Schwarzer Humor mit Erfolg

Sonett zum Thema Humor

von  EkkehartMittelberg

Er hat Menschen mit Humor verwöhnt,

bescheiden nannte er die Comics Schosen,

mit bösen Helden, nicht zum Kosen,

hat er Spießer, Frömmelei verhöhnt.


Wer kennt nicht Max und Moritz, Fips, den Affen,

die fromme Helene, vom Teufel entführt,

ist nicht vom Ende Huckebeins gerührt

und vom Eheleben, das Knopp geschaffen?


Ein ernsthafter Maler zu werden war sein Bestreben,

vernichtet Bilder aus seinem Künstlerleben,

die schwarzhumorigen Comics blieben bestehen.


Beim Tode sind Max und Moritz hoch geehrt,

dem Freier freilich blieb Erfolg verwehrt,

sein Ruhm jedoch scheint niemals zu verwehen.


November 2024



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text

Graeculus (76)
(21.11.24, 00:19)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.24 um 00:25:
Merci, Graeculus,
nein, das soll die 2. Strophe nicht negieren. Deshalb habe ich den Artikel vor Bilder weggelassen.
Dein Hinweis auf die antiklerikalen Bildgeschichten ist wichtig.
Graeculus (76) antwortete darauf am 21.11.24 um 00:30:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 21.11.24 um 11:41:
Danke für dieses Gedicht, das typisch ist für den antiklerikalen Busch.

 Regina (21.11.24, 02:15)
Die moderne Pädagogik goutiert zwar die Grausamkeiten nicht, mit denen Kinder als Strafe für ihre Untaten bedroht wurden. Aber der geniale Zeichner und Reimer hat sich einen Namen über seinen Tod hinaus gemacht.

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 21.11.24 um 11:50:
Merci, Gina, 
man kommt ins Grübeln. Er war von Skrupeln hinsichtlich grausamer Strafen nicht geplagt und traf damit die Volksseele.
LG
Ekki

 Regina ergänzte dazu am 21.11.24 um 13:42:
"Max und Moritz", die in der Bäckerei zu Teig verarbeitet werden, werden als Buch auch zusammen mit Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" herausgegeben, wo es nicht minder harte Strafen für unartige Kinder gibt: Daumen ab, Erschießen durch Hasen, Feuer, Davonfliegen mit dem Schirm und aus Unachtsamkeit in den Fluss gestürzt. Das nannte sich Erziehung im 19. Jahrhundert.

Antwort geändert am 21.11.2024 um 13:43 Uhr

Antwort geändert am 21.11.2024 um 13:44 Uhr
Moppel (67) meinte dazu am 21.11.24 um 21:55:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 harzgebirgler (21.11.24, 10:20)
:) :) 
hallo ekki,

busch gehört längst zu deutschland so wie goethe
der ihn kaum an beliebtheit überböte.

lg
henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.24 um 11:59:
Gracias, Henning,

"Grenzen der Menschheit" ist nicht jedermanns Sache, aber so etwas schon:

Wilhelm Busch


Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

Quelle: Kritik des Herzens

HG
Ekki



Antwort geändert am 21.11.2024 um 12:00 Uhr

Antwort geändert am 21.11.2024 um 12:02 Uhr

 harzgebirgler meinte dazu am 21.11.24 um 15:58:

 Saira (21.11.24, 10:38)
Hallo Ekki,
 
Busch beleuchtet die Dualität des Lebens und menschliche Emotionen durch schwarzen Humor. Figuren wie Max und Moritz sowie die fromme Helene spiegeln tief verwurzelte gesellschaftliche Normen wider. In deinem Sonett reflektierst du, dass Humor nicht nur unterhält, sondern auch kritisiert.
 
Eine schöne Hommage!
 
Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.24 um 12:07:
Gtroffa hamma, Sigi,

Kritisiert einer mit Humor,
leiht der Kritisierte ihm sein Ohr.

Liebe Grüße
Ekki

 AZU20 (21.11.24, 11:16)
Wilhelm Buschgehörte einfach zu meiner Kindheit. Auch meinen Kindern konnte ich ihn nahebringen. LG

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.24 um 12:15:
Gracias, Armin. Ich machte eine vergleichbare Erfahrung. Verbrachte meine Ferien bei sehr alten Großeltern. Die besaßen nur sehr wenige Bücher, aber eine Ausgabe von Buschs Bildergeschichten war dabei. Die Ferien waren gerettet.

LG
Ekki

 plotzn (21.11.24, 11:20)
Servus Ekki,

es freut mich, dass Du auch einem meiner Vorbilder ein Sonett widmest. Da auch mein Vater ein Busch-Fan war, begleitet er mich durch mein ganzes Leben, vom Kleinkind, dem vorgelesen wurde, bis heute.

Liebe Grüße
Stefan

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.24 um 12:33:
Merci Stefan,

mir ist Wilhelm Busch in meiner Jugend ein zweites Mal begegnet. Ich hatte mein Abi gemacht und ein Kollege meines Vaters gratulierte mir mit Buschs 
Versen:
"Wenn einer, der mit Mühe kaum
geflogen ist auf einen Baum,
schon denkt , dass er ein Vogel wär,
so irrt sich der."
Ich war schlagfertig und antwortete:
Einer, der meint, er müsste immer belehren,
sollte jugendliche Freude nicht beschweren.

Liebe Grüße
Ekki

 plotzn meinte dazu am 21.11.24 um 15:20:
Gute Riposte, Ekki!
Teo (73)
(21.11.24, 11:27)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 21.11.24 um 12:39:
Das stimmt, Teo,

Wer mit Wilhelm Busch gelacht,
hat leichter eigener Fehler gedacht.

Gut gelaunten Gruß zurück
Ekki
Zur Zeit online: