Religionen und Ethnien im Kreuzfeuer der Meinungen

Aphorismus zum Thema Grenzen/ Grenzen überschreiten

von  EkkehartMittelberg

  1. Die Geschichte aller Religionen zeigt mehr  dunkle Seiten als Lichtblicke. Nathan der Weise ruft dazu auf, sie an ihren Früchten zu erkennen. Die meisten schmecken bitter.
  2. Der Kluge sucht den Einzelfall nicht zu verallgemeinern. Doch fast jeder kennt nur Einzelfälle. Verzichtet er deshalb darauf, sich ein Gesamturteil über  Religionen und Ethnien zu bilden?
  3. Man sollte nicht übersehen, dass Vorurteile auch eine Schutzfunktion haben und dass positive und negative Vorurteile sich ausgleichen.
  4. Letztlich sind wir alle Andorraner. Das Fatale ist nur, dass wir es nicht erkennen und uns stark fühlen, wenn wir andere für dumm halten.
  5. Jede Einsicht in Voreingenommenheit ist Stärke.


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Anmerkung von EkkehartMittelberg:

Bildquelle:Pixabay, gt39

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Kommentare zu diesem Text


 Regina (06.06.26, 17:00)
1. Schwieriges Thema, auch Religionslosigkeit verursacht Probleme.
2. Ein Gesamturteil wird nicht verlangt, allenfalls die persönliche Entscheidung für oder gegen eine Religion.
3. Worauf basieren Vorurteile? Auf Erfahrungen, auf Hörensagen oder Bauchgefühl?
Alabanda (41)
(06.06.26, 17:12)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.06.26 um 17:27:
Ich bitte Kommentatoren um weitere Beiträge, zu denen ich morgen Stellung nehmen werde.
Ekki

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 07.06.26 um 04:19:
zu Alabanda
5: Ich denke auch, dass Vorurteile überbewertet werden. Ich kenne, mich selbst eingeschlossen , keinen Menschen ohne Vorurteile. Das zeigt sich darin, dass sie nicht bereit sind, dass Für und Wider von Vorurteilen zu diskutieren und nur die negativen Seiten sehen. Sie haben sozusagen Vorurteile gegen Vorurteile.
zu 4: Ich kann in Diskussionen mit dem Begriff "Dummheit" solange nichts anfangen, bis sich für mich erwiesen hat, dass sich jemand stur verschließt, Brücken zu betreten.
zu 1: Ja, nur eine Religion, die Fehler eingesteht, könnte für mkich eine Bindungskraft entwickeln.

 Mikael (06.06.26, 17:53)
1. Geschichte allgemein zeigt mehr dunkles, z.B. die des Staates. Religion gibt unglaublich vielen Menschen etwas (mich eingeschlossen)
2. Nein, muss er auch nicht, wenn er die Erfahrungen mit den Einzelfällen angemessen integriert.
3. Ja, wenn die Vorurteile nicht zementiert sind.
4. Nein. Verallgemeinerung.
5. Denke schon, ja

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 07.06.26 um 04:34:
Zu Mikael:
4. Vielleicht hast du mich missverstanden. Max Frisch versteht unter einem Andorraner jemanden,  der Schwierigkeiten mit der Selbsterkenntnis hat. Mit dem Orakel von Delphi scheint mir, das ist die größte Aufgabe, die sich uns stellt, und wir dürfen uns alle dazu bekennen. Das wäre eine Verallgemeinerung, die niemanden herabsetzt.

Antwort geändert am 07.06.2026 um 11:27 Uhr

 Jack (07.06.26, 05:50)
Vera Birkenbihl fiel mal auf, dass einunddieselbe Religion die einen Ethnien zu überproportional durchschnittlichen Verbrechern und Terroristen macht, und auf die anderen Ethnien (die übrigens volkreicher sind) diesen Effekt nicht hat.

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 11.06.26 um 16:54:
Verzeih mir, Jack, dass ich auf diese hochinteressante Information erst jetzt eingehe. Hat Birkenbihl eine Hypothese zu ihrem Befund aufgestellt?

 Saira (07.06.26, 09:05)
Moin Ekki,

am meisten beschäftigt mich dein Gedanke vom „Andorraner". Für mich liegt darin der Kern deiner Aphorismen. In Max Frischs Andorra geht es ja nicht nur um Vorurteile gegenüber anderen, sondern auch darum, wie schwer es uns fällt, die eigenen Denk- und Wahrnehmungsmuster zu erkennen. Die Menschen glauben zu wissen, wer Andri ist, und merken dabei gar nicht, wie sehr sie ihren eigenen Vorstellungen folgen.

Deshalb sehe ich deinen letzten Aphorismus auch als eine Art Schlüssel zu den anderen. Sich der eigenen Voreingenommenheit bewusst zu werden, ist keine Schwäche, sondern eher ein Zeichen von Reife. Wer bereit ist, die eigenen Urteile zu hinterfragen, entdeckt oft, dass die Wirklichkeit viel vielschichtiger ist, als sie auf den ersten Blick erscheint.

Entscheidend ist wohl, ob wir bereit sind, voreingenommene Bilder immer wieder zu überprüfen. Genau deshalb finde ich den Bezug zu Frischs Stück in deinen Aphorismen besonders interessant.

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 07.06.26 um 11:17:
Gracias, Sigi, ja, auf die Bereitschaft zur Überprüfung kommt es an und darauf, einer erkannten Dummheit den Laufpass zu geben.  Man kann sich locker von ihr trennen, denn es warten schon genügend andere.  :)
Teo (73)
(07.06.26, 10:56)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 07.06.26 um 11:24:
Hahaha, Teo, unsere Hilferufe sind possierlich. Insgeheim hoffen wir, dass andere uns hören. Damit wir uns dies aber nicht eingestehen müssen, stopfen wir uns Ohropax in die eigenen Ohren. :)
Teo (73) meinte dazu am 07.06.26 um 11:27:
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 harzgebirgler (07.06.26, 11:44)
es scheint das allen meinungen gemeine:
der weisheit letzter schluss ist selten eine.

lg
henning

Kommentar geändert am 07.06.2026 um 11:46 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 07.06.26 um 14:04:
Hallo Henning,
wir schlafen nicht ein im Omnibus,
da selten eine Meinung der Weisheit letzter Schluss.

LG
Ekki
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