Gegner werden zu wenig geschätzt

Aphorismus zum Thema Anerkennung

von  EkkehartMittelberg

Dein Gegner, der dich mit seiner Beharrlichkeit nervt, achtet dich.


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Kommentare zu diesem Text


 Saira (04.12.25, 11:22)
Moin Ekki,

dein Satz gefällt mir.

Und doch frage ich mich: Achtet der Gegner wirklich –
oder hält er sich nur an uns fest, weil er in sich selbst keine feste Stelle findet?

Manche „Beharrlichkeit“ ist weniger Anerkennung als eine Form von innerer Not.


Liebe Grüße
Sigi

Kommentar geändert am 04.12.2025 um 11:22 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 04.12.25 um 11:35:
Merci, Sigi, ich sehe es so: Auch wenn das Festhalten an einem anderen aus innerer Not entspringt, zeugt es gleichzeitig auch von Achtung, denn der Gegner überlegt sich schon, auf wen er seine innere Not überträgt.

 Saira antwortete darauf am 04.12.25 um 11:49:

 DanceWith1Life schrieb daraufhin am 04.12.25 um 14:14:
Bitte beachten Sie, für Notübertragung brauchen ein gesondertes Formular, sie wird extra be(s)teuert und kann nicht im Bürgergeld erhoben werden.

 harzgebirgler (04.12.25, 12:54)
😀😀

dein spruch, ekki, macht sinn schon sehr
zumal auch gilt: viel feind, viel ehr.

lg 
henning

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 04.12.25 um 13:55:
Hallo Henning,

wenn man dem Feind mit Respekt begegnet , wandelt er sich zum Gegner. Das betrachte ich als Fortschritt.

Liebe Grüße
Ekki

 niemand (04.12.25, 17:24)
@ Ekki
Wenn man also jemanden gesperrt hat, weil derjenige einen fortdauernd
z.B. mit ungebetenen Kommentaren nervte, dann hat man einen "Achtenden"
gesperrt       Das ist aber ein seltsames Auslegen/ein sich zurecht legen der Dinge. Da kann ich nur sagen, ich bin froh mir mit der Sperre einige Achtende
vom Hals geschafft zu haben      :D          Sehr froh sogar.
LG Irene

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 04.12.25 um 17:43:
Irene,
ich muss einräumen, dass ich das Verständnis der Achtung dieses einen Gegners noch nicht erreicht habe.
Ich bin entwicklungsfähig. Vielleicht schaffe ich das ja noch.
LG
Ekki

 Tula meinte dazu am 04.12.25 um 21:21:
Hallo Ekki
Wen meinst du jetzt?  
Sperrst du andere auch bei "ungebetenen Kommentaren" aus, weil sie irgendein ideologisches Klappergestell ins Rütteln bringen?  :P

LG Tula

 DanceWith1Life meinte dazu am 05.12.25 um 10:54:
Ich halte „ ungebetene Kommentare“ für eine sehr unglückliche fast schon misslungene Formulierung, iukwim.
Ich denke, es geht um Sturheit, die sich festgebissen hat, verstehe ich das annähernd richtig?

 Moppel (04.12.25, 19:07)
Achtung, Gegener, Feind, Anerkennung- das sind mir ehrlich gesagt alles Begriffe, die mir im Alltag zu pathetsich erscheinen. Aus solchem Pathos entstehen Kriege.
Manche Menschen mögen sich einfach nicht- ist auch bei Hunden so. And so what.Zu manchen bekommt man keinen Zugang, es ist, als seien sie auf einem anderen Stern.
Solange mich das persönlich nicht einschränkt , ist mir das eher wurscht.
Ich sehe Menschen, mit denen ich mich kontrovers austausche, nicht als Gegner. Sie müssen meine Meinung nicht übernehmen- aber ich eben auch nicht ihre  :D. Und damit hat sich das.
lG von M.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 04.12.25 um 20:03:
Hallo Monika,
so souverän wie du sind nicht alle.
Auf dem Felde der Literatur gibt es immer wieder Menschen, die sich beharken. Ich nenne sie Gegner.
LG
Ekki

 Tula meinte dazu am 04.12.25 um 21:25:
Hallo Monika
Das schätze ich an dir. Meinungsverschiedenheiten, so groß sie auch mitunter sind (und unsere sind bei gewissen Themen in der Tat beachtlich) haben nichts mit "Gegnerschaft" zu tun. Und ja, solange ich mich mit jemandem thematisch-inhaltlich auseinandersetze, habe ich noch Achtung vor ihm/ihr. Bei manchem ist die narzisstische Eitelkeit aber so stark, dass wirklich jede Kritik als persönlicher Angriff gewertet wird. Bedauerlich.

