Gott?

Aphorismus zum Thema Gott

von  loslosch

Gott ist eine Worthülse. Jeder befüllt sie anders.

Kommentare zu diesem Text


 ViktorVanHynthersin (25.09.20)
Müsste es dann nicht heißen "Was ist Gott?". Rein inhaltlich stimme ich Dir jedoch zu.
Herzlichst
Viktor

 loslosch meinte dazu am 25.09.20:
natürlich hast du recht. (aber dann lesen es weniger und springen gleich zu bluebird.)
Sätzer (77)
(25.09.20)
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 loslosch antwortete darauf am 25.09.20:
ach ja, GG, der große geist.

 Ralf_Renkking (25.09.20)
Widerspruch, Euer Gnaden und zwar gegen den 2. Teil, ich bspw. befülle sie gar nicht, allerdings würde ich Dir zustimmen, wenn Du sie als individuell befüllbar bezeichnetest. Reichte nicht folgender Titel: Gott?, evtl. auch ohne?
Ciao, Frank

Kommentar geändert am 25.09.2020 um 14:21 Uhr

 loslosch schrieb daraufhin am 25.09.20:
zum titel: war mein erster gedanke.

du befüllst sie mit der leermenge.

 Ralf_Renkking äußerte darauf am 25.09.20:
Aber auch das würde heißen, dass ich dieser Hülse eine Bedeutung verleihen würde, nein, ich befülle sie gar nicht, obwohl sich meiner Meinung nach natürlich eine Leermenge darin befindet.

 AchterZwerg ergänzte dazu am 25.09.20:
Ist es nicht eher umgekehrt? Kann nicht die gefühlte Leermenge mit Gott gefüllt werden?
Schon C. G. Jung riet den Süchtigen: "Nehmen Sie Gott!"

 AchterZwerg (25.09.20)
Lieber Lothar,
das ich für mich ein ausgesprochen schwacher Aphorismus.
Sicherlich kann der Begriff auf verschiedene Weise gefüllt werden.

Sprengt die Füllung allerdings die kindliche Vorstellung vom lieben Gott mit weißem Bart, handelt es sich eben nicht mehr um eine bloße Worthülse. Ein Beispiel aus der praktischen Philosophie:

Oberstes Begründungsprinzip für Handlungen bzw. Normen ist der Kategorische Imperativ: "Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne".

Herzliche Grüße
der8.

Kommentar geändert am 25.09.2020 um 17:47 Uhr

 loslosch meinte dazu am 25.09.20:
kant glaubte an keinen persönlichen gott, eher an ein göttliches prinzip, das das all überwölbt. (genau seine art der befüllung.)

wenn kant in keenigsberg mittags pünktlich zum essen rief und vor den gefüllten tellern dozierte, dann aber gewahr wurde, dass einer der versammelten zum beten ansetzte, funkte er dazwischen und wünschte allen einen gesegneten appetit.

Antwort geändert am 25.09.2020 um 18:09 Uhr

 LotharAtzert meinte dazu am 25.09.20:
Kant war ein kategorischer Klugscheißer - als Stier, wie Robespirre, Freud, Marx …
ein Rinderschiß … Novalis, Budda … BUDDHA??

Sorry, bei den zweien fühle ich mich immer angesprochen: Lothar und Gott

(aus: "Die sieben Auffüllungen des Wort Gottes" von Überwölbing von Körbchen-Kröße)

 AchterZwerg meinte dazu am 27.09.20:
Lieber Lothar,

die "Worthülse" hat ja primär einen negativen Beigeschmack. Diesen möchte ich Kant nicht unterstellen, der für sich und uns den Gottesbegriff erweitert, also weit über eine "Hülse" hinausgehoben hat.
Sicherlich ist dir schon aufgefallen, dass sich alle großen Denken mit diesem Thema auseinandersetzen. Selbst das Werk von Karl Marx lässt den erwünschten Messias hervorblinzeln ...

Ih weiß auch nicht so recht, was schlecht daran sein sollte ...

Liebe Grüße
der8.

 loslosch meinte dazu am 29.09.20:
wie könnte ich den negativen beigeschmack umgehen? (immerhin habe ich den begriff des blähwortes vermieden!)

was ist gott? Küng hat es so beschrieben: "Gott ist durch keinen Begriff zu begreifen, durch keine Aussage voll auszusagen, durch keine Definition zu definieren. Er ist der Unbegreifliche, Unaussagbare, Undefinierbare ..."

der hans, der kanns. lo

 Terminator (25.09.20)
Das Wort Gott ist eine Worthülse. Wie jedes andere Wort auch.

 loslosch meinte dazu am 25.09.20:
ein muttersprachler sieht das anders. eine worthülse ist in erster linie ein sinnentleertes wort. nahezu jeder versteht etwas anderes unter "gott".

 Terminator meinte dazu am 25.09.20:
Ich habe auch eine Menschensprache als Muttersprache; wenn eine Worthülse bedeutet, dass jeder etwas anderes darunter versteht, dann ist jedes Wort in jeder Sprache eine Worthülse (außer metasprachlich, z. B. wissenschaftlich definiertem Vokabular wie Temperatur, Hypotenuse, Lichtgeschwindigkeit usw.).

 loslosch meinte dazu am 25.09.20:
wenn du auf russisch erklärst, heute seist du beinahe auf dem zebrastreifen überfahren worden, versteht dich jeder russe.

allerdings gibts zeitgenossen, die ständig gebrabbel absondern.

 Terminator meinte dazu am 25.09.20:
Konkrete Nennung empirischer Tatsachen lässt in der Regel keinen Raum zu, das Gesagte anders zu verstehen. Allerdings handelt es sich dann um Sätze, nicht um einzelne Wörter. Aber wir können beides gelten lassen. Worthülsen bzw. Aussagenhülsen wären also:

Gott.

Gott hat die Welt erschaffen.

Demokratie.

In einer Demokratie gelten Menschenrechte.

Freiheit.

Freiheit ist ein Grundrecht.

Liebe.

Hass.

Mensch.

Leben.

Keine Worthülsen wären:

Tisch.

Stuhl.

VW Passat.

Der VW Passat rammte den Ziegenbock auf dem Zebrastreifen.

In Russland ist die Januar-Isotherme unter 0°C.

Auf dem Tisch stehen fünf leere Tassen aus chinesischem Porzellan der Ming-Zeit.

 Ralf_Renkking meinte dazu am 25.09.20:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 25.09.2020 um 21:19 Uhr wieder zurückgezogen.

 loslosch meinte dazu am 25.09.20:
bes. bei der gegenüberstellung der begriffe gott und demokratie wird eine schieflage deutlich. kernelement der demokratie sind freie, gleiche, geheime (und allgemeine) wahlen.

möglicherweise hält sich lukaschenko für einen demokraten. auch honecker konnte auf die "vielfalt" seiner blockparteien verweisen. der größte aller demokraten heißt trump. er erkennt alle wahlen an, die er gewonnen hat.

das ändert aber nichts an der klaren begriffslage.

 LotharAtzert (25.09.20)
Die Tibeter, sorry hab ich absichtlich vergessen, die Tibeter heizen mit Rinderfladen.

 Kleist (09.02.22, 17:38)
Da gebe ich Dir vollkommen Recht.

Es gibt allerdings noch jede Menge mehr solcher Worthülsen...

 loslosch meinte dazu am 09.02.22 um 18:02:
:-)

 harzgebirgler (23.04.22, 14:11)
gott ist der menschen maß, sagt hölderlin, und dachte dabei nicht ans oktoberfest! :D
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