Heitere Vorurteile über Philosophen

Ansprache zum Thema Betrachtung

von  EkkehartMittelberg

  1. Immanuel Kant ging nie auf den Strich. Er blieb daheim beim Ding an sich.
  2. Schiller sprang über manche Hürde elegant mit Anmut und Würde.
  3. Wer den Schopen haut, heimlich dir den Willen klaut.
  4. Hegel lässt Marx freundlich grüßen. Er kann sich den juckenden Kopf waschen, denn Marx half ihm zu stehen statt auf dem Kopf auf den Füßen.
  5. Meine Nichte liest ungern Fichte. Er schreibt ihr viel zu dichte.
  6. Als Puppenspiel der Philosophie gilt meist das Marionettentheater von Heinrich Kleist. 
  7. Die Philosophie stopft kein Loch. Das weiß Ernst Bloch. Doch die Hoffnung erhält ihn doch.
  8. Phil. Mainländer, der schrieb manch kluges Lied, zum Ende mehr noch über Suizid.(der Achte)
  9. Weil nach Heraklit "Alles fließt", der Säufer beständig die Kehle begießt. 
  10. Bringt Thales ihm ne Flasche Wasser, wird er zum Philosophenhasser.
  11. Dem alltagsverstand kommt als tor
    ein philosoph wie thales vor
    der sterne voll im blick behält
    und deshalb in den brunnen fällt
    was ja nur für die tiefe steht
    mit welcher er zu werke geht. (Harzgebirgler)
     
  12. Chrysippos gab seinem Esel Wein, lachte sich kaputt und kehrte so ins Jenseits ein.

    13. Diogenes lag asketisch in seiner Tonne. Alexander der Große wollte ihm jeden     Wunsch erfüllen. Diogenes bat nur: "Geh mir aus der Sonne."                                            14. Sokrates weiß, dass er nichts weiß. Xantippe fragt sich, was bringt der Scheiß.                                                                                                                                         

 15. Herrscht Ebbe im Portemonnaie, macht Epikur bescheiden die Hedone.                   16. Der Hedonist braucht kein List, weil jeder voll zufrieden ist. (Achter Zwerg)


 17. Die Revolution ihre Kinder frisst, ein Schelm, wer das vergisst. (Alabanda) 

 18. Ich denke, also bin ich smart.(ist noch zu lang!) René Descartes (plotzn)

 19. Nietzsche umarmte ein Pferd, das ein Kutscher schlug,

 bis man ihn erschöpft von dannen trug.

 20. Rousseau schickte seine Kinder ins Waisenhaus,

theoretisch kannte er sich zu ihrem Wohlergehen besser aus.




                                                             



                                                            

2Q==




Anmerkung von EkkehartMittelberg:

Bildquelle: Pixabay, wal_172619- karl-marx

Ich versuche dei Sammlung weiter zu ergänzen und bitte um weitere Beispiele wie vom Achten Zwerg.

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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (07.06.26, 17:05)
Herr M., Dichter und Denker

Phil. Mainländer, der schrieb manch kluges Lied,
zum Ende mehr noch über Suizid. 


* Wer den" (noch) nicht kennen sollte: Von Philipp Mainländer stammt die "Philosophie der Erlösung"; das Nicht-Sein ist folglich dem Sein vorzuziehen. - Sozusagen radikalisierter Schopenhauer, nä?
Am 11. Juni und 12. Juni findet ein Symposium über ihn in Offenbach statt.
Das kommt er nämlich her, der Arme!  8-)

Vielleicht was für Ätznatron? Und oder Jack?

 AchterZwerg meinte dazu am 07.06.26 um 17:14:
Indes:

Der Hedonist braucht kein List,
weil jeder voll zufrieden ist;  :)

Ein Schoppnerfan muss selber denken,
den Trieb in Richtung "Willen" lenken.  :(

Indessen klagt der Platonist:
Ach, alles wird und gar nix ist!  :ermm:

Antwort geändert am 07.06.2026 um 17:14 Uhr

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 07.06.26 um 17:41:
Merci, Piccola,
für solche, die stecken plump im Pfuhle,
ist hilfreich die feine Frankfurter Schule.

Liebe Grüße
Ekki
Jack (43) schrieb daraufhin am 08.06.26 um 10:37:
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 AchterZwerg äußerte darauf am 08.06.26 um 10:58:
To the wonderful Jack:

Wo se Recht ham, ham se Recht!  :D

 LotharAtzert ergänzte dazu am 16.07.26 um 10:07:
Darauf ein Glas Nost.

 AchterZwerg meinte dazu am 16.07.26 um 17:56:
ваше здоровье

Trinkst du gern ein Glaserl Nost,
sage vorher höflich "Prost!"

 plotzn (07.06.26, 19:48)
Servus Ekki,

so augenzwinkernd macht Philosophie gleich viel mehr Spaß!

Ich denke, also bin ich smart.
(ist noch zu lang!) René Descartes

Liebe Grüße
Stefan

 Moppel (07.06.26, 22:08)
nett. :DSo macht Philisophie Spaß, Ekki. Schmunzeln von M.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 07.06.26 um 23:12:
@ plotzn und Moppel,

grazie, wenn es ein wenig Spaß macht, hat es seinen Zweck erfüllt.

 AchterZwerg meinte dazu am 08.06.26 um 11:01:
Im Stillen greint Herr Habermas:
"Dein 8er ist ein Laberaas!"