LG Tula

 niemand meinte dazu am 05.12.25 um 09:46:
@ Moppel

Manche Menschen mögen sich einfach nicht- ist auch bei Hunden so. And so what.Zu manchen bekommt man keinen Zugang, es ist, als seien sie auf einem anderen Stern.

Solange mich das persönlich nicht einschränkt , ist mir das eher wurscht
Solche Leute schränken einen aber ein, auch wenn sie es aufgrund ihrer Eitelkeiten anders sehen. Normalerweise würde es reichen, wenn man dem/der Betreffenden verklickkert: Lass es, gehe woanders mit deinen Weisheiten, belehre mich nicht fortdauernd.

Die strotzen aber vor Eitelkeit und vor Wichtigkeit und belagern einen immer weiter und weiter. Und da ist eine Sperrung ein wunderbarer Ausweg. Nicht mehr, abe auch nicht weniger. Anders verstehe sie es halt nicht. LG Irene Du magst es anderd handhaben, was Dein gutes Recht ist, ich handle nach meinen Vorstellungen, was mein gutes Recht sein sollte. LG Irene

 Tula meinte dazu am 05.12.25 um 11:11:
Moin in die Runde
Sperrungen haben in der Tat zwei große Vorteile:

1: Man kann sachlichen Debatten bequem ausweichen. Das ist besonders dienlich, wenn man hier im Literaturforum seine ideologischen Feindbilder und Voreingenommenheiten ohne Furcht vor Widerspruch propagieren will.

2. Hat man einen "Gegner" erst einmal gesperrt, kann man frank und frei über ihn/sie in seinen Werken lästern. Auch wenn das selten wirklich unterhaltsam ist, irgendjemand wird schon, im täglichen Austausch der Gesinnungssternchen, müde darüber klatschen.

LG Tula

 niemand meinte dazu am 05.12.25 um 11:25:
@ Moppel
schau mal nach oben, dann wird der Begrifrf "Dauer-Missionar"
klar. Von Gesinnungssternchen weiß solcher übrigens was,
das haben Missionare intus. Können alles vertragen, nur wenn die
Mission [besonders die politische] mißlingt dann macht die Eitelkeit
aber Bocksprünge. LG Irene

 Moppel meinte dazu am 05.12.25 um 13:28:
ich bin sicherlich die Letzte, liebe Irene, die dir irgendetwas vorschreiben möchte.
Ich wusste auch nicht, dass sich Ekkis Text auf dies Forum bezieht.
Menschen, die einen nicht in Ruhe lassen, wie mich Dieter Wal damals, nennt man im realen Leben Mobber. oder Stalker. Sie wollen keinen Meinungsaustausch. Sie wollen sich nur selbst darstellen. :woot:
Solange ich sie von mir entfernen kann ( mach ich im realen Leben auch), interessiert mich ihre Persönlichkeit wenig. Im Internet kann man sie sperren oder ihre Kommentare wie in einem anderen Forum einfach löschen.
Um Gegner zu sein, sind sie zu unwichtig. Und Feind ist ein großes Wort, das ich nicht benutze.
Ich beobachte auch, dass gewisse Autoren immer wieder Hetzgedichte über andere schreiben, die eigentlich gut zu ihnen selbst passen würden. Diese Menschen müssen ein armseliges reales Leben haben. 
Ihr Problem...
lG von M.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.12.25 um 05:30:
@Tula: Deine Kritik an den Sperrungen betrifft hier fast jeden. Aber es gibt Sperrungen, die mit Ideologie nichts zu tun haben. Sie dienen dazu, einem einen Troll vom Leibe zu halten. Man muss sehr genau hinschauen, um zu unterscheiden, ob jemand die Auseiandersetzung mit einer Ideologie aussperrt oder ob er keine Lust auf Trollgeplänkel hat.

 Tula meinte dazu am 06.12.25 um 07:33:
Moin Ekki
Dein diplomatisches Geschick in Ehren, aber ich sichte hier keine Trolle im eigentlichen Sinne. Mir sind in den letzten zwölf Jahren schon einige untergekommen. Die Neckereien des einen und die zuweilen bissige, literarische Kritik des anderen (ich habe noch keine gelesen, der ich im Kern nicht irgendwie zustimmen konnte) haben damit wenig zu tun.
Es wird auch keiner wegen Ideologie ausgesperrt, sondern eher wegen Kritikunfähigkeit. Jeder der hier politisch motivierte Texte einstellt, sollte auch willens und in der Lage sein, seine/ihre Standpunkte in offener Debatte zu diskutieren. Vor allem mit sachlichen und faktisch nachvollziehbaren Argumenten.  

