Das besondere Buch

Gedicht zum Thema Grenzen/ Grenzen überschreiten

von  EkkehartMittelberg

Für ihn ist es besonders und das bleibt geheim.

Es ist kein Bestseller und nicht sehr bekannt,

jedoch der Titel hatte ihn als Kind gebannt.

Sie finden für die Wertschätzung keinen Reim?

 

Keiner hatte ihm das Buch empfohlen.

Das Layout ist schlicht,

Für ihn hat es ein besonderes Gesicht,

er hat es ängstlich gestohlen.



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (29.08.26, 08:00)
In jüngeren Jahren, lieber Ekki,

fühlte ich beim Anblick interessanter Bücher ebenfalls kriminelle Energie in mir aufsteigen. 
Bis ich dann auf den errötenden Buchhändler traf - der mich gewähren ließ ...

Herzlichst
Piccola

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 29.08.26 um 11:18:
Merci, Piccola,

Alberto Manguel hat in seiner "Geschichte des Lesens" dem Stehlen von Büchern ein besonderes Kapitel gewidmet. Dieser Diebstahl ist unter bibliophilen Menschen sehr verbreitet, die mehrheitlich dazu neigen, ihn als Kavaliersdelikt herunterzuspielen. In meiner Studienzeit wurde dieses Thema schamfrei diskutiert.
Herzliche Grüße
Ekki

 Saira (29.08.26, 14:10)
Moin Ekki,

manche Bücher liest man.
Manche Bücher besitzt man.

Und manche besitzen eine Geschichte über uns, die außer ihnen niemand kennt.

Deines scheint zur dritten Sorte zu gehören.

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 29.08.26 um 18:41:
Merci, Sigi,
hier ist eine interessante information zur dritten Sorte:
"

Wie Michael F. der Begierde nach 24.000 Büchern erlag

Von Lucas Wiegelmann
Veröffentlicht am 06.03.2012Lesedauer: 10 Minuten

Ein Ministerialbeamter aus Darmstadt soll Zehntausende Bände aus 70 Bibliotheken entwendet haben. Er las die Bücher nicht – wollte sie nur in seiner Nähe haben.

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Der Mann, der die Bücher mehr begehrte als alles andere, der für die Bücher seine Existenz aufs Spiel setzte und verlor, er wurde von einem Buch verraten. Von dem alten Band, der auf der ersten Seite die mit weichem Bleistift hineingeschriebene Signatur III 10e 10 trägt, weil er seit Menschengedenken im Raum III der fürstlichen Hofbibliothek zu Bad Arolsen thront, im zehnten Regal.
Wenn das in Leder gebundene und goldgeprägte Buch in Frakturschrift an jenem Tag im August dort gestanden hätte, wo es hingehört, nämlich zwischen den Bänden III 10e 9 und III 10e 11, dann hätte der Fürst vielleicht nie bei der Polizei angerufen, und Michael F.* wäre womöglich weiter auf Beutezug. Aber die seltene Ausgabe von Johann Friedrich Blumenbachs „Handbuch der Naturgeschichte“, im Jahr 1779 in Göttingen erschienen und mit handschriftlichen Notizen des Autors versehen, war weg. So kamen sie dahinter.



Die wenigsten der gestohlenen Bücher hat F. gelesen
Wahrscheinlich hat Michael F. das Buch, das ihn verriet, nie gelesen, obwohl es monatelang bei ihm zu Hause in Darmstadt lag. Die wenigsten der gestohlenen Bücher hat er gelesen. Dafür waren es zu viele: 24.000 Stück.  Seit den Neunzigerjahren soll F. sie in allen möglichen Bibliotheken erbeutet haben.


Der 45 Jahre alte Oberregierungsrat des hessischen Wissenschaftsministeriums bevorzugte antike Raritäten. Das älteste Buch ist ein Gesundheitsratgeber von 1565, das Gros stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Beute soll mehr als eine Million Euro wert sein. Verkauft hat F. allerdings nie. Anscheinend wollte er die Bücher einfach in seiner Nähe haben.
"


https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article13905707/Bibliomanie-Wie-Michael-F-der-Begierde-nach-24-000-Buechern-erlag.html
Liebe Grüße
Ekki

 Saira schrieb daraufhin am 29.08.26 um 19:44:
Wow, 24.000 Bücher ... das ist dann wohl der Punkt, an dem Bibliophilie ihre Unschuld verliert. 


Aber interessant finde ich, dass er sie offenbar gar nicht lesen musste. Es genügte ihm, sie um sich zu haben. 

Scheinbar gibt es also noch eine vierte Sorte:

Manche Bücher liest man nicht.
Man besitzt sie nicht einmal.
Man braucht nur die Gewissheit, dass sie da sind.

Nur sollte man sich diese Gewissheit vielleicht nicht gerade aus siebzig Bibliotheken zusammensammeln. ;)

Liebe Grüße
Sigi

 Schtzngrrrrm (29.08.26, 21:30)
ICH HABE ALS KIND EINMAL EIN BUCH IN DIE BADEWANNE FALLEN LASSEN UND ES DANN MIT SEHR SCHLECHTEM GEWISSEN DER BIBLIOTHEKARIN GESTANDEN. SIE MEINTE ES SEI NICHT SO SCHLIMM, ICH SOLLE IHR ALS ERSATZ EINFACH EINES VON MEINEN EIGENEN GEBEN. VON DA AN HABE ICH IMMER MAL WIEDER EIN BUCH, DAS ICH SEHR MOCHTE, BEHALTEN UND EINES VON MEINEN, DAS ICH NICHT SO MOCHTE, DER BÜCHEREI GEGEBEN. 

Kommentar geändert am 29.08.2026 um 21:56 Uhr

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 30.08.26 um 10:20:
Wenn das Schule macht, können sich Büchereien ständig verändern.

 harzgebirgler (30.08.26, 15:30)
Hallo Ekki,

der hier ging bibliomanisch über Leichen
um Geld für Bücherkäufe zu erreichen:

Johann Georg Tinius (* 22. Oktober 1764 in Staakow, Niederlausitz; † 24. September 1846 in Gräbendorf bei Königs Wusterhausen) war ein deutscher Theologe und Bibliomane, der wegen Räuberei und zweier Morde, die er neben Unterschlagung von Kirchengeldern zur Finanzierung seiner Sammelsucht begangen haben soll, nach einem über zehnjährigen Indizienprozess 1823 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Tinius

LG
Henning

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 30.08.26 um 17:56:
Gracias, Henning,
es lohnt sich den äußerst spannenden gesamten Wikipedia-Artikel über Tinius zu lesen, dessen Täterschaft als Mörder nicht endgültig geklärt werden konnte.

LG
Ekki

 FrankReich (30.08.26, 18:24)
Hi Ekki,

solltest Du Kontakt zu Dieben antiker Bücher haben, würde ich gern das eine oder andere Buch in Auftrag geben. 😉

Ciao, Frank

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 30.08.26 um 18:33:
Merci, Frank,
aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, dass die Auftragslisten gefüllt seien.

LG
Ekki
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