. :ermm:


Antwort geändert am 08.06.2026 um 12:42 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.06.26 um 17:36:
Da tadle ich Herrn Habermas,
der den Achten oberflächlich las.
Alabanda (41)
(08.06.26, 08:12)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.06.26 um 10:08:
Er hat die Welt verändert wie kein Zweiter,
doch die Revolution kam nicht weiter.
Alabanda (41) meinte dazu am 08.06.26 um 10:26:
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 AchterZwerg meinte dazu am 08.06.26 um 11:03:
Verfeinern will uns der Herr Popper
den Alltag - und fährt heimlich Hopper!

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.06.26 um 11:04:
Ein Schelm auch, wer vergisst,
wieviele der Kapatalismus frisst.

 AchterZwerg meinte dazu am 08.06.26 um 11:29:
Den Schotterstein rollt Sisyphos
und lässt nicht mal bei Albert los!

. 8-)
Alabanda (41) meinte dazu am 08.06.26 um 12:10:
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 Saira (08.06.26, 13:38)
Moin Ekki,

deine „Heiteren Vorurteile“ sind für mich ein philosophisches Buffet: Kant bleibt brav beim Ding an sich, Fichte ist viel zu dicht, und Epikur genießt einfach bescheiden seine Hedone. Sokrates weiß, dass er nichts weiß und Xantippe fragt sich, was das Ganze soll. Schön, dass du zeigst, dass Philosophie nicht nur Grübeln, sondern auch Schmunzeln kann.

Blochs Hoffnung quillt einem dabei fast schon aus den Zeilen entgegen, und man merkt: hier lernt man mehr über Menschen als in manchem dicken Werk, sogar ganz ohne akademisches Kopfzerbrechen.

Danke fürs Philosophieren mit einem Augenzwinkern!

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.06.26 um 14:46:
Gracias Sigi,
wer so klug kommentierend in Heiterkeit badet,
allen nützt und ändert den, der schadet.
Serene Grüße
Ekki

 harzgebirgler (09.06.26, 10:18)
Hallo Ekki,

Thales von Milet gilt als der erste griechische Naturphilosoph und als einer der Sieben Weisen. Der Überlieferung nach war er einst so sehr in die Beobachtung des Sternenhimmels vertieft, dass er nicht auf seinen Weg achtete und in einen Brunnen stürzte. Eine thrakische Magd soll ihn dafür ausgelacht haben, weil er zwar den Himmel erforschen wollte, aber die Dinge direkt vor seinen Füßen übersah. 
Diese Anekdote wurde vor allem durch Platons Dialog Theätet bekannt und steht symbolisch für den weltfremden Gelehrten, der den Bezug zur Realität verloren hat. 
Heidegger erzählte und kommentierte sie einst ebenfalls ausführlich in seiner Vorlesung im Wintersemester 1935/36 „Die Frage nach dem Ding“. Dabei nutzte er den Sturz des Thales nicht, um sich über den Philosophen lustig zu machen, sondern um das Wesen der Philosophie selbst zu beschreiben:
  • Das Notwendige Fallen: Für Heidegger ist das Philosophieren „jenes Vorgehen, bei dem man besonders Gefahr läuft, in den Brunnen zu fallen“. Er sieht den Sturz in den Abgrund als eine strukturelle Notwendigkeit des Denkens.
  • Verlust des alltäglichen Bodens: Wer tiefe, fundamentale Fragen nach dem Wesen der Dinge stellt, muss laut Heidegger zwangsläufig den sicheren Boden der alltäglichen Erfahrungen und der oberflächlichen Lebenswelt unter den Füßen verlieren.
  • Die Beschränktheit des Lachens: Das Lachen der Magd (und der breiten Öffentlichkeit) repräsentiert für ihn das bloß gesunde, alltägliche Vorstellungsvermögen, das nicht begreifen kann, warum man sich mit Dingen beschäftigt, die nicht unmittelbar „vor den Füßen liegen“.
Heidegger dreht die Perspektive also um: Der Brunnensturz ist kein törichtes Missgeschick, sondern das Sinnbild für die existentielle Tiefe und Abgründigkeit des echten philosophischen Fragens.


LG
Henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 09.06.26 um 10:37:
Ein wunderbarer Beitrag, Henning
Würdest du bitte zwei oder mehr  Verslein daraus machen, die ich den anderen oben hinzufügen kann?
LG
Ekki

 harzgebirgler meinte dazu am 10.06.26 um 18:53:
:) :) :D :D
dem alltagsverstand kommt als tor
ein philosoph wie thales vor
der sterne voll im blick behält
und deshalb in den brunnen fällt
was ja nur für die tiefe steht
mit welcher er zu werke geht.

Antwort geändert am 10.06.2026 um 18:54 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 11.06.26 um 13:49:
Mit Blick auf die Sterne,
philosophiert er noch im Brunnen gerne.

 Otto meinte dazu am 16.07.26 um 08:28:
Sehr hübsche Philosophenschelte.

Empfehlenswert auch
Lutz Goldsetzer : "Die Philosophenwelt 
in Versen vorgestellt", Reclam

 Otto meinte dazu am 16.07.26 um 09:08:
Ottos Philosophiegeschichte im Gedichte:

https://keinverlag.de/510713.text

LG
🤗🤔

Antwort geändert am 16.07.2026 um 13:27 Uhr

 Otto meinte dazu am 16.07.26 um 13:24:
Ottos Philosophiegeschichte im Gedichte:

https://keinverlag.de/510713.text

LG
🤔🤗

Antwort geändert am 16.07.2026 um 13:51 Uhr
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