In der Erfolgsspur, aber doch schon leicht bergab

Anekdote zum Thema Lebensweg

von  Bluebird

Die ersten beiden Jahre auf dem Kettwiger Gymnasium waren nahezu traumhaft. Ich war in eine Schulklasse von Jungen und Mädels geraten, in der ich mich pudelwohl fühlte. 
   Meine schulischen Leistungen waren herausragend, ohne dass ich mich dafür allzu sehr anstrengen musste, Ich war - auch wegen meines fußballerischen Talents - recht beliebt und so wurde ich schon bald zum Klassensprecher gewählt.
   Für mich war das eine Ehre und Verpflichtung zugleich. Besonders dem allseits gefürchteten Lateinlehrer bot ich mutig die Stirn und wies ihn mehr als einmal in die Schranken. Einbildung?

   Beim letzten Schultreffen vor einem Monat sagte ein Klassenkamerad aus jener Zeit: „Er war dir (argumentativ) nicht gewachsen!“

   Aber wie das so ist! Zu viel Glück und Ehre bekommt einem auf Dauer nicht und kann einen auch Stolz machen. Und der kommt bekanntlich vor dem Fall!


In der Quarta merkte ich schon, dass nicht mehr alles so rund lief. Es zeigten sich die ersten kleinen Risse. Ich begann zu spüren, dass irgendetwas mich zu beunruhigen begann. Waren es die ersten beobachtbaren Techtelmechtel in der Klasse, aufkeimende eigene pubertäre Gefühle oder auch häusliche Ungereimtheiten?

   Um mal ein leicht verständliches Bild zu gebrauchen: Man paddelt in einem Kanu auf einem ruhigen Fluss und merkt plötzlich, dass einen leichte Strömungen zu erfassen beginnen. Noch nicht besorgniserregend, aber man muss sich schon etwas mehr bemühen, um Kurs zu halten.

   Die Strömungen verstärken sich und tief im Innern ahnt man schon, dass dies vielleicht erst der Anfang einer immer bedrohlicher werdenden Entwicklung ist. Die man aber auch nicht aufhalten kann.


   



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