Immer auf der Flucht

Alltagsgedicht zum Thema Flucht/ Vertreibung

von  EkkehartMittelberg

Dem Kindergarten wollte er entfliehen

die Nonnen aber ließen ihn nicht ziehen,

aus der Schule ist er ausgerissen,

der Pastor sprach ihm ins Gewissen.


Als Lehrling machte er die Flatter,

man brachte ihn zurück ins Gatter,

am Altar musste er sich binden

und konnte nicht ins Freie finden.


Er suchte ins Ausland zu entwischen,

man konnte ihn vor der Grenze fischen.

Dann saß er hinter Schloss und Riegel,

doch auch hier hielt ihn kein Bügel.


Auch aus dem Himmel ist er ausgerissen,

Petrus muss es schließlich wissen.

In der Hölle wird er länger bleiben,

mit Fluchtgedanken sich die Zeit vertreiben.




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Kommentare zu diesem Text


 Regina (22.10.25, 07:24)
Früh übt sich, was ein professioneller Flüchtender werden will.

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.10.25 um 10:58:
Merci, Gina,
es ist schwer, professionell Flüchtendenn Fesseln anzulegen.

LG
Ekki
Teo (73)
(22.10.25, 11:10)
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 Saira antwortete darauf am 22.10.25 um 11:16:

 plotzn schrieb daraufhin am 22.10.25 um 11:59:
Grüße aus den warmen Gefilden!  :)

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 22.10.25 um 12:03:
Hallo Teo,

die Besten sind auf der Flucht,                      wenn man nach ihnen sucht.

Beste Grüße
Ekki

Antwort geändert am 22.10.2025 um 12:07 Uhr

 Saira (22.10.25, 11:15)
Lieber Ekki,

manch einer flieht wohl weniger vor etwas, als dem Leben hinterher.
Dein Flüchtender scheint beides zu tun, mit erstaunlicher Ausdauer.


Ein schelmisches Vergnügen, dein Gedicht!

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 22.10.25 um 11:58:
Hallo Sigi,

toll, dass du den doppelten Aspekt (fliehen vor etwas und hinterher fliehen) erkannt hast.

Liebe Grüße
Ekki

 plotzn (22.10.25, 12:00)
Servus Ekki,

aus dem Hochsicherheitstrakt der Hölle wird die Flucht wirklich schwer. Das müsste dann schon mit dem Teufel zugehen...

Liebe Grüße
Stefan

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.10.25 um 12:07:
So ist es, Stefan. Die wenigen, denen es gelungen ist, sagen, dass es im Hochsicherheitstrakt der Hölle höllisch interessant war.

Liebe Grüße
Ekki

 GastIltis meinte dazu am 22.10.25 um 13:46:
Hallo Ihr Hochsicherheitstraktinteressenten!


Wer wie ich vierteljährlich die Literatur-Zeitschrift "Drecksack" abonniert hat, weiß, zumindest wenn er die letzte Seite von Thomas Meyer-Falk liest, oder jemals gelesen hat, dass eine Sicherheitsverwahrung, selbst für (fast) Unschuldige mehr ist, als es die Hölle verspricht. Warum, weil man erkennen muss, dass dieses Verfahren, das aus der NS-Zeit überkommen ist, in seiner unmenschlichen Art für eine Demokratie, die wir vorgeben, sein zu wollen, unwürdig ist.


Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung.
Liebe Grüße von Gil.

Antwort geändert am 22.10.2025 um 13:48 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.10.25 um 17:17:
Merci, Gil, ich werde auch den "Drecksack" abonieren, um zu wissen, wovor ich fliehen muss.

Liebe Grüße
Ekki

 harzgebirgler (22.10.25, 13:52)
:) :) 
rückt ihm erst der teufel auf die pelle
führt so schnell kein weg aus hölles zelle -
da könnt' er brüllen wie am spieß:
es ist ein teuflisches verlies.

lg
henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.10.25 um 17:20:
Hallo Henning,

ein Fläschchen Weihwasser hilft für alle Fälle,
dann rückt der Teufel von der Pelle.

LG
Ekki

 DanceWith1Life (22.10.25, 17:32)
Lach, amüsiert mich, vor allem der Gedanke, dass die Hölle das sicherste Gefängnis sein soll, aus psychologischer Sicht gerade in diesem Kontext der Flucht( vor sich selbst oder auferlegten Zwängen)

Kommentar geändert am 22.10.2025 um 17:34 Uhr

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.10.25 um 19:11:
merci, Dancer,
der Gedanke ist leichter nachzuvollziehen, wenn man sich klarmacht, dassman sich die größte Hölle durch falsches Verhalten selbst schafft.

 Citronella (22.10.25, 17:43)
Man mag sich gar nicht vorstellen, wen man dort alles treffen wird ...  :woot:

LG Citronella
Graeculus (76) meinte dazu am 22.10.25 um 17:56:
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 DanceWith1Life meinte dazu am 22.10.25 um 17:59:
Oder Citronen können nicht anders, sind sauer

 Citronella meinte dazu am 22.10.25 um 17:59:
Für mich ist es ein Emoji des Erschreckens - sollte ich es bisher immer falsch gedeutet haben?

 Citronella meinte dazu am 22.10.25 um 18:01:
Oder Citronen können nicht anders, sind sauer

Bitte keine Gelegenheit zum Stänkern auslassen!
Zitronen schreibt man im Deutschen übrigens mit Z.

 DanceWith1Life meinte dazu am 22.10.25 um 18:08:
Danke für den Hinweis, die Schreibweise war mir bekannt, es ging mir zum Glück nur um eine Gegendarstellung der Sichtweise, falls du das persönlich genommen hast, war das nicht meine Intention,  und Stänkern ist für mich keine Gelegenheit sondern eine schlechte Gewohnheit und ich werde mich diesbezüglich hinterfragen.
Graeculus (76) meinte dazu am 22.10.25 um 18:37:
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 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.10.25 um 19:20:
Ich stelle mir vor, dassman in der Hölle mehr Dichter tifft als im Himmel. Leider kann man keine fragen, die schon da gewesen sind.
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