Neulich - als Putins Söldner, fraß ich Kinder (wers glaubt) Romanauszug

Monolog zum Thema Aktuelles

von  alter79

Wenn ich sie unter mir habe ... ihre Knochen brechen höre, rieche, wie die Gedärme hervorquellen, streng nach Drehbuch ihre Seelen befreie, Kilos von Fleisch verschlinge (über allem der Schatten des toten Vaters, warum auch immer), hilft es mir die Wildnis, in der ich mich bewege, leichter zu verkraften. Gott, und den Zynismus seines hiesigen Personals zu ertragen. Ja klar, ich spreche von Notwehr! Ausgebrannt, krank, am Tiefpunkt würde ich für eine zweite Chance sogar in die Regionalliga heiraten. Doch wer kann sich Jimmi da als glücklichen Menschen vorstellen? Ich nicht. Auch hat mir deswegen neulich Easton (auch der scheint an der biographischen Endkurve Geschmack angelangt) ans Bein gepisst; ... was für ein Hund, der kann Gedanken lesen. Allerdings nur für knapp drei Monate. Und damit wären wir beim nächsten Fall. Denn es sind nicht nur meine merkwürdigen Erlebnisse mit Frauen (im Besonderen) zur Zeit. Nicht nur die mysteriösen Geräusche und Kratzspuren in Ohr und auf meinem Arm. Denn es verschwinden einfach so Mails ins Nichts, Gedanken, Geld und Autos. Eines meiner Häuser kam gar unter Hammer, sagt Max. Wie kann das geschehen: ein Haus unter dem Hammer? Gut, ich erinnere nicht welches - doch immerhin war es ein Haus, sagt Max. mitten bei der Halloween Party. Eventuell hat es ja jemand irrtümlich mitgenommen, - was Max? Und bringt es zurück, wie man einen versehentlich an sich genommenen Regenschirm entschuldigend zurückträgt; nicht wahr, Max? Ich glaube, ich sollte die Materie beherrschen lernen, was? Obwohl ich meine Drogen-, Sex- und Gewaltorgien nie für bare Münze nehme. Jedenfalls nicht so ernst, dass ich vor Angst nicht schlafen kann. Ach was, für mich ist das eher ein Rollenspiel: mal du oben, mal ich unten, denn das ist der Witz im Leben. Und so weiter. Denn schon letzten Silvester fielen in den USA tausende Vögel vom Himmel. Und auch der König der Tiere herrscht nicht mehr über sein Reich; - in Kenia leben inzwischen nur noch einige hundert der Löwen in Freiheit. Schuld daran sind Markenklamotten, High-Tech-Spielzeug und Medikamenten-Cocktails am Rande des Nervenzusammenbruchs. So was killt alle. Genau wie das Tragen von Yuppie-Anzügen in Schulen und lesen von oberflächlich, hohlen Kinderbüchern im Horrorgenre Kontext vom Saulus zum Paulus Biss über Nacht. Eine Art von Gift, die unerbittlich die eigene Fantasie tötet. Und damit die Löwen und Vögel. Doch ich, ich fliege immer noch. Über die Stufen aufgeschichteter Berge, Felsen wie Backenzähne. Flüsse die still, wie die Fische darin. Flussaufwärts über Haut und Knochen meiner Freundinnen. Halte mein Maul offen. Die Stoßzähne bereit. Die Augenhöhlen wie vom Teufel besessen. Fliege über mein Bett - in der Psychiatrie, über das Dorf meiner Leiden hinweg.



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Jarina (19.09.22, 17:13)
Zum Glück gibt es die Satellitenüberwachung. Dadurch könnte man herausfinden, wo der Dieb das Haus hingeschafft hat.  :)

Aufregender Lesestoff!

liebe Grüße

Jarina

 alter79 meinte dazu am 20.09.22 um 07:03:
herzl. dank - freue mich sehr ---- habe auch gleich in deine texte geschmult: gefällt: weiter so! cu lgr
79

 LotharAtzert (20.09.22, 10:31)
Also in die Regionalliga heiraten, das ist riskant, wegen der Freistoßzähne, meine Hochachtung dafür, Alter, wirklich.

LG
L.

 EkkehartMittelberg (20.09.22, 11:42)
Die listenreiche Natur hat es so eingerichtet, dass wir über unsere Leiden hinwegfliegen  können. Hoffentlich immer wieder und noch oft.

LG
Ekki
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram