Literarische Rätsel. Über das Altern der Schönheit

Ansprache zum Thema Kunst/ Künstler/ Kitsch

von  EkkehartMittelberg

Der Autor des heute gesuchten Romans, ein geistreicher Dandy, litt sehr unter der Zuchthausstrafe wegen seiner Homosexualität im viktorianischen England.

Der Roman wurde in die ZEIT-Bibliothek der hundert Bücher der Weltliteratur aufgenommen.

Der schöne Held des Romans altert nicht, aber in seinem immer hässlicher werdenden Porträt spiegeln sich die Sünden seines ausschweifenden Lebens.

Der Autor als Ästhetizist lässt Moral als Kriterium für Kunst nicht gelten. Über ihren Wert entscheide allein, ob sie gut oder schlecht geschrieben sei. Er versucht sein Leben wie ein Kunstwerk zu gestalten und das Schöne und Esprit gegen Moral auszuspielen.

Der Roman enthält zahlreiche Verweise auf antike Kunstgeschichte, zum Beispiel auf den schönen Adonis und auf den Narziss-Mythos sowie auf den französischen Symbolismus, der kostbare Gegenstände, Düfte und dekadente Vergnügungen bis zum Verderben thematisiert.



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Kommentare zu diesem Text


 Citronella (06.10.25, 11:37)
Moin Ekki,

ich denke, dieses Bildnis ist einfach zu deuten.

LG Citronella

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.10.25 um 11:47:
Merci, Citronella,

die Wahl des Wortes Bildnis zeigt, dass du auf der richtigen Spur bist.

LG
Ekki
Graeculus (76)
(06.10.25, 11:41)
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 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 06.10.25 um 11:50:
Hallo Graeculus,
welch wundervolles Zitat. Es zeigt, dass Hedonismus nicht immer oberflächlich sein muss.
Beste Grüße
Ekki

 Wastl (06.10.25, 11:52)
Willkommen zurück, lieber Ekki, mit dem Buch jetzt fertig? Da hast Du ja einen meiner Lieblingsschreiberlinge beschrieben, an ihn dachte ich schon nach dem Lesen der ersten drei Zeilen.

Liebe Grüße vom Wastl (vormals unter anderem Nick)

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 06.10.25 um 12:05:
Gracias Wastl,

auch ich schätze den Autor mit seinen hochmodernen Aphorismen als sehr witzig und charmant. Aber er hat Moralisten so auf die Füße getreten, dass er in "De Profundis" aus einem tiefen Jammertal des Schmerzes schrieb.
Das Buch "Aus meinem Leben" wird momentan gedruckt und in den nächsten Tagen erscheinen.

LG
Ekki

 harzgebirgler (06.10.25, 12:23)
lieber ekki,

na gott sei dank bist du wieder präsent
und kaum wie mancher wilde dekadent. 

herzliche grüße
henning

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 06.10.25 um 12:30:
Grazie, Henning,

du verstehst es, die Lösung verdeckt zu präsentieren.

Herzliche Grüße
Ekki

 Saira (06.10.25, 13:16)
Lieber Ekki,

wie schön, dich nach so langer Zeit wieder zu lesen! Dein Rätsel trägt diesen eleganten Glanz vergangener Salons ... Parfüm, Champagner, Spiegellicht. Ich glaube, der Gesuchte hätte deine Worte mit einem spöttischen Lächeln quittiert, halb Charmeur, halb Tragödiendichter.

 
Wie wunderbar, dass du wieder da bist!

Herzliche Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 06.10.25 um 13:28:
Vielen Dank, Sigi,

deine Worte, hinter einem Fächer gesprochen, zeugen für dein Empfinden für die leichtfüßige Kunstwelt, in der dieser Roman und auch Komödien, wie zum Beispiel Lady Wendermere`s Fan" spielen.

Herzliche Grüße
Ekki

 plotzn (06.10.25, 14:36)
Wellkamm beck, Ekki!

Er bekam zwar nie den Nobelpreis der Literatur, dafür aber einen Oscar.

Liebe Grüße
Stefan

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.10.25 um 16:11:
Merci Stefan, ich bin auf ein Forum zurückgekehrt, wo man sich auf feine Anspielungen versteht.

Liebe Grüße
Ekki

 Teo (06.10.25, 20:33)
Hi Ekki,
an dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Willkommen zurück. Du hast gefehlt.....
Jau...der Oscar. Du hattest mir ja schon einen geheimnisvollen Tipp gegeben.
Ich werde mich da mal heran wagen.
Lieben Gruß
Teo

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 06.10.25 um 23:23:
Viel Spaß, Teo,

ich empfehle dir besonders die Komödie "The importance of being earnest".

Liebe Grüße                                                                    Ekki

 S4SCH4 (08.10.25, 21:57)
Das in Decken gehüllte Bild (Unterbewusstsein(?)) eines moralisch noch „unbefleckten“ ichs wird zunehmend ausdrücklicher beim Gray´schen Portrait. Wobei man fragen kann: liegt die Verwahrlosung nur im Auge des momentanen Betrachters oder ist jener inne liegende Teil für sich existent (ohne es mit einem Anblick zu bewerten…doch geht das(?))?

Schönheit einerseits erkauft und doch andererseits verkauft. Kann man jemals etwas im Leben wirklich sein Eigen nennen? Muss man vor gewissen Dingen zwangsläufig davonlaufen um etwas zu bewahren? Was bringt die Einsicht in diesen Tauschhandel und dieses Rennen? Belassen wir es besser bei einem Rätsel, meine ich! Und: Oh, je: Die Entzauberung der Mysterien scheint oft doch selbst als Mysterium daherzukommen und verspricht Erkenntnis, nur um allein und leer (…).

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 09.10.25 um 07:55:
Merci, S4SCH4, Oscar Wilde war nur nach außen ein leichtsinniger Dandy. Tatsächlich stellte er so tiefschürfende Frage, wie du hier.

LG
Ekki
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