LG Tula

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.12.25 um 12:30:
Hallo Tula,
was ist ein Troll im eigentlichen Sinne? Ich nenne auch den einen Troll, der dir irgendeinen Unsinn unter deinen Text schreibt, um von dessen Intention abzulenken. Ferner ist zu bedenken, dass der Troll des einen nicht der Troll des anderen sein muss. Ich gestehe, zum Beispiel gedacht zu haben: Warum sperrt denn x y aus, y ist doch so vernünftig.
                                 Was meinst du im izweiten Absatz mit Kritikunfähigkeit?  Meinst du die des Aussperrenden oder die des Ausgesperrten? Nach meiner Beobachtung sind hier die meisten Aussperrungen sinnvoll, weil sie dem Forum sinnlose Diskussionen zwischen Menschen ersparen, zwischen denen längerfristig keine Verständigung möglich ist.
LG
Ekki

 Tula meinte dazu am 06.12.25 um 14:13:
Moin Ekki
Liegt gewiss im Ermessen jedes Einzelnen. Ich halte die Sperrungen generell für eine leidliche Praxis der gängigen Cancel-Kultur. Eindeutiges Mobbing ist das eine, Unfähigkeit zur Debatte und hysterische Reaktionen auf Kritik etwas anderes. Manchmal sind es auch beide Seiten, zugegeben.

Unser kollektives Problem mit sachlichen Debatten stehen mMn ganz im Zeichen der Zeit. "Gegner" sollte es dabei ohnehin nicht geben. Das bleibt wohl für immer nur eine schöne Theorie.

LG Tula
Alabanda (41)
(06.12.25, 07:21)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.12.25 um 12:36:
Ja, Alabanda, man müsste den Gegner, der fair spielt, erfinden, wenn es ihn nicht gäbe.

 Pensionstarifklempner (07.12.25, 04:25)
In unserer Empörungskultur wimmelt es nur so von Gegnern. Die Aufregungsmaschine braucht den Gegner, braucht den Feind.
Der schöne Satz vom sehr geschätzten Autor galt früher. Die Tummler in den ideologischen Blasen kennen keine Respekt. Sie streben die rhetorische Vernichtung an.
Als ausgedienter Tarifverhandler kann ich viele Lieder davon singen. Meine erhaltenen Hausverbote und Unterlassungsklagen sind eine gutes Libretto für eine schöne Oper.
Fröhlich bleiben im Advent.  Es lebe die Glühweinzeit !!!

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.06.26 um 16:05:
Hallo Petakle,
ais meiner Sicht siehst du klar und beschönigst nichts.

 LotharAtzert (21.06.26, 09:11)
O, ich habe mich immer geachtet beim nerven anderer  :)

Nein, Spaß beiseite, Graeculus war mir immer willkommen, denn er hat schamlos meine Schwächen aufgedeckt, so daß ich sie korrigieren konnte und ich bin mir fast sicher, daß auch er von mir so manchen Uppercutt wegstecken musste. Leider hat er dann doch gekniffen ...

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.06.26 um 16:03:
Lothar, ich denke, dass Graeculus zu viele ergebnislose Polemiken erlebt hat und und diese Art des Austausches für sinnlos hielt.

 EVdR (21.06.26, 16:46)
Gegner ein großer Begriff, im Disput, der Auseinandersetzung, mit der Sache, braucht es die Reibung.

Als jemand der im Kulturbetrieb der von den 68er getragenen zu tun hatte, kenne ich unter Bekannten, Kollegen, Freunden sehr härteste Debatten um die Sache, ohne die Beziehungen, den Menschen zu beschädigen.

Eine ähnliche und doch angehmere Forenkultur war die Linux Zeit, um 2000 und die war Online. Teamwork, Geduld, Achtung, Respekt.


Weitere Themen, "Viel Feind, viel Ehr"
Feinde sind keine Gegner, glaubt der Mensch


Sperrungen:
Die Kunst benötigt keine Kommentare und Diskussionen.

Der Mensch hat seine Gedanken, ein Ego.

EVdR und der Mensch

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.06.26 um 21:46:
Merci, EVdR, viele Auseinandersetzungen haben nichts mit prinzipieller Gegnerschaft zu tun, aber einige eben doch.
Für mich ist ein Gegner jemand, der eine prinzipiell andere Sichtweise hat. Das schließt eine sachliche Auseinandersetzung nicht aus.

Antwort geändert am 22.06.2026 um 21:58 Uhr

 IngeWrobel (21.06.26, 19:35)
stimmt! 

Wobei der Begriff "Gegner" definiert werden müsste, denn mit einem wahren Gegner gibt es keine Achtung, sondern Missachtung. 
Statt Gegner würde ich ihn als Widersacher bezeichnen. 

Die Kernaussage kann ich aktuell bestätigen. 

Liebe Grüße 
Inge  :)

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.06.26 um 21:50:
Grazie, Inge,
der Begriff "Widersacher" gefällt mir gut, weil der gemeinsame Bezug auf die Sache die Wertschätzung rechtfertigt.

Liebe Grüße
Ekki
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