aufnahm, die Milch, das Bäuerchen am Ende beseligend. Und las bald darauf das tibetanische Totenbuch. Das erschien mir zielführender als lasergesteuerte Waffen gegen Lebende. Aber wie es immer wieder auch ist, ich mußte erst im Leben kläglich scheitern, als Sohn, Ehemann, Vater, Geschäftsmann, um auf Dzogchen – die Große Vollkommenheit - und den ehrenwerten Lehrer Namkhai Norbu zu stoßen, welche, zusammengefaßt nichts anderes lehren, als Rigpa, - die reine Präsenz ohne wenn und aber, dafür mit Regenbogengewand, ringförmig als Tigle (Mittelpunkt des Vayra, des Diamantzepters) aus fünf Elementen. Letztlich dh. ohne -end-, gibt’s nichts anderes zu tun als das Sein sein lassen, wie es ist – präsent sein, da haben lebenslängliche Sterblichkeiten keine Chance, es jemals dingfest, jemals verbrauchbar zu machen.
Und so habe ich heut, im Hier und Jetzt von Präsenz zu Präsenzrückkehrfolgen das Scheitern stets vor Augen, noch mehr im Herzen, während das allgute Sein im Regenbogenkörper davon unberührt bleibt.
Alles fügt sich vom Chaos nach der Ordnung zur Gestalt, sowie zur Gestalung der Anlage zur Eigenständigkeit, neuem Karma, in diesem, in jenem Rhythmus.
Doch der kurze Weg ist kürzer: „Das Sein, wo an sich nichts zu ordnen ist, sein lassen, wie es ist – so mal als transzendierende Möglichkeit in Betracht gezogen, wenig Schaden anzurichten“, meint unser orientalischer Gastschweiger Sungrab Gyatso Escarolus.