Auf die Form kommt es an

Ansprache zum Thema Kunst/ Künstler/ Kitsch

von  EkkehartMittelberg


Heute morgen sah ich seit langer Zeit mal wieder den Film “Der Hauptmann von Köpenick” mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle.
Da ich den Film mehrere Male geschaut habe, stellte sich keine Handlungsspannung mehr ein. Dennoch war ich gefesselt wie beim ersten Zuschauen. Aber die Akzente der Betrachtung hatten sich total verschoben.
Ich achtete jetzt viel mehr auf die Nuancen der Ausdrucksweise, der körperlichen Gesten, der Kameraführung , der Kostüme, der Beleuchtung usw. Erst jetzt, wo die Aufmerksamkeit, für die Gestaltung des Kunstwerks völlig frei war, wurde mir in vollem Umfang bewusst, wie großartig es ist.
Mir wurde auch bewusst, wie sehr wir bei der Kommentierung der Texte von KV auf den Gehalt fixiert sind. Das ist natürlich, weil es sich bei diesem Lesevorgang meistens um Erstlektüre handelt und die Realisierung des Gehalts unsere Aufmerksamkeit bindet. Aber vielleicht sollten wir uns öfter die Zeit nehmen, die Texte noch ein zweites oder drittes Mal zu lesen, um ihrer Gestaltung beim Kommentieren Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, denn letztlich ist es doch so: Wie die Uniform dem Menschen Glanz verleiht, so die Form der Kunst.
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Anmerkung von EkkehartMittelberg:

Bildquelle: Pixabay, aiartista-ai-generated-8308315_1920

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Kommentare zu diesem Text

Alabanda (41)
(01.05.26, 13:14)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 01.05.26 um 13:57:
Nein, das Foto soll unterstreichen, wie die Uniform dem Menschen Glanz verleiht
Alabanda (41) antwortete darauf am 01.05.26 um 20:01:
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 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 01.05.26 um 22:26:
Hallo Alabanda,
dein kritischer Blick ist angemessen. Aber der Glamour des Fotos lässt sich wohl nicht bestreiten, wenn sich auch kritische Geister nicht einfangen lassen.
Alabanda (41) äußerte darauf am 01.05.26 um 22:36:
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 DanceWith1Life (01.05.26, 13:16)
Sehr interessanter Blickwinkel, Ekki, ich möchte nur noch einmal darüber nachdenken, was alles passiert bzw. nicht passiert wenn ein Text entsteht, und das ist bei jedem Autor anders.
Der Satz, die Schönheit liegt im Auge des Betrachters und davon handelt dieser Text, wenn man ihn genau liest.

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 01.05.26 um 14:01:
Merci, Dance, von der Schönheit im Auge des Betrachters mag dieser Text auch handeln, mir geht es primär um die Bedeutung der Form/Gestaltung bei der Kunst.

 DanceWith1Life meinte dazu am 01.05.26 um 14:44:
In einem für alles offenem Thread, würde ich jetzt einfach mit, quod erat demonstrandum, antworten, zu deiner Antwort, bleibt mir nur, aber natürlich.

 AchterZwerg (01.05.26, 16:19)
Im günstigen  Fall, bedingen sich Form und Inhalt.
Dieses seltene Vergnügen haben wir hier in der Regel nicht ... dafür aber viel Spaß!

Und das ist ebenfalls viel wert. - Womit ich allerdings nicht sagen möchte, dass es im Hauptmann von Köpenick nichts zu lachen gibt.
Eben weil der Inhalt einer Uniform nicht unbedingt mit dem Dienstgrad identisch ist.  ;)

Liebe Grüße
Piccola

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 01.05.26 um 17:04:
Grazie, Piccola,
leider hat die Geschichte gezeigt, dass auch Idioten in der Uniform eines Generals gesteckt haben.
Herzliche Grüße
Ekki

 AchterZwerg meinte dazu am 01.05.26 um 17:35:
Stimmpt!
Mehr als einmal!  :O

 Saira meinte dazu am 01.05.26 um 18:20:

 Saira (01.05.26, 18:19)
Moin Ekki,

ich denke, ein Text kann vieles enthalten: Inspiration, Kreativität, Schönheit, Witz, aber auch Missratenes, selbst wenn die Form gelungen ist.

Tja, und was ist Missratenes? Die Antwort liegt sicherlich im Auge des Betrachters.

Es gibt Texte, da lohnt sich ein mehrfaches Lesen.

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 01.05.26 um 18:26:
Ja, Sigi,

es kann etwas missraten,
auch wenn die Form gelingt.
das sind Missetaten,
die die Missgunst bringt.

Liebe Grüße
Ekki

 Saira meinte dazu am 01.05.26 um 18:38:
stimmt, Ekki, die Missgunst sitzt wie ein kleiner Kobold im Hintergrund und ruft: „Hurra, hier kann ich meine Show starten!"

"Übel", sprach der Dübel.
Teo (73)
(01.05.26, 21:27)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 01.05.26 um 22:18:
Gracias, Teo,
Alabanda (oben) und du, ihr seid kritische Betrachter von Uniformträgern. Das ist gut so. Aber den Meisten geht des so wie den Gehorsamen im Hauptmann von Köpenick. Sie lassen sich durch den Glanz der Uniform blenden. Für den kritischen Betrachter ist natürlich ein so hochdekoriertes junges Mädchen verdächtig.
Nachdenkliche Grüße
Ekki

 HannaScotti meinte dazu am 02.05.26 um 04:47:
Meines Erachtens bleibt ihr in der Betrachtung des Mädchens hängen. Was ich eigentlich aus Ekkis Text heraús lese, ist der Respekt vor dem anders sein des Anderen. Die offensichtlich sexistische Darstellung eines Menschen geht für mich am Thema vorbei, Wieder einmal ein Beispiel für utilisiertes Gerede in euern Antworten. Es geht doch um euch, um euer eigenes Verhalten einem anderen Menschen gegenüber. Den anderen Menschen zu achten und den Texten, die Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen gebührt, ist schon ein guter Anfang.
Hier findet gerade ein gutes Beispiel von framing statt und ihr merkt es nicht.
Dein pädagogischer Duktus, lieber Ekki,  ist meines Erachtens hier nicht zielführend, er lädt eher zum Schwurbeln über Nebenschauplätze ein.
LG Hanna

Antwort geändert am 02.05.2026 um 05:16 Uhr

Antwort geändert am 02.05.2026 um 05:37 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 02.05.26 um 17:00:
Danke Hanna,
Ich fasse noch einmal zusammen, worum es mir mit meinem Beitrag geht:
1. In dem Film "Der Hauptmann von Köpenick" verleiht die Uniform dem Hauptmann Autoriät und Glanz.
2. In literarischen Kunstwerken sind es die Gestaltungs- mittel, die dem Gehalt künstlerischen Glanz verleihen.
3. Das Bild unterstreicht, dass eine Uniform der Trägerin Glamour gibt. Ob sie die Orden verdient hat, steht in meinem Text überhaupt nicht zur Debatte.

 HannaScotti meinte dazu am 02.05.26 um 17:25:
Danke Ekki für deine Erklärung.
LG Hanna

 harzgebirgler (02.05.26, 17:30)
hallo ekki,

wo sich form und inhalt voll ergänzen
gibt es wenig grund für differenzen.

lg
henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 02.05.26 um 19:56:
Vielen Dank, Henning,
du hast meine Intention voll verstanden.
LG
Ekki
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