Unvergessene Heimat

Sonett zum Thema Heimat

von  EkkehartMittelberg

Die Bergarbeiterhäuschen waren grau

und Kohlenstaub lag auf den Fensterbänken,

an Liebreiz gab es wenig zu verschenken,

die Sprache klang für fremde Ohren rauh.

Am Fenster sah man traurige Gestalten,

die Lunge war vom Kohlenstaub zerfressen,

man schätzte sie, sie waren unvergessen

und wartend ließen sie das Schicksal walten.

Jedoch wenn Blütenpracht die Gärten zierte,

mit ihren Farben Häuschen kontrastierte,

erwachte lebensfroh die Kolonie

und abends rot der Himmel von der Kokerei

verwandelte zu Glanz das Einerlei,

die Fackel der Heimat vergesse ich nie.



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Kommentare zu diesem Text


 Saira (04.04.26, 10:28)
Ekki, du zeichnest Heimat hier auf eine sehr echte Weise. Zwischen Härte und leiser Schönheit entsteht etwas, das bleibt. Vor allem das Ende hat mich berührt.

Ich wünsche dir und deinen Lieben eine schöne Osterzeit.

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 04.04.26 um 13:53:
Merci, Sigi,
du hast es erkannt: Meine Heimat hatte hatte harte Konturen und die Schönheit war leise. Ich schreibe im Präteritum, weil sich das Ruhrgebiet mit der Stillegung der Zechen sehr gewandelt hat.

Liebe Grüße
Ekki

 harzgebirgler (04.04.26, 10:48)
...sie brannt' sich ins gedächtnis ein
als bleibend heimatlicher schein.

lg
henning

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 04.04.26 um 13:57:
Gracias, Henning. Wenn in Hamm abends die größte Kokerei Europas abfackelte, war die gesamte Himmelskuppel glutrot. Das brannte sich ins Gedächtnis ein.

LG
Ekki

 Didi.Costaire (04.04.26, 15:02)
Hallo Ekki,

immer, wenn du dacht'st, es ging nichts mehr,
kam von der Kokerei ein Lichtstrahl her 🫠

Schön beschrieben. 

Beste Grüße, 
Dirk

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 04.04.26 um 16:30:
Grazie, Didi, es war tatsächlich so, dass das Heimatgefühl mich stärkte.
Liebe Grüße
Ekki

 plotzn (05.04.26, 11:17)
Eine schöne Reminiszenz, lieber Ekki!

Ich kann mich noch gut an das Hoesch-Leuchten des Hochofenwerks Phoenix-West in Dortmund Ende der Achziger Jahre erinnern. Auch wenn das Ruhrgebiet nicht meine Heimat ist, habe ich es doch in gut zehn Jahren schätzen und lieben gelernt.

Schöne Osterfeiertage!
Stefan

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 06.04.26 um 11:04:
Gracias, Stefan,
das Ruhrgebiet hat Charakter. Das ist der Grund, weshalb es inzwischen viele schätzen, obwohl es landschaftlich weniger  schön ist als viele andere deutsche Gebiete.
Liebe Grüße
Ekki

 AnneSeltmann (11.04.26, 06:41)
Guten Morgen lieber Ekki!

Da kommen Erinnerungsbilder hoch. Kürzlich habe ich noch ein Interview mit Herbert Grönemayer gesehen und sein Lied "Bochum" wurde mit all den Bildern aus der Zechenzeit untermalt. 

Du beschreibst es wunderbar und man fühlt sich sofort dorthin zurückversetzt. 

Liebe Grüße

Anne

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 12.04.26 um 23:24:
Es ist schön, dass wir unsere Erinnerungen teilen können, Anne.
Liebe Grüße
Ekki

 Moppel (18.04.26, 14:42)
ja, berührend, Ekki lG von M.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 18.04.26 um 18:20:
Merci, Moni,
LG
Ekki
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