Ein entbehrungsreicher Weg

Sonett zum Thema Erfolg

von  EkkehartMittelberg

Man warf dich ungerecht in jungen Jahren
mit Schulverweis aus bürgerlichen Träumen,
doch wolltest du die Zukunft nicht versäumen,
beim Studium in Deutschland Glück erfahren.

Du gingst zum Ziel auf mühevollen Stufen,
„Der grüne Heinrich“ spiegelte die Not,
Novellen reichten nicht fürs täglich Brot,
die Mutter hat dich dann zurückgerufen.

Du fandest in der Heimat festen Boden
und ein Gehalt als Schreiber deiner Stadt,
Jetzt machten „Leute von Seldwyla“ satt.

Auf "Kleider machen Leute“ sang man Oden,
dein Lebensende war sehr wohl bestellt,
du trankst vom „goldnen Überfluss der Welt“.

 Mai 2017





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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (17.11.24, 08:02)
Ja ... lieber Ekki,
"Der Grüne Heinrich" gehört ebenfalls zu meinen frühen Liebschaften aus dem Fundus der Literatur.
Keller beschreibt hierin den künstlerischen Werdegang als mühsamen Prozess der Wirklichkeitsaneignung.
Ihm selbst wird ein Happy End beschert; vielen anderen leider nicht.
Ich freue mich, dass du uns an den Altmeister erinnerst
und gleichzeitig mich in meine Jugend zurückversetzt.

Herzlichst
Piccola

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 17.11.24 um 12:55:
Grazie, Piccola,

ich finde im Grünen Heinrich besonders interessant, dass der Held sich immer wieder neuer Kritik stellen muss und seine Entwicklung als Künstler nie als abgeschlossen erscheint.

Herzlichst
Ekki
Moppel (67) antwortete darauf am 17.11.24 um 15:05:
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 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 17.11.24 um 15:37:
Merci, sie hatte auch die Geduld, ihre Werke reifen zu lassen.

LG
Ekki

 harzgebirgler (17.11.24, 15:41)
:) :) 
hallo ekki,

auf kleider fiel die welt gern rein
verzückt vom bloßen schönen schein
und so wird’s wohl auch weiter sein.  


lg
henning

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 17.11.24 um 16:58:
Gracias, Henning,
du kennst "Kleider machen Leute", eine der entzückendsten Novellen, die je geschrieben wurden.

LG
Ekki

 Saira (18.11.24, 09:48)
Hallo Ekki,
 
dein Sonett zeigt, wie vielschichtig der Weg zum Erfolg sein kann, besonders wenn man die Herausforderungen und Rückschläge bedenkt, die Gottfried Keller in seinem Leben und Werk erlebt hat.
 
Herzliche Grüße
Sigi
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