Vom inneren Gewahrsein

Beschreibung zum Thema Wirklichkeit

von  LotharAtzert

Bist du gewahr, bist du zeitlos.

Sein ohne Zeit ist für Seiende vielleicht vorstellbar,

doch die Vorstellung ist bloß vor‘s Unvorstellbare gestellt, als Zeichen der Nichtanwesenheit desselben.

Das innere Gewahrsein wertet nicht, es ist wahr als unbefleckter, leuchtender Zustand. Ungeboren, unvergangen ist es unzerstörbar allgegenwärtig.
Karma Sungrab Gyatso

 

 

Garab Dorje – (= Unzerstörbare Freude):

        Die direkte Einführung in den Urzustand […]

        Der Schüler […] hat keinerlei Zweifel mehr darüber, was das ist.C

        Der Schüler bleibt in diesem Zustand[…]

 aus Namkhai Norbu, Dzogchen der Weg des Lichts, S. 43

 

KI:

Die drei Aussagen

1. Direkte Einführung in die Natur des eigenen Geistes (tibetisch: Ngo rang tok tu tré)

         • Bedeutung: Man erkennt direkt das wahre Antlitz des ursprünglichen Gewahrseins (Rigpa), meist durch die weisheitsvolle Anleitung (Pointing-out Instruction) eines qualifizierten Meisters.

2. Entschieden sein bezüglich dieses einen Zustandes (tibetisch: Tak chik tok tu ché)

         • Bedeutung: Man gewinnt ohne jeden Zweifel Gewissheit darüber, dass alle Phänomene von Samsara und Nirvana Ausdruck oder Spielraum dieser ureigenen Geistessenz sind.

3. Fortfahren mit Zuversicht in die Selbstbefreiung (tibetisch: Deng drol tok tu cha)

         • Bedeutung: Jede auftauchende Gedanke oder Emotion befreit sich von selbst im selben Moment des Entstehens, ohne dass man eingreifen oder festhalten muss.

 

Meine Wenigkeit:

Es heißt ja, daß die einfachsten Dinge sich immer als das Schwerste entpuppen. Der ehrwürdige Namkkhai Norbu lockte mich mit den Worten in die Dharmafalle, daß Dzog Chen was für Faule ist und ich bin in vielerlei Hinsicht inaktiv, - faul ist so ein Siechbegriff – naja, wo die Faulheit schon offenbar ist, muß man großzügig das Gewebe entfernen, falls man nicht bei lebendigem Leib. … ja liebe Leser, was glaubt ihr denn?

Präsent zu sein, sonst ist nicht weiter zu tun, - ja wie lange schafft es der Langsame? Drei Sekunden?,- der Schnelle ist augenblicklich mit dem Intellekt abgehauen.

 

Präsent sein ist Gewahrsein. Tat-Sächlich gehört die Dauer zur Intellektuellenvorstellung und ist wissenschaftlich niemals den gewöhnlichen Sterblichen zu beweisen. Nur Präsenz ist präsent – Zukunft noch nicht da, Vergangenheit nicht mehr und die Mitte ist unbewohnbar. Und das ist das Problem an der Sachbereichsleitung: der gewöhnliche Geist ist auf der Flucht ins Denken und ist damit hier jetzt in der großen Vollendung nicht mehr anwesend.

Eine Anwesenheitspflicht, ja die gibt es noch Solange Gier, Haß und Unwissenheit in tiefen Verstecken hausen, soll aus Gier Mitgefühl, Haß Güte und aus Unwissenheit Wissen werden, aber es wird nicht gefordert, sondern wer raus will, ist bereits aus der Gegenwart und mithin aus dem ursprünglichen Gewahrsein, oder auf tibetisch Rigpa.

 

Die Einweihung, ja was soll ich sagen, danach gibt es keine Zweifel mehr bezüglich der Selbstbefreiung, das kann ich so weit bestätigen. Jetzt ist da nur noch immer die Sache mit der Faulheit und tatsächlich fällt mir der christliche Satz ein: „Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach.“ Aber da ich fortfahre mit dem Punkt 3, der Zuversicht in die Selbstbefreiung, wähl ich, so gut ich es vermag, das Artikulieren von Rigpa – Reines Bewußtsein.
- Das wahre Antlitz des ursprünglichen Gewahrseins ist unzerstörbare Freude.

 

 

 

 



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (17.10.26, 17:32)
Da saach ma noch eina was gegen die KI!  :)

Und ich denke, dass auch der Unvollkomene (oder gerade der) das reine Bewusstsein erlangen kann.

Die unzerstörbare Freude strahlst du jetzt schon ein wenig ab; so habe ich dich jedenfalls kennengelernt.

 Moppel meinte dazu am 17.10.26 um 19:30:
;)

 DanceWith1Life (17.10.26, 17:41)
Es liegt mir fern einem praktizierenden Buddhisten einen kritischen Kommentar zum Thema „ inneres Gewahrsein“ zu schreiben. Ich finde nur den Ausflug in die christliche Metaphernsprache“ wie soll ich es sagen, nicht ganz gelungen, denn ein aufmerksamer Leser findet hier reichlich Hinweise auf den unsteten Geist unserer Alltagswahrnehmung und findet sich dann von einem Bibelspruch vor den Kopf gestoßen, nicht ganz stimmig, finde ich. Du hättest bei der buddhistischen Sichtweise bleiben sollen und konsequent das Thema behandeln, falls das Thema mit der christlichen Interpretation verglichen werden sollte, wird das wahrscheinlich etwas umfangreicher. Ansonsten gern gelesen.
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