Was rettet Demokratie?

Sonett zum Thema Betrachtung

von  EkkehartMittelberg

Sie stehen fassungslos am Krankenbett,

wohlwissend, welche Viren ihr das Ende bringen,

erstarrend vor Gewalt die Ärzte mit sich ringen

und klopfen Sprüche, vor dem Kopf ein Brett.

Allein Gewaltenteilung rettet ihr das Leben.

Jedoch der Oberarzt will sie nicht teilen,

die Ärzte hängen durch Erpressung in den Seilen,

Kein Zweifel, wem die Schuld sie geben.

Der Kranken helfen aber keine Klagen,

die typisch sind für schwächliches Versagen,

der Oberarzt versteht nur Sprache der Gewalt,

die Ärzte gegen den Monarch erproben,

als Medizin zur Rettung legitim erhoben,

mit Mut zur eignen Stärke wird die Kranke alt.



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Kommentare zu diesem Text


 Aber (23.01.26, 01:16)
Wollen wir hoffen, lieber Ekki, dass es uns trotz Putin und Trump weiterhin so wohl ergeht.

 lugarex meinte dazu am 23.01.26 um 11:12:
oder lassen wir es den zwei, die sind doch qualifziert, oder? :(

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 23.01.26 um 11:43:
Merci, Aber,
nur wenn Europa sich selbstbewusst auf seine eigene Stärke besinnt, kann es gegen die Übergriffe von Trump und Putin bestehen.
LG
Ekki

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 23.01.26 um 11:46:
Hallo Luga,
Macchiavelli hätte gesagt, die zwei sind qualifiziert in der skrupellosen Anwendung von Macht.
LG
Ekki

 plotzn (23.01.26, 12:25)
Servus Ekki,

wir lernen gerade nach einer langen Zeit ohne Krieg in eigenen Land, dass Demokratie nicht gottgegeben ist, sondern angreifbar und verteidigt werden muss.
Hoffentlich wird der Oberarzt noch entlassen, bevor er das Krankenhaus zu seinem Privateigentum erklärt.

Liebe Grüße
Stefan

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 23.01.26 um 12:33:
Merci für die treffende Fortsetzung der Metaphorik im Kommentar, Stefan.
Liebe Grüße
Ekki

 Saira (23.01.26, 12:32)
Lieber Ekki,

mir gefällt, wie konsequent du die klinische Allegorie durchhältst. Demokratie als Patientin, Ärzte als Institutionen, der Oberarzt als Machtmonopolist. Das ist klar und wirksam. Die Mischung aus nüchterner Sprache und volkstümlichen Bildern gibt dem Sonett eine satirische Schärfe. 

Besonders überzeugend ist die republikanische Pointe: Nicht Moral, sondern institutionalisierte Gegenmacht hält die Patientin am Leben. Ein alter Gedanke, leider sehr zeitgemäß.

Herzliche Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 23.01.26 um 12:39:
Grazie, Sigi,
klarer hätte ich selbst die Intention meines Sonetts nicht ausdrücken können.
Herzliche Grüße
Ekki

 harzgebirgler (23.01.26, 13:13)
lieber ekki,

schön, dass du wieder präsent bist! :D :D :D

vielleicht wär' auch gekommen längst die zeit
für direkte demokratie durch volksentscheid -
davor scheut politik ja noch zurück
immer schön die futtertröge im blick!

lg 
henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 23.01.26 um 14:13:
Merci, Henning,
das Ergebnis wäre sehr spannend, wenn Volksentscheide häufiger ausprobiert würden.
LG
Ekki

 DanceWith1Life (23.01.26, 16:06)
Lach, ein interessantes Bild, die politische Bühne als Krankenbett, lass mich ein wenig ausmalen, die tägliche Visite, die Meldungen vom Tage, nur wenig davon erinnert noch an den Virus, der uns vor gar nicht langer Zeit daran erinnert hat,  wie sehr es auf ein funktionierendes Zusammenspiel ankommt. Und wir haben ganz schön alt ausgeschaut.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 23.01.26 um 17:10:
Schön, dass du das Bild weitergeführt hast, Dancer.
LG
Ekki

 Teo (23.01.26, 18:16)
Tach Ekki,
treffend,  dein Vergleich mit den hilflosen Kranken. Sind wir schon verloren?
Ich denke ....auf jeden Fall. 
Aber...ein Rest an Hoffnung bleibt.
Das es nur schnell zum Ende kommt.
Ich weiß auch nicht mehr weiter.
Dir ein schönes Wochenende 
Teo

 Tula (23.01.26, 21:22)
Hallo Ekki
Tja, bei üblen Geschwülsten und anderen Krankheiten kommt der Patient schnell unters Messer  :(

Ansonsten ist der Patient am Ende für seine eigene Gesundheit verantwortlich. Wer sie für gegeben hält, der irrt gewaltig.

LG Tula

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 23.01.26 um 22:55:
Grazie, Tula,
der Patient kann nur gesunden, wenn er über Gewaltenteilung nachdenkt und entsprechend handelt.
LG
Ekki

 Tula meinte dazu am 23.01.26 um 23:04:
Lieber Ekki
Wozu teilen? - Heißt Demokratie nicht - alle Macht dem Volke?  ;)

Ansonsten stimme ich der Gewalt-Ent-Eilung gern zu 

LG Tula

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 24.01.26 um 12:52:
Lieber Tula,
das Teilen bezieht sich auf die Gewaltenteilung, ohne die jede Macht zur Tyrannei würde
LG
Ekki

 Moppel (23.01.26, 23:11)
dein Text inspirierte mich zu einem Spontangedicht, Ekki...lG von M.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 24.01.26 um 12:53:
Vielen Dank für deine Inspiration, Moni, die ich gerne gelesen habe.
LG
Ekki
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