Literarisches Rätsel 14 Er zieht den Kopf immer wieder aus der Schlinge

Ansprache zum Thema Alles und Nichts...

von  EkkehartMittelberg

Kriminalromane werden selten zu den hundert Büchern der Weltliteratur gezählt. Diesem gelang es, in die Favoritenliste des SPIEGELS (Nr. 13, 22.3. 2025) aufgenommen zu werden. Dazu passt, dass die Autorin den Helden im Titel lobt.

Der Protagonist ist erfolglos bei seinem Auftrag, einen wohlhabenden verlorenen Sohn ins Arbeitsleben zurückzubringen und er versucht dessen Stelle einzunehmen. Schließlich bringt er ihn um, um dessen Identität zu erlangen. Es gelingt ihm aber, sich allen Verdächtigungen durch die italienische Polizei zu entziehen. Die Autorin sympathisiert mit der Amoral des Helden, der in einer Besprechung als einer der „abstoßendsten und faszinierendsten Charaktere seit langem“ hervorgehoben wird.

Aufgrund des Erfolges ließ die Autorin ihren Helden in vier weiteren Romanen auftreten.

Der Roman wurde mit unterschiedlichem Titel mehrfach verfilmt. Er ist auch deshalb so attraktiv, weil er gleichermaßen als „Kriminalroman, Künstlerroman und homoerotisches Drama“ ( Der SPIEGEL, a.a.O. S. 17) gelesen werden kann.



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Kommentare zu diesem Text

Graeculus (76)
(11.04.25, 00:10)
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 11.04.25 um 00:20:
Meinst du, dass Krimis moralisch sein sollten?
Graeculus (76) antwortete darauf am 11.04.25 um 09:34:
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 Pearl schrieb daraufhin am 11.04.25 um 11:06:
Ich liiebe ihre Romane ( die ich kenne)! Small-g habe ich gelesen und den ersten der R. Romane, von denen du oben sprichst. Ich fand ihn auch niederdrückend, doch keineswegs amoralisch. Beim Lesen hatte ich ein Gefühl wie bei Dostojewskis "Schuld und Sühne"... Es sind Psychogramme, finde ich. Das Verstörende ist, dass aus der Perspektive eines Verbrechers heraus geschrieben wird. Dies lässt uns in fremde Abgründe sehen und uns mit unseren eigenen beschäftigen.

Mein Lieblingsroman der Autorin ist aber "Carol". Pure Kunst!

Danke Ekki, dass du  dich hier mit einer der wichtigsten belletristischen Stimmen des 20. Jhdt.s beschäftigst!♡

Pearl

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 11.04.25 um 18:24:
@Graeculus: Die klare Botschaft, dass Verbrechen sich lohnen, kann man antimoralisch nennen, aber da die meisten gewinnbringenden Verbrechen nicht aufgeklärt werden, ist sie wahrhaftig. Man käme vielleicht zu einem anderen Ergebnis, wenn man genau wüsste, wie viele Kriminelle von einem schlechten Gewissen gequält werden. Mr. Ripley wird es trotz Panikattacken, entdeckt zu werden, nicht. Insofern ist er zutiefst antimoralisch. Literaten sind meiner Meinung nach frei, moralisch, amoralisch oder antimoralisch zu schreiben.

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 11.04.25 um 18:34:
@ Pearl: Merci, Pearl, du hast recht, Mr. Ripley ist nicht amoralisch, denn mit der Darstellung seines antimoralischen Verhaltens wird der Leser aufgefordert, über die Konsequenzen dieses Verhaltens nachzudenken, ganz anders freilich als bei Dostojewski, wo er die Sühne Raskolnikows teilen kann.

LG
Ekki
Graeculus (76) meinte dazu am 11.04.25 um 19:45:
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 harzgebirgler (13.05.25, 16:49)
:) :) 
im film agiert als titelheld
matt damon, der mir sehr gefällt,
wirklich talentiert und cool
mit einem touch berechnend schwul.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_talentierte_Mr._Ripley_(Film)

lg
henning